Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 9 - Du hast mein Herz gestohlen!

Alice Pov

"Okay Mädels, für heute, habe ich euch genug geplagt", sagte unsere Trainerin.

Keuchend und schwitzend taumelte ich zu meiner Wasserflasche.
Oh Mann, Sport war wirklich  Mord!  Doch um in Form zu bleiben, unterzog ich mich einmal wöchentlich diesem Martyrium. Wenn man so klein war wie ich und noch dazu eine fatale Schwäche für Süßigkeiten besaß, war das regelmäßige Fitnessprogramm einfach notwendig.

Schnaufend und kurz vor einem Kollaps sank ich auf den Boden und setzte die Wasserflasche an. Gierig ließ ich das kalte Nass meine Kehle runterlaufen und erholte mich langsam von den Strapazen die uns die Trainerin zugemutet hatte.

"Hey Alice! Tiffany und ich wollen noch in diese neue Bar. Kommst du mit?"

Diese Frage kam von Jenny, einer süßen, lebenslustigen Rothaarigen, die zur selben Zeit wie ich in den Kurs eingetreten war. Jenny war furchtbar nett, für jeden Spaß zu haben und wir verstanden uns auf Anhieb blendend.

"Ich weiß nicht so recht", erwiderte ich, „ich bin wirklich müde und die passende Kleidung  habe ich auch nicht dabei. Es lohnt sich auch kaum extra deswegen nach Hause zu fahren. Vielleicht wäre es das Beste, wenn ich ein anderes Mal mitkomme. Es  würde heute zeitlich zu knapp werden."

"Diese Ausrede lasse ich nicht gelten!“, sagte sie bestimmt, „ Meine Wohnung ist nur zwei Blocks entfernt. Du kannst hier duschen und kommst dann mit zu mir. Es wäre doch gelacht, wenn wir in meinem gutgefüllten Kleiderschrank nicht das passende Outfit für dich finden."

Jenny war zwar nicht viel größer als ich, aber sie war vorne rum deutlich besser bestückt. Amüsiert blickte ich sie an.

"Du weißt schon, dass ich deine Oberteile nicht mal ansatzweise ausfüllen kann?"

"Ach was! Das ist doch alles geschummelt.  Den größten Teil meiner Oberweite verdanke ich meinem Pushup-Bh. So ein Teil wirkt wahre Wunder und macht ganz schön was her. Wenn die Oberteile ein bisschen locker sind, dann müssen wir eben ein bisschen nachhelfen."

Ich musste lachen. Wenn Jenny sich was in den Kopf gesetzt hatte war sie wie ein Güterzug. Einfach nicht mehr aufzuhalten! So gab ich mich also geschlagen und nickte zustimmend.

Bella war sowieso noch bei Edward und auch wenn sie versprochen hatte ihn zappeln zu lassen, glaubte ich keine Sekunde daran. Dafür liebte sie diesen Kerl einfach zu sehr.
Im Grunde war er kein schlechter Bursche, aber auch wenn ich ihn mochte, würde es mich nicht daran hindern ihm ordentlich die Leviten zu lesen, sollte er den Abend vermasseln. Aber sooo dumm war er auch nicht!

Es wurde Zeit das ich mich ein wenig ablenkte. Die ganze Zeit nur Jasper hinterher zu schmachten ohne Aussicht auf Erfolg war auch nicht das Wahre.

"Also gut ich komme mit."
"Juhu", rief Jenny und hüpfte auf und ab," Tiffy, sie kommt mit."

Tiffany war eine dralle, aber gutmütige Blondine und ließ sich nie aus der Fassung bringen. Sie stand ein Stück weit von uns weg und konnte nicht antworten, ohne über den ganzen Trainingssaal zu schreien.So hielt sie nur den Daumen hoch und grinste uns beide an. Nach einer erfrischenden Dusche, machten wir uns auf den Weg in Jennys Wohnung.

Jennys Kleiderschrank war tatsächlich eine wahre Fundgrube und für jemanden wie mich, der total auf Klamotten abfuhr, war er ein richtiges Schlaraffenland.
Nach einer halben Stunde entschied ich mich schließlich für ein hübsches lindgrünes Kleidchen, das meine zierliche Figur vorteilhaft unterstrich. Es fiel unterhalb der Brust fließend bis  zu meinen Knien. Der Brustbereich war gerafft und komischerweise, hatte ich überhaupt  kein Problem damit das Kleid auszufüllen. Jenny gestand mir schließlich verlegen, sie hätte das Kleid zwei Nummern zu klein gekauft, weil sie sich reinhungern wollte. So ein Schwachsinn!
Sie sah toll aus, so wie sie war. Es mussten ja nicht alle wie ein wandelndes Gerippe rumlaufen! Was hätte ich dafür gegeben, nicht so klein und schmächtig zu sein, dann würde Jasper mich vielleicht auch...
Aus Alice! Nicht wieder an ihn denken. Heute ist Jasper freie Zone.

Ich schaffte es tatsächlich, ihn aus meinen Gedanken zu verbannen.

Später betraten wir gestylt und fröhlich lachend die Bar. Wir hatten schon die Befürchtung den ganzen Abend stehen zu müssen, als sich an einem Vierertisch die Leute aufmachten, um zu gehen. Tiffy flog förmlich auf den Tisch zu. um ihn für uns zu besetzen und wir ließen uns erleichtert  in die Sessel sinken.

"Wow, das nenn ich mal Dusel", sagte Tiffy und sah sich um.

"Hier gibt es ja wirklich ein paar süße Kerle. Ich schwör euch Mädels, der Abend wird bombastisch."

Jenny war ganz aus dem Häuschen. Ich konnte ihre Begeisterung für die Männer im Raum nicht teilen, da  mein Herz  schon unwiderruflich vergeben war.
Tiffy, die etwas tiefgründiger als Jenny war, merkte meinen Stimmungsumschwung.

"Komm Alice wir gehen ein wenig Tanzen. Das bringt dich auf andere Gedanken."

Tanzen war meine Leideschaft. Wenn ich mich im Rhytmus der Musik bewegte. vergass ich alles um mich herum und ich ließ mich treiben. Mein Körper führte förmlich ein Eigenleben.
Einer meiner Ex- Freunde sagte mal, ich wäre süß und niedlich, aber wenn ich tanzte wäre ich eine totale Sexbombe.

Tiffy zog mich zur Tanzfläche und schon fingen wir an uns zu bewegen. Schon bald war ich wie im Rausch und merkte zu spät, dass sich so ein widerlicher Kerl,  von hinten an mich randrückte. Ich wich ihm aus und versuchte ihm aus dem Weg zu gehen. Vergeblich! Er kam mir ständig nach.

"Verdammt, kapierst du  nicht, dass ich nichts von dir will. Lass mich in Ruhe", schrie ich ihn an.

Er lachte nur.

"Ach jetzt hab dich nicht so. Du willst es doch auch."

Wieder griff er nach mir und ich schlug seine Hand weg.

"Sag mal welchen Teil von nein hast du nicht verstanden. Ich hab gesagt, dass du das lassen sollst."

Er lachte wieder und kam näher. Jetzt bekam ich es doch mit der Angst zu tun, denn niemand schien zu merken, dass ich bedrängt wurde. Tiffy konnt ich nicht mehr  in der Menge ausmachen und auch sonst, schien jeder mit sich selbst beschäftigt.

Abermals griff er nach mir, doch diesmal wurde er mit einem Ruck von mir weggerissen.

"Die Dame hat nein gesagt, du Wichser ", rief eine dunkle Stimme.

Ich traute meinen Augen nicht. Es war Jasper.

"Hey Alter, ich wusste nicht, dass das dein Mädchen ist. Aber du solltest der kleinen Schlampe mal sagen, dass sie nicht so mit dem Arsch wackeln soll, beim Tanzen. Was kann ich dafür, wenn ich dann scharf werde."

Jasper packte ihn am Hemdkragen und zog den deutlich kleineren Mann zu sich hoch. Der quickte vor Schreck unmännlich.

"Jetzt hör mir mal gut zu. Sie kann tanzen wie sie will. Das heißt nicht, dass sie für Abschaum wie dich Freiwild ist. Wenn ich dich noch einmal in ihrer Nähe sehe, brech ich dir sämtliche Knochen. Hast du mich verstanden?"

Der Kerl nickte feige und machte sich davon.

Jasper drehte sich zu mir und fragte sanft.

"Alles in Ordnung?"

Ich nickte und war völlig durcheinander. Was machte er hier?

Er trat einen Schritt auf mich zu und ich konnte ihn nur noch anstarren.
Er hatte mich gerettet. Er war hier. Er sah unglaublich aus.

"Willst du tanzen", lächelte er.

Außerstande, auch nur einen vernünftigen Satz rauszubringen, trat ich einfach auf ihn zu und ließ mich in seine Arme ziehen. Als hätte Amor persönlich es geplant, ertönten die Klänge eines romantischen Liebeslieds.
Zart drückte er mich an sich und ich grub überwältigt die Nase in sein Hemd. Er roch einfach unglaublich und seine leicht streichelnde Hand an meinem Rücken, verursachte die unwahrscheinlichsten Gefühle in mir. Nach einer Weile,  legte er seine warme Hand an meine Wange und hob mein Gesicht zu ihm empor.

"Bist du allein hier?"

"Nein...Nein...ich...ich bin mit ein...ein paar Freundinnen hier", erwiderte ich.
Warum musste ich in seiner Gegenwart nur immer stottern. Er  dachte bestimmt ich wäre eine Vollidiotin.

"Ich bring dich an deinen Tisch zurück."

Sicher führte er mich durch die Menge. Bald schon standen wir vor Tiffy und Jenny, die ihn interessiert musterten.

"Das ist Jasper Whitlock", stellte ich ihn vor.

"Oh, das ist also der Wunderknabe", stieß Jenny unüberlegt aus.

Gefrustet trat ich ihr auf den Fuß und weitete meine Augen, um ihr zu signalisieren, sie solle die Klappe halten. Jasper zuckte neben mir und verkniff sich mit aller Macht das Lachen. Das Lebe war so ungerecht!

Er fing sich schnell.

"Ladies, haben sie was dagegen, wenn ich Alice jetzt nach Hause bringe?"

Jenny die ihren Ausrutscher wieder gutmachen wollte, sagte eifrig.

"Aber natürlich können sie das. Alice sieht auch furchtbar müde aus."

Gefrustet verabschiedete ich mich. Es kam anscheinend niemand auf die Idee, mich zu fragen, ob ich das überhaupt wollte.

Minuten später saß ich in Jaspers Porsche und es  herrschte peinliches Schweigen.
Dann sprachen wir plötzlich gleichzeitig.

"Hör mal..."

Jasper lächelte und startete einen neuen Versuch.

"Du zuerst."

"Ich wollte dir nur für deine Hilfe danken in der Bar. Der Kerl fing wirklich an lästig zu werden."

Eine steile Falte bildete sich auf seiner Stirn, als er an den Kerl dachte.

"Dieser Mistkerl. Ich hätte ihn an Ort und Stelle vermöbeln sollen", wütete er, „ Ich glaube wir sind da.Soll ich dich noch hochbringen?“

Jasper begleitete mich nach oben.
Bella war noch nicht da und ich befand mich in einem Zustand äußerster Aufregung.  Würde er mich vielleicht wieder küssen? Bei dem Gedanken seine Lippen wieder zu spüren, wurde mir heiß und kalt zugleich.

An meiner Haustür sah er mich wieder mit einem Blick an, den ich nicht deuten konnte.

"Du wirst mich wieder küssen. Hab ich recht?"

"Oh Alice",  lachte er sanft, „ warte bis du gefragt wirst."

Unendlich verlegen schloss ich die Augen. Wie konnte ich damit nur so raus platzen?

Wie einen Hauch spürte ich dann doch seinen Mund an meinem. Er küsste mich unendlich zärtlich und seine Zunge liebkoste liebevoll die Meinige, nachdem er von mir eingelassen wurde.
Ein Gefühl so süß, dass es fast schon schmerzte,  durchzog meinen Körper. Wenn er gewollt hätte, ich würde ihm alles gegeben.
Mein Herz und meine Seele besaß er schon und es erschien mir nur richtig, dass ich ihm  auch den Rest von mir schenken würde. Wenn er mich wollte!

Gerade als ich mich drängender an ihn schmiegte, löste er sich von mir.

Er hauchte mir einen Kuss auf die Stirn und verschwand. Es schien fast, als würde er vor mir flüchten. Schwer atmend sank ich gegen die Haustür.  Wann würde ich endlich aus diesem Mann schlau werden?


Jaspers PoV
Ich flüchtete geradezu vor Alice zurück in meinen Wagen. Das hatte ich eigentlich nicht geplant, doch diese Frau machte mich langsam aber sicher wahnsinnig.

Wie ein gereizter Tiger lief  ich heute  Abend in meiner Wohnung hin und her und dachte ständig an Alice und an unseren Kuss. Das war einfach nicht richtig!
Meine Affären beschränkten sich ausschließlich auf den privaten Bekanntenkreis und ich fing grundsätzlich nie etwas mit einer Angestellten an. Sowas gab immer Ärger, denn ich mir ersparen wollte.  Außerdem entsprach sie gar nicht dem Typ Frau, den ich normalerweise bevorzugte. Sie war zu klein, zu schwarzhaarig, zu nervig
.
Aber ich wusste ich machte mir was vor.

Alice Brandon war die Frau, die ich mehr wollte, als irgendetwas anderes auf dem diesem Planeten.

Als ich sie vor einem Jahr kennenlernte fand ich sie tatsächlich etwas merkwürdig. Sie war wie ein Ausbund an guter Laune und hüpfte die ganze Zeit durch die Gegend. Das war doch nicht normal!

Doch nach und nach lernte ich ihr liebenswertes Wesen kennen und schätzen. Eine Frau wie sie gab es kein zweites Mal und es fehlte ihr völlig an Hinterlist und Falschheit.
Es war kaum zu glauben, dass es sowas heute noch gab, denn die Frauen, die ich bisher kannte, hatten alle was Berechnendes in ihrem Wesen und waren nur auf Geld aus.

Auf den zweiten Blick fand ich sie auch ihr süßes kleines Gesicht mit den großen grünen Augen sehr attraktiv. Und dann dieser Mund! Diese warmen vollen Lippen luden förmlich dazu ein, geküsst zu werden.
Ich stöhnte auf, weil ich merkte, dass mir die Hose eng wurde. Dies passierte mir zur Zeit ständig, weil ich meinen Körper absolut nicht mehr unter Kontrolle hatte, wenn ich an Alice dachte.

Ich begehrte sie wahnsinnig, doch Alice war zu schade, um das Opfer von einem  wie mir zu werden. Sie  verdiente so viel mehr, als eine flüchtige Affäre.
Kinder, einen liebevollen Ehemann! Doch das konnte ich ihr nicht bieten. Ich würde ihr nur das Herz brechen, wenn sie sich auf mich einließ. Das tat ich immer!

Doch als ich in der Bar sah, wie dieser Kotzbrocken sie bedrängte, explodierte ich fast vor Eifersucht. Sie gehörte mir!
So falsch es auch war, aber ich konnte mich einfach nicht von ihr fernhalten. Noch nie hatte ich mich von einer Frau so angezogen gefühlt. Weder körperlich noch geistig.

Ich begann mich in Alice Brandon zu verlieben und ich konnte nichts, rein gar nichts, dagegen machen.

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