Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 57 - Ein Albtraum wird wahr

Ein weiterer Blitz schlug irgendwo in der Nähe ein und die Gestalt wurde durch die plötzliche Helligkeit schemenhaft sichtbar. Sie war groß, sehr groß sogar und ich stieß einen markerschütternden Schrei aus.

„Bella, verdammt! Ich bin es, Dad!“

Das Herzrasen beruhigte sich augenblicklich, als ich die Stimme meines Vaters vernahm. Wieder knallte und donnerte es ohrenbetäubend über dem Haus und eine erneute Schmerzwelle erfasste meinen Körper. Stöhnend krümmte ich mich zusammen und sackte auf den Boden. Ich hielt mir den Bauch und versuchte meine Atmung zu beruhigen.

„Bella, oh mein Gott, ich bin so ein Trottel. Ich hätte mir doch denken können, dass du zu Tode erschrickst.“

Er kniete neben mir und schlang einen Arm um mich, half mir hoch und führte mich durch die dunkle Küche in das Wohnzimmer, wo er mich vorsichtig auf die Couch setzte. Der Schmerz ließ nach und ich konnte wieder einen klaren Gedanken  fassen.

„Daddy, oh Gott, ich dachte schon es wäre Edwards Schwester. Es hat so fürchterlich geknallt und ich hatte solche Angst“, schluchzte ich.

Mit meiner Selbstbeherrschung war es endgültig vorbei und alle Anspannung, die sich in den letzten zwei Wochen aufbaute, entlud sich in haltlosem Weinen. Verzweifelt klammerte ich mich an meinen Vater, war plötzlich wieder ein kleines Mädchen, das in seinen Armen Schutz suchte. Beruhigend strich er mir über den Rücken und tröstete mich, während er sich selbst dafür verfluchte, dass er ohne mir Bescheid zu sagen ins Haus kam.

„Kleines, es tut mir leid! Ich hätte anrufen sollen! Das letzte was ich wollte, war, dich zu erschrecken. Ich hatte ja noch deine Schlüssel und den Zugangscode für die Alarmanlage und bin einfach ins Haus rein, weil ich dich nicht wecken wollte. Ich habe gar nicht gemerkt, dass du in der Küche warst, sonst hätte ich mich irgendwie bemerkbar gemacht. Wo ist eigentlich Jake? Für einen Bodyguard hat er einen sehr tiefen Schlaf.“

Ich schniefte und richtete mich etwas auf, um mir die Nase zu putzen.

„Jake ist im Krankenhaus, Blinddarmdurchbruch!“, setzte ich erklärend hinzu.

„Heißt das etwa, du bist ganz allein hier im Haus?“

Ich nickte bestätigend und wartete auf das Donnerwetter, welches auch prompt folgte.

„Isabella Marie Swan, hast du völlig den Verstand verloren? Eine irre Psychopathin ist hinter dir her und du verbringst die Nacht alleine in einem Haus, das meilenweit vom nächsten Nachbarn entfernt liegt. Bist du noch zu retten.“

Ungläubig sah er mich an und ich fühlte mich wieder wie zehn, als ich beim spielen die Zeit vergaß und ein Mörderdonnerwetter von Dad kassierte, weil ich drei Stunden zu spät nach Hause kam. Obwohl ich jetzt erwachsen war, verloren seine Standpauken nicht ihre Wirkung und ich sah ihn schuldbewusst und kleinlaut an.

„Es tut mir leid, Dad“, sagte ich ehrlich, „mir wurde zu spät klar, dass es leichtsinnig und dumm ist, ohne Schutz hier zu schlafen. Immerhin hat Tanya mehrfach gezeigt, wie gefährlich sie ist. Ich schwöre dir, ich wollte mich gleich morgen früh um Ersatz für ihn kümmern.“

„Vergiss es, Bella. Ich lasse mich beurlauben und ziehe für das Erste zu dir ins Haus. Solange Edward nicht aus dem Gefängnis entlassen  wird, rühre ich mich nicht mehr von deiner Seite. Für die Außenanlagen besorge ich einen Wachposten, der auf das Haus und die Umgebung aufpasst. Dich kann man wirklich nicht  alleine lassen“, meinte er tadelnd und gleichzeitig liebevoll.

Erleichtert darüber, dass es mein Dad sein würde, der mir zur Seite stand, kuschelte ich mich wieder in seinen Arm und atmete tief ein und aus. Nach wenigen Sekunden spürte ich ein erneutes Stechen im unteren Bauchbereich, doch diesmal war es viel schlimmer, als vorhin in der Küche. Stöhnend hielt ich  mir den Bauch und Dad machte große Augen.

„Bells, Liebes, sag mir bitte, dass du jetzt nicht das Baby bekommst!“, schrie er panisch.

„Ich….ich…weiß nicht! “ ,erwiderte ich gepresst, „Es darf nicht sein, nicht ohne Edward. Dad, ich habe Angst! Ich will es nicht ohne ihn bekommen! Er freut sich doch so darauf, dass er dabei sein kann.“

Verzweiflung war deutlich aus meiner Stimme herauszuhören und Dad stand entschlossen auf.

„Ich bringe dich jetzt ins Krankenhaus. Sie müssen dich untersuchen und feststellen, ob es wirklich Wehen sind. Ich könnte mich dafür ohrfeigen, dass ich ohne vorherigen Anruf hier reingeplatzt bin. Was habe ich mir nur dabei gedacht?“, schimpfte er sich selbst.

Er half mir wieder auf und brachte mich vorsichtig ans Auto. Während  der Fahrt zur Klinik ließen die Schmerzen zwar nach, doch ich war besorgt, da es ja immerhin möglich war, dass die Wehen voll ausbrachen. Er fuhr in gemäßigtem Tempo in die Stadt, nicht ohne mir immer wieder prüfende Blicke zuzuwerfen. Die Situation war ihm nicht geheuer und die Aussicht, eventuell in wenigen Stunden Großvater zu werden, trieb ihm die Schweißperlen ins Gesicht. Ich versuchte nicht allzu panisch zu sein und redete mir gut zu, dass die Schmerzen allein auf der ungewohnten Stresssituation beruhten und nicht gleichbedeutend mit einer bevorstehenden Geburt waren.

In der Klinik brachte man mich erst mal in einen Behandlungsraum, wo man mich bat, auf dem Untersuchungsstuhl Platz zu nehmen. Dad wartete draußen und trieb wahrscheinlich sämtliche Schwestern in den Wahnsinn. Er wollte auch noch Mom anrufen, damit sie seine Sachen zusammenpackte, um sich für die nächsten Wochen in meinem Haus häuslich niederzulassen. Es dauerte nicht lange und die behandelnde Ärztin betrat den Raum und begrüßte mich freundlich.

„Hallo! Mein Name ist Melanie Thompson und ich bin ihre Ärztin. Ich habe gehört, der angehende Erdenbürger hat es eilig, auf die Welt zu kommen“, sagte sie ausnehmend freundlich, „dann wollen wir mal sehen. Ich werde Sie erst abtasten und dann die vaginale Untersuchung vornehmen. Versuchen Sie alles, um sich zu entspannen. Es ist gleich vorbei.“

Ich lehnte mich zurück, während Dr. Thompson meinen Bauch abtastete, anschließend etwas in ihr Patientenblatt eintrug und sich dann an die Untersuchung des Unterleibes machte. Sie führte dafür das Spekulum ein, welches sie nach kurzer Zeit wieder rauszog.

„Nun, Miss Swan! Der Muttermund ist leicht geöffnet. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder wir lassen es so wie es ist, oder wir setzen wehenhemmende Mittel ein. Es sind sogenannte Tokolytika, die den Geburtstermin um Tage oder sogar Wochen hinauszögern können. Dabei handelt es sich um Medikamente, die zu einer Erschlaffung der Gebärmuttermuskulatur führen, so  dass die Wehen nicht mehr auftreten und der Muttermund sich nicht weiter öffnet. Manchmal gelingt es, die wehenhemmenden Mittel in Zusammenhang mit strenger Bettruhe so erfolgreich einzusetzen, dass die Schwangerschaft bis zum errechneten Geburtstermin gehalten werden kann. Allerdings können diese Mittel  gegebenenfalls Nebenwirkungen wie Juckreiz, Hautausschlag, Übelkeit und einen Anstieg der Herzfrequenz  hervorrufen. Denken Sie in Ruhe darüber nach und lassen Sie mich wissen, wie Ihre Entscheidung ausfällt. Ich werde dann alles Nötige veranlassen.“

Sie ließ mich allein, damit ich mich wieder anziehen konnte und ich machte mir Gedanken darüber, was ich tun sollte. Doch eigentlich stand mein Entschluss schon fest. Ich würde dieses Baby nicht bekommen, ohne Edward. Da es jedoch noch dauern konnte,  bis er tatsächlich entlassen wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als die Geburt solange wie möglich hinauszuzögern. Nach ein paar Minuten kam Melanie Thompson zurück, um meine Entscheidung diesbezüglich zu hören.

„Nun, Miss Swan, was sollen wir machen?“

„Ich möchte mit der Geburt noch warten, bis der Vater des Kindes wieder da ist. Er wollte unbedingt dabei sein und auch ich möchte es auf keinen Fall ohne ihn zur Welt bringen. Ich schade dem Baby doch nicht damit?“

Sie schüttelte den Kopf und sah mich verständnisvoll an.

„Nein, wir werden Sie genau beobachten und Sie dafür stationär aufnehmen. Es ist strenge Bettruhe erforderlich und Sie werden bis zur Geburt hierbleiben müssen.“

Das erleichterte mich ungemein. Im Krankenhaus war ich rund um die Uhr von Menschen umgeben und abgesehen vom medizinischen Aspekt, war ich nirgends sicherer als hier. Doch wie ich Dad kannte, würde er sogar vor meinem Krankenzimmer eine Wache postieren.

„Soll ich gleich hierbleiben?“

„Ja, Se müssen nur noch zur Anmeldung und die nötigen Formulare ausfüllen. Sie wissen schon, der übliche Papierkrieg. Sie werden dann von einer Schwester auf Ihr Zimmer gebracht und alles weitere erfahren Sie morgen, bei der Visite.“

Nachdem diese Einzelheiten geklärt waren, ging ich raus zu Charlie, um ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er war beruhigt, dass er nicht den Geburtshelfer spielen musste und  brachte mich zu Anmeldung. Das Ausfüllen der Formulare brauchte nicht lange und ich wurde, nachdem ich mich von meinem Vater verabschiedete, in mein Einzelzimmer gebracht. Dr. Thompson verabreichte mir noch die erste Dosis des Mittels, versicherte mir, dass es zu keinerlei Schädigung des Kindes kommen konnte und ließ mich allein. Ich fühlte mich sicher und das Wissen, dass Edward die Geburt wahrscheinlich doch miterleben konnte, ließ mich traumlos, aber ruhig  schlafen.
Am nächsten Morgen kam es zu diversen anderen Untersuchungen. Die Schmerzen und die Wehentätigkeit  waren verschwunden und der Muttermund öffnete sich nicht weiter. Mir wurde strenge Bettruhe verordnet, nur eine Stunde am Tag durfte ich in Begleitung raus, um mir ein wenig die Beine zu vertreten. Ich rief sofort Alice an und erzählte ihr die Neuigkeiten, Edward würde von James informiert werden, da ich selbst keine Möglichkeit hatte ihn anzurufen. Er würde umkommen vor Sorge, da war ich mir sicher und wahrscheinlich Löcher in seinen Zellenboden laufen. Wie gern hätte ich ihn jetzt bei mir gehabt, denn ich brauchte ihn mehr als je zuvor.

Dad war mein erster Besucher und ließ mich von Mum grüßen, die schon unterwegs nach Seattle war. Sie ließ es sich nicht nehmen ihrer Tochter in dieser Situation beizustehen, außerdem vermisste sie meinen Dad wahnsinnig. Es war schon lustig, dabei zuzuschauen, wenn sie sich wie zwei verliebte Teenager aufführten. Seit sie vor ein paar Jahren wieder ein Paar wurden, waren sie wie aneinander geschweißt. Die zwei bekam man nicht mal mehr mit dem Brecheisen auseinander. Ich hatte nichts dagegen, dass Mum auch hier sein würde. Wir hatten schon immer eine sehr enge Bindung zueinander, die sich seit meiner Schwangerschaft nur noch verstärkte, auch wenn wir uns nicht so oft sahen, wie wir gerne wollten.

Sie kam am frühen Nachmittag in der Klinik an.   http://www.nwhospital.org/services/cbc_main.asp

Voll mütterlicher Sorge stürzte sie sich auf mich und erdrückte mich beinahe mit ihrer Liebe und Fürsorge. Dad betrachtete amüsiert seine beiden Frauen und bekam dafür prompt einen Klaps auf den Hinterkopf.

„Charles Swan!“, rief sie empört, „ Hör auf so zu grinsen, das ist eine todernste Angelegenheit. Das Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter, wenn sie kurz davor steht ihr Enkelkind auf die Welt zu bringen, ist kein Anlass zum grinsen, mein Lieber.“

Dad und ich sahen uns an, bis er Renée schließlich um die Hüfte packte, sie mit einem Ruck an sich zog und leidenschaftlich küsste. Als Mom wieder Luft holen konnte, lief sie puterrot an, eine Röte die sich noch verstärkte, als er ihr etwas, vermutlich sehr Unanständiges ins Ohr flüsterte.

„Charles!“, quiekte sie auf und ich musste seufzen.

Mir fehlten Edward und unsere Zärtlichkeiten.  Auch wenn sie von den Eltern waren, machten sie mich neidisch und mir wurde bewusst, was mir fehlte. Hoffentlich konnte James endlich etwas bezüglich der Anhörung erreichen. Ohne diese, konnte Edward nicht entlassen werden, es sei denn Peter wachte endlich auf und konnte bestätigen, dass es nicht Edward war, der auf ihn geschossen hatte. Grimmig dachte ich an Rebecca/Cassandra. Nur sie allein war schuld an diesem Unglück und das Mitleid, das in mir ausgebrochen war, nachdem wir von ihrer schrecklichen Kindheit erfuhren, löste sich in Luft auf. Pastor Hogan war in der Zwischenzeit verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt worden. Auch er wartete auf seine Verhandlung und würde wohl tatsächlich für viele Jahre ins Gefängnis müssen. Es meldeten sich mehr  und mehr Opfer von diesem Monster, die sich jetzt, nachdem endlich jemand Anzeige erstattet hatte, trauten den Mund aufzumachen. Hogan und seine Frau würden nie wieder die Gelegenheit  bekommen einem Kind etwas anzutun, dafür würden die Behörden sorgen.

„Mom, Dad! Hättet ihr vielleicht die Güte und hört damit auf,  euch abzuschlecken“, sagte ich gespielt genervt, „das ist ja nicht auszuhalten.“

Renée lachte nur und löste sich von ihrem Mann, der ihr noch einen liebevollen Klaps auf das Hinterteil verpasste, was ihm sogleich einen strafenden Blick einbrachte, dem er mit einem breiten Grinsen begegnete. Sie ignorierte ihn und wandte sich wieder mir zu.

„Liebes, dein Dad und ich bleiben in Seattle, bis sich das ganze Drama aufgelöst hat und du dein kleines Schätzchen im Arm halten kannst. Es ist nicht gut, wenn du allein bleibst, solange Edward noch im Gefängnis sitzt. Wir werden für dich da sein und dir unter die Arme greifen. Außerdem hast du gleich einen Housesitter für die Zeit, die du im Krankenhaus verbringen musst.“

„Oh Mom“, sagte ich gerührt, „ich  bin ja so froh, dass ihr hier seid. Edward fehlt mir so sehr und ich habe mich so allein gefühlt. Jetzt liegt sogar Jake im Krankenhaus und ich hatte schon Angst, irgendeinen Wildfremden als Beschützer engagieren zu müssen. Du glaubst nicht, wie froh ich darüber bin, dass Dad auf mich aufpasst.“

„Hättest du vor zehn Jahren noch gedacht, dass du sowas mal freiwillig sagen würdest?, fragte Charlie gutgelaunt.

Lächelnd verneinte ich.

Sie blieben bis zur Visite, um sich dann zu verabschieden. Dad hatte ja die Ersatzschlüssel für das Haus, welche wir mal bei ihm deponierten, für den Fall, dass unsere verloren gingen. Dr. Thompson war sehr zufrieden mit dem Verlauf meiner Behandlung und ich verspürte keinerlei Krämpfe mehr. Die Wehenhemmer schlugen voll an und sorgten dafür, dass mein kleiner Joshua seine Behausung in absehbarer Zeit nicht verlassen würde. Zärtlich strich ich über meinen mittlerweile riesigen Bauch. Niemals würde ich diese Verrückte in die Nähe meines Sohnes lassen und wenn es mich mein eigenes Leben kosten würde. Dieses wundervolle Wesen, das in meinem Bauch heranwuchs, verdiente den größtmöglichen Schutz und würde ihn auch bekommen. Ohne großen Appetit verspeiste ich mein Mittagessen, als mein Handy klingelte.

„Bella Swan“, meldete ich mich ruhig.

„Bella, Schatz, ich bin es Edward. Geht es dir und dem Baby gut? James erzählte mir, dass du stationär ins Krankenhaus musstest. Was ist denn passiert?“, fragte er völlig aufgelöst.

Ich konnte ihn förmlich vor mir sehen, wie er sich ständig, durch sein ohnehin schon verwuscheltes Haar fuhr und es noch stärker durcheinander brachte. Er machte sich bestimmt wahnsinnige Sorgen!

„Edward, es ist alles in Ordnung! Es handelt sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hatte vorzeitige Wehen, doch sie geben mir jetzt etwas, um die Geburt bis zum berechneten Termin hinauszuzögern. Ich will doch, dass du dabei bist“, schloss ich liebevoll.
Er seufzte leise.

„Ich habe mir solche Sorgen gemacht, das kannst du dir gar nicht vorstellen.“, sagte er, „Hör zu, mein Liebling! Es geht vorwärts. James versucht wirklich alles, um einen Richter dazu zu bewegen, die Anhörung vorzuziehen und wie es aussieht, hat er Erfolg.“

„Edward, ich kann sogar durch das Telefon hören, dass du grinst. Was ist denn so lustig?“

„Nun, wie es aussieht, hat der gute James einen Schlag bei Richterin Johnson, die er deswegen bearbeitet. Jetzt hat der Ärmste nur das Problem sich ihrer Avancen zu erwehren, immerhin ist sie zwanzig Jahre älter als er, sondern gerät auch bei Victoria in Erklärungsnot.“

„Oh!“, sagte ich, „Oh, das ist ja …..interessant. Aber sag mal, kann die Richterin nicht für befangen erklärt werden, wenn sie aus persönlichen Gründen heraus einfach eine Verhandlung vorverlegt.“

„Liebling, es ist wie überall auf der Welt. Man lebt nach dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“; antwortete er trocken.

„Na, wenn das mal gut geht: Aber es ist mir egal, wie du rauskommst. Hauptsache du bist bald bei mir, Liebling.“

„Es kann sich nur noch um wenige Tage handeln. Wenn ich aus dem Knast raus bin, lasse ich dich nie mehr aus den Augen. Ich kann es kaum erwarten, dich wieder in die Arme zu schließen und es ist qualvoll zu wissen, dass du mich jetzt nicht mehr besuchen kannst. Ich weiß wirklich nicht, wie ich das aushalten soll.“

„Ich weiß, was du meinst. Mir geht es doch nicht anders. Hoffentlich schafft James es schnell, dich rauszuholen.“

„Bella, ich muss aufhören, meine Gesprächszeit ist zu Ende. Ich liebe dich, vergiss das nie, mein Engel. Bald sind wir wieder zusammen. Bye, mein Schatz.“

Er legte auf und mir lief eine Träne aus dem Augenwinkel. Es tat so unendlich gut seine Stimme zu hören und doch, verstärkte sich dadurch meine Sehnsucht nach ihm ins Unermessliche. Traurig starrte ich die Wände des Zimmers an und döste den Rest des Tages vor mich hin. Alice besuchte mich gegen Abend und schaffte es, mich mit  lustigen Anekdoten zum Lachen zu bringen. Sie war wie immer lustig, doch merkte ich ihr die Sorge um mich deutlich an. Ich wollte sie nicht beunruhigen und lenkte sie mit Fragen über den Verlauf ihrer Beziehung mit Jasper ab. Sofort strahlte sie wie tausend Sonnen und schwärmte über ihr Glück mit dem Mann ihrer Träume. Lächelnd betrachtete ich meine Freundin und gönnte ihr dieses Glück von Herzen. Nach ca. einer Stunde verabschiedete sie sich und ich sah noch etwas fern, bis die Dunkelheit hereinbrach.  Müde schaltete ich den Fernseher aus, machte es mir so bequem wie möglich und versank in Träumen von Edward, bis ich  tatsächlich nach wenigen Minuten einschlief.

Irgendwas weckte mich und ich öffnete langsam die Augen. Zuerst sah ich überhaupt nichts, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Das wäre jedoch nicht nötig gewesen. Aus der Uhr im Zimmer, erklang ein regelmäßig wiederkehrendes Tick Tack, die Klimaanlage im Raum surrte zart, doch das war nicht das Einzige, was ich hörte. Außer mir atmete noch jemand hier im Raum! Ich versuchte zu erkennen, ob tatsächlich jemand hier war und kniff angestrengt die Augen zusammen. Das Geräusch des stetigen Ein-und Ausatmens war immer noch zu hören und es war nicht das Meine.

„Ist da jemand?“, fragte ich ängstlich.

Dann entdeckte ich in der hintersten Ecke des Raumes eine Person, die auf einem Stuhl saß. Nackte Angst kroch mir wie ein Parasit unter die Haut, als diese Person sich erhob und mit federleichten, lautlosen Schritten näher rückte. Was ich die letzten Wochen immer befürchtete, wurde jetzt bittere Wahrheit.

„Hallo Rebecca“, flüsterte ich mutiger, als ich mich fühlte, „oder spreche ich gerade mit Cassandra?“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen