Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 59 - Vater werden ist schwer

Edwards PoV


Ich saß in meiner Zelle und dachte an meine wundervolle Frau, als die Tür sich öffnete und James hereinkam. Verwundert starrte ich ihn an, da es schon später Abend war und wir heute Vormittag schon alles Notwendige besprochen hatten. Er war immer noch dabei, einen früheren Termin für die Anhörung zu ergattern und schmeichelte sich dafür ziemlich heftig bei der Richterin ein. Sie hatte schon damals eine Schwäche für James, was ihm allerdings bei den Verhandlungen keinen Vorteil brachte. Sie war knallhart und nicht zu bestechen, aber ab und an ein kleiner Gefallen in Form einer vorgeschobenen Verhandlung tat keinem weh und war auch nicht strafbar. Sie musste nur eine plausible Erklärung dafür finden.
James strahlte über das ganze Gesicht und mir wurde klar, dass er wohl erfolgreich war.

„Ich brauche doch wohl nichts mehr zu sagen?“, grinste er und ich schlug ihm auf die Schulter.

„Verdammt James, du alter Gauner, du hast es tatsächlich geschafft. Wann ist die Anhörung?“, fragte ich begeistert.

„Morgen früh um acht. Mit etwas Glück bist du am Nachmittag raus und kannst deine Bella wieder in die Arme schließen. Ich sage dir, die Richterin wird mich die nächsten Monate gnadenlos verfolgen, ich hoffe du weißt das zu schätzen. Es ist nur ein Glück, dass ich Vicky eingeweiht habe, sonst wäre sie noch eifersüchtig geworden.“

„Dafür werde ich dir ewig dankbar sein, James“, sagte ich ehrlich, „Wir hatten unsere Differenzen  und ich habe dich gehasst für das, was du getan hast, aber du hast es mehr als wieder gut gemacht.“

„Sag sowas nicht“, erwiderte er geknickt, „was ich getan habe ist unverzeihlich. Ich habe dieser Irren geholfen und Bella und das Kind damit unwissentlich in Gefahr gebracht. Das wollte ich nie! Ich bin dankbar, für die Chance Wiedergutmachung leisten zu können, obwohl ich Vergebung nicht verdient habe.“

„Wir sollten die Vergangenheit begraben und von vorne anfangen“, bot ich ihm an, „Es ist viel passiert, aber unsere Frauen sind befreundet und du bist kein so übler Kerl wie ich dachte. Victoria scheint dir gut zu tun.“

Er lächelte versonnen, mit den Gedanken wohl bei der Frau, die ihn im Sturm erobert hatte.

„Ja, sie ist ein wahrer Engel. Von der ersten Sekunde an, hat sie mich fasziniert. Sie sah nicht so spektakulär aus wie die Frauen die ich sonst hatte, aber als sie dann gelächelt hat, war sie schöner als jede Frau davor. Für sie allein, habe ich mich geändert, weil sie mir gezeigt hat, wie wichtig Ehrlichkeit und Treue ist.“

„Na, dann hab ich ja Glück gehabt, dass sie dich auf den Pfad der Tugend zurückgeführt hat“, grinste ich, „wer weiß, ob mich ein anderer Anwalt so schnell rausgehauen hätte.“

„Noch bist du nicht auf freiem Fuß, aber sie haben nichts gegen dich in der Hand. Weder eine Waffe, noch sind Schmauchspuren an deinen Händen oder an deiner Kleidung festgestellt worden. Zusammen mit den fremden Haarsträhnen, die auf seinem Jackett und dem Boden gefunden wurden, haben wir genügend Indizien dafür, dass es eine andere Person war, die auf Peter geschossen hat. Außerdem beweist der anonyme Anruf bei der Polizei, dass etwas an der Aussage nicht stimmt. Keiner der Nachbarn hörte die Schüsse, es liegt also fast auf der Hand, dass der Anrufer auch der Täter war. Es wird ein leichtes sein, die Richterin davon zu überzeugen, dass man dir den Anschlag in die Schuhe schieben will.“

„Ich hoffe du behältst recht und sie will es nicht auf ein Gerichtsverfahren rauslaufen lassen.“

„Du bist Staatsanwalt, Edward. Zwar ein bisschen angeschlagen, aber immer noch einer von uns. Sie wird es nicht wagen, den Bezirksstaatsanwalt dermaßen zu verärgern, indem sie dich noch länger in einer Zelle schmoren lässt, während der Ruf, der bisher unbefleckten Staatsanwaltschaft Federn lässt. Dafür ist Robson zu einflussreich.“

„Was hat er zu meiner Verhaftung gesagt?“, fragte ich mehr neugierig, als besorgt. Mir war nur noch Bella wichtig. Dass diese Geschichte meine Karriere beenden konnte, war mir im Moment nicht wichtig. Ich setzte jetzt andere Prioritäten und der Job stand schon lang nicht mehr an erster Stelle. Mit Freuden würde ich Straßen kehren gehen, wenn ich dadurch Bellas Sicherheit gewährleisten konnte. Trotzdem war es wichtig zu wissen, wie mein neuer Boss auf meine Verhaftung reagierte.

„Er war natürlich nicht begeistert, doch sie stehen ganz offiziell hinter dir. Dein Job ist dir jedenfalls sicher, denn keiner von denen glaubt ernsthaft, dass du was damit zu tun hast. Trotzdem müssen wir das alles lückenlos aufklären. Sie können es sich nicht erlauben dich fallenzulassen, weil sie sonst ihrem eigenen Ruf schaden, doch sie würden dir bei der nächsten Gelegenheit, die sich bietet, kündigen. Wenn wir aber beweisen können, dass Tanya bzw. Rebecca dahintersteckt, wirst du wieder normal arbeiten können. So, ich werde jetzt gehen“,sagte er schließlich, „wir sehen uns dann bei der Anhörung.“

Er verließ meine Zelle und ich legte mich der Länge nach auf das Bett, verschränkte die Hände hinter meinem Nacken und träumte wieder von meiner Bella.


Die Anhörung verlief ohne Probleme, denn die Richterin sah keinen Grund mich länger festzuhalten und ließ die Klage wegen unzureichender Beweismittel fallen. Das war zwar für die Öffentlichkeit kein Beweis für meine Unschuld, doch das scherte mich wenig. Hauptsache ich kam frei! Ich musste nochmal zurück in die Vollzugsanstalt, wo alle Formalitäten erledigt wurden. Wie ein gefangenes Tier lief ich in meiner Zelle auf und ab, während ich darauf wartete, dass ich das Gefängnis endlich verlassen durfte. Doch bevor nicht das offizielle Entlassungsschreiben vom Gerichtshof vorlag, konnte ich diese Anstalt nicht als freier Mann verlassen. Ich sah auf die Uhr, es war schon vier Uhr Nachmittags und je näher meine Entlassung rückte, umso nervöser und hibbeliger wurde ich.

Plötzlich öffnete sich die Zellentür und ein Beamter wies mich an ihm zu folgen. Meine persönlichen Sachen und Wertgegenstände wurden mir ausgehändigt und ich durfte endlich zur Vordertür raus. Erleichtert atmete ich die frische Luft ein und genoss für einen Augenblick das Gefühl der Freiheit. Man wusste es gar nicht zu schätzen, was dieses Wort wirklich bedeutete und nahm es als Selbstverständlichkeit. Das würde ich nie wieder tun. James kam mir eilig entgegen und wirkte ziemlich abgehetzt.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte ich belustigt.

„Wir müssen uns beeilen, Edward. Bella liegt schon in den Wehen!“

Ich hörte seine Worte, brauchte aber einen Moment, ehe sie zu mir durchdrangen.

„Edward!“, sagte er eindringlich, die eisblauen Augen funkelten ein wenig erheitert, „Hast du verstanden, was ich dir eben gesagt habe.“

„Ja….ja…Bella….Wehen….Baby kommt…..oh Scheiße….ich werde Vater“, stotterte ich geschockt.

Das war eindeutig zu viel für mich und James packte mich kurzerhand am Arm und zerrte mich über den Parkplatz zu seinem Wagen. Er drückte mich auf den Beifahrersitz, stieg selbst ein und fuhr mit quietschenden Reifen los. Er warf mir immer wieder merkwürdige Blicke zu, während er in atemberaubendem Tempo über die Straßen raste. Ich saß nur da, öfffnete immer wieder meinen Mund und schloss ihn wieder. Wahrscheinlich sah ich aus, wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Ich werde Vater! Oh mein Gott, es war tatsächlich soweit. Panik machte sich in mir breit, als ich an die Schmerzen dachte, die Bella jetzt aushalten musste. Wie sollte ich es überleben, sie so zu sehen. Ich verging ja schon vor Angst um sie, wenn sie sich nur in den Finger schnitt. Wenn sie schreiend und mit schmerzverzerrtem Gesicht vor mir lag, würde ich das nicht aushalten können.

„Hey, Edward!“, sagte James, „Jetzt reiß dich mal zusammen. Du siehst echt aus, als würdest du gleich hyperventilieren. Du wirst Bella so keine Hilfe sein. Sie braucht jetzt jemanden, der sie unterstützt und ihr Mut macht. So wie du jetzt aussiehst, wird sie sich eher Sorgen um DICH machen.“

Ich atmete tief ein und aus.

„Du hast recht!“, erwiderte ich etwas gefasster, „Sie braucht mich jetzt, aber verdammt, du hast keine Ahnung wie ich mich jetzt fühle. Ich werde Vater!!!!“

James lachte laut, während er über eine rote Ampel fuhr und gutmütig das Hupen eines Lastwagenfahrers ignorierte, der wegen ihm scharf bremsen musste.

„Wenn du so weiterfährst, wird Bella keinen Ehemann mehr haben, der sie unterstützen kann, weil der nämlich schon längst bei den Englein im Himmel weilt“, meinte ich trocken.

„Hey, willst du rechtzeitig zur Geburt da sein, oder nicht?“, sagte James eingeschnappt, „Ich wollte es dir ja nicht sagen, aber sie liegt schon eine ganze Weile in den Wehen und wenn ich nicht ordentlich Gas gebe, kommen wir am Ende zu spät. Also halt dich fest, mach die Augen zu und bete, dass uns keine Polizeistreife anhält.“

Grummelnd ließ ich mich in den Sitz sinken, sauer darüber, dass es niemand für nötig hielt, mich vorher zu informieren, dass meine Süße unser Kind bekam. James bog nach halsbrecherischer Fahrt in den Parkplatz des Krankenhauses ein und ich stolperte fast über meine eigenen Füße, so eilig hatte ich es. James lachte glucksend. Der würde noch was zu hören bekommen, wenn es eines Tages bei ihm soweit war. Meine frisch erwachten freundschaftlichen Gefühle für James Foster, waren noch nicht so stark ausgeprägt, als dass ich es nicht in Erwägung zog, ihm mit meiner Faust eins auf seine „noch“ gerade Nase zu geben. Schlitternd rannte ich die Gänge entlang, bis ich den langen Flur mit den Kreissälen erreichte. Eine Schwester sah mich mit hochgezogener Braue an und musterte mich von oben bis unten. Offenbar gefiel ihr was sie erblickte, denn ihr Gesicht erhellte sich zunehmend.

„Was kann ich für Sie tun, Mr. ….?“, fragte sie.

„Cullen!“, sagte ich sofort, „Meine Lebensgefährtin Isabella Swan liegt hier auf der Station und bekommt gerade unser Baby, ich muss sofort zu ihr.“

Etwas enttäuscht blickte sie mich an. Was hatte sie denn erwartet, wenn ein Mann keuchend und völlig außer sich in einer Entbindungsstation aufkreuzte?

Sie führte mich zu einer großen Tür und bevor sie diese öffnete, hörte ich auch schon den ersten grauenhaften Schmerzensschrei meiner Bella. Oh Gott, mein Engel litt Höllenqualen und mir wurde fast ein wenig schwindelig, bei der Aussicht, mir das die nächsten Stunden hilflos anhören zu müssen. Ich öffnete schließlich doch die Tür und als ich Bella da liegen sah, wurde alles bedeutungslos. Sie war völlig verschwitzt, abgekämpft, schmerzgebeutelt und bleich, dennoch war sie die schönste Frau, die ich jemals sah.

„Edward“, schrie sie.

„Bella!“ Ich lief auf sie zu und nahm sie in den Arm, weil sie anfing haltlos zu weinen.

„Ich dachte schon, du kommst nicht mehr.“

Ich versuchte sie zu beruhigen, was mir nur unzureichend gelang. Die nächsten Stunden waren die aufreibendsten in meinem ganzen Leben und ich lernte eine völlig neue Bella kennen. Zugegeben, ich stellte mich ein bisschen dämlich an, was meine Wortwahl betraf, doch Bellas Vokabular enthielt in den nächsten Stunden Wörter und Sätze, an die ich mich nicht gerne zurückerinnern würde. Nachdem sie dann auch noch verkündete, dass sie nie mehr Sex haben wollte, ging mir der Arsch auf Grundeis. Wenn Bella, die genau wie ich, ein sehr körperlicher Mensch war, freiwillig auf Sex verzichtete, dann war es wohl schlimmer als ich dachte. Mein schlechtes Gewissen, weil ich den ganzen Spaß hatte und sie die ganzen Schmerzen, wuchs ins Unermessliche und ich schwor mir, sie nie wieder anzurühren. Ein langgezogener Schrei Bellas untermauerte meinen Vorsatz noch.

Sie hatte jetzt Presswehen und sie brach mir fast die Hand, an der sie sich festklammerte. Sie war so tapfer, presste und drückte, bis sie auf einmal ganz schlaff wurde. Verwirrt sah ich sie an. Was war denn jetzt los? Genau in dieser Sekunde, hörte ich ein wimmerndes Weinen, das schnell an Lautstärke zunahm.

Ehrfürchtig betrachtete ich dieses winzige Bündel Mensch, das sie Bella in diesem Augenblick auf den Bauch legten. Ihre Hände zitterten, als sie zum allerersten Mal vorsichtig das nasse, verschmierte Köpfchen berührte. So klein und hilflos lag unser Sohn da, die Haut ganz faltig und rot, die Spuren der Geburt noch am Körper. Ihm wurde eine Decke darübergelegt, damit der Winzling nicht auskühlte. Staunend betrachtete ich meinen Sohn und traute mich nicht ihn anzufassen, aus Angst etwas falsch zu machen. Bella, die wieder wie ausgewechselt war, bemerkte meine Unsicherheit und nahm meine Hand, legte sie auf den warmen Körper und lächelte mich herzzerreißend an.

„Willst du unserem Sohn nicht „Hallo“ sagen?“, fragte sie leise.

Zaghaft streichelte ich Joshuas Köpfchen und unglaublicher Stolz machte sich in mir breit. Stolz, auf meine wundervolle Frau, die mir das schönste Geschenk machte, das es auf der Welt gab und stolz auf meinen Sohn, der schon jetzt mein Augapfel war. Er krähte protestierend und wir mussten beide lachen, weil er jetzt schon zeigte, dass er einen starken Willen besaß. Wie konnte es auch anders sein. Die ganze Dramatik seit seiner Zeugung, machte ihm nichts aus und er gedieh prächtig in Bellas Bauch. Jetzt, wo er auf der Welt war, würden wir ihn schützen und vor allem Unheil bewahren.

Ich setzte mich seitlich neben Bella auf das Bett, umarmte sie und Josh und genoss die folgenden, ruhigen Minuten, in denen wir uns mit unserem Sohn bekanntmachten. Sanft streichelten wir über seine Haut, die noch ganz verschrumpelt war und lächelten über seine Versuche die Äuglein zusammenzupressen, weil er die Helligkeit nicht gewohnt war.

Nach ca. einer halben Stunde, in der ich Bella immer wieder sagte, wie sehr ich sie liebte, kam die Hebamme zurück.

„So Mr. Cullen, Ihre Frau muss noch versorgt werden, sie ist noch nicht ganz fertig. Sie können in der Zwischenzeit Ihren kleinen Liebling baden.“

„Baden? Ich?“, stotterte ich panisch, „Ich weiß nicht recht. Was ist, wenn ich ihn fallen lasse.“

„Sie lassen ihn nicht fallen“, meinte sie gutmütig, „ außerdem, bleibt eine Schwester bei Ihnen und hilft Ihnen. Der Kleine muss danach gewogen, vermessen und angezogen werden. Kommen Sie, seien Sie nicht ängstlich. Sie werden instinktiv das Richtige tun.“

Nervös nahm ich Josh aus Bellas Arm, die mich glücklich und aufmunternd anlächelte.

„Du wirst das ganz wundervoll machen.“

Nervös trug ich ihn zur Badewanne und die Schwester half mir ihn zu baden. Ich musste lachen, als er das Gesicht verzog und protestierend strampelte. Es war gar nicht so einfach, diesen glitschigen Zwerg festzuhalten, aber es klappte besser als gedacht. Während Bella noch versorgt wurde, trocknete ich ihn vorsichtig unter dem Wärmestrahler ab und er wurde danach gewogen und vermessen.

„Ein Prachtbursche Mr. Cullen 53cm groß und wiegt 3359g. Reflexe sind in Ordnung, es ist alles bestens. So, jetzt dürfen Sie ihn anziehen.“

Mit beträchtlicher Mühe zog ich ihm seinen Body und einen Strampler an. Die Gliedmaßen waren so klein und zart, dass ich Angst hatte ihm was zu brechen, wenn ich ihn zu hart anpackte. Trotzallem ich schaffte es doch und hob ihn mir an die Brust.(1) Zärtliche Gefühle durchströmten mich. Dieser kleine Wicht war völlig abhängig von mir und Bella. Ich schwor mir, ihm der beste Vater der Welt zu sein und ihm ein schönes, wohlgeordnetes Zuhause zu bieten. Glücklich sah ich zu Bella, die in der Zwischenzeit versorgt wurde und die mich voller Glück beobachtete. Unsere Blicke trafen sich und ich schritt langsam auf sie zu, legte ihr unseren Sohn auf den Arm und setzte mich zu ihr. Es gab da etwas, das mir schon lange auf dem Herzen lag und jetzt erschien mir der geeignete Zeitpunkt dafür. Ich tastete nach dem quadratischen Kästchen, welches sich in meiner Hosentasche befand und zog es raus.

„Bella!“, wisperte ich mit heiserer Stimme, „Liebling, ich finde keine passenden Worte dafür, wie viel du mir bedeutest, mein Engel. Du hast mich heute zum glücklichsten Mann der Welt gemacht, indem du unserem süßen Sohn das Leben geschenkt hast. Du ahnst nicht, was es mir bedeutet, dass wir jetzt eine Familie sind!“ Ich hielt inne, weil mir aufsteigenden Tränen die Kehle zuschnürten. Mich räuspernd fuhr ich fort. „Es gibt nur noch eines, was zum vollkommenen Glück fehlt.“

Ich setzte mich aufrechter hin und öffnete das Kästchen mit dem Ring  (2), den ich schon eine Weile bei mir trug.

Sie sah mich erstaunt an, denn damit hatte sie anscheinend nicht gerechnet. Eine erneute Heirat war zwischen uns noch kein Thema gewesen, doch ich wollte sie ganz zurück. Ich wollte sie als meine Ehefrau!

„Isabella Marie Swan“, begann ich mit fester Stimme, „wir haben in den letzten Monaten eine Menge zusammen durchgemacht. Du ahnst nicht mal ansatzweise, wie leid mir alles tut, doch du sollst wissen, dass ich zu keinem Zeitpunkt aufgehört habe dich zu lieben. Dass du mir verziehen hast, erschien mir wie ein Wunder und ich werde mein ganzes, restliches Leben damit verbringen dich glücklich zu machen.“

Sie lächelte bebend, sagte kein Wort, sondern hörte mir wie gebannt zu.

„Bella, ich wüsste nicht welcher Moment passender wäre, als dieser, um dir die folgende Frage zu stellen.“

Ich nahm den Ring und steckte ihn Bella an, die mich mit tränenverhangenen Augen ansah.

„Willst du mir die Ehre erweisen und zum zweiten Mal meine Frau werden?“, flüsterte ich, „Du würdest mich unendlich glücklich damit machen.“

Ein leises Schluchzen entwich ihr, doch Josh schien sich nicht daran zu stören. Er war an der Brust seiner Mutter eingeschlafen, ganz erschöpft von den Strapazen der Geburt.

„Oh Edward“, antwortete sie gebrochen, „Natürlich will ich dich heiraten. Ich liebe dich doch auch über alles. Nie wieder will ich von dir getrennt sein, das würde mich umbringen.“

Überwältigt presste ich meinen Mund auf ihren und wir versanken in einen liebevollen, sanften Kuss. Unser Sohn lag zwischen uns, schlief friedlich und ich fühlte mich noch nie im Leben so vollkommen, wie in diesem Augenblick.

(1)

(2)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen