http://www.youtube.com/watch?v=j4ubmBw6C6I
Wutentbrannt starrte ich meinen Mann an.
"Edward Cullen! Kannst du mir vielleicht verraten, was das eben sollt?"
Er hatte doch tatsächlich die Nerven und lächelte.
"Ich weiß nicht was du meinst."
"Ich hab es wieder gutgemacht! Dann kannst du meinen Anblick den ganzen Tag genießen," äffte ich ihn gekonnt nach.
Jetzt grinste er. Er war nicht im Geringsten verlegen darüber, dass ich seine Worte gehört hatte.
"Darling ich hab doch nur ein bißchen geflirtet," äußerte er lapidar.
Okay, das wars.
Meine ganze Unsicherheit, Traurigkeit und Wut der letzten Wochen, sammelte sich in mir an, um sich dann mit voller Wucht, auf meinen noch immer grinsenden Mann zu entladen.
Ich packte mit meiner linken Hand, den nächstbesten Gegenstand, in diesem Fall eine äußerst häßliche Vase und warf sie dann mit ganzer Kraft gegen Edward.
Der sah mit großen Augen zu und duckte sich gerade noch rechtzeitig, als die Vase nur wenige Zentimeter über seinem Kopf vorbeischoss. Sie zerschellte mit einem lauten Knall an der Küchentheke und die Scherben fielen klirrend zu Boden.
"Sag mal spinnst du," schrie er aufgebracht.
"Ich spinne.... Ich soll spinnen, du arroganter Schnösel. Du bist doch derjenige, der sich mit seiner Kollegin, über mich lustig macht."
Noch nie war ich so wütend gewesen. Seine Worte waren so verletzend und ich fühlte mich vorgeführt. Wenn ich nur an sein Lachen dachte, als er sagte, er hätte es ja wieder gut gemacht bei mir. Tanya war nicht dumm. Sie wußte, was das hieß, nämlich, dass der große Edward Cullen, sein kleines Frauchen mit Sex besänftigte. Als wär ich eine Nymphomanin. Das war so demütigend und er lachte auch noch darüber.
Bei dem Gedanken, wurde ich schon wieder sauer. Mächtig sauer.
Mittlerweile stand ich neben dem Küchentisch und griff nach dem daraufliegenden Teller.
" Wenn du sowieso glaubst, dass ich spinne, dann macht es dir doch sicher nichts aus, wenn ich dich als Zielscheibe benutze?" wütete ich und warf auch den Teller nach ihm.
Edward duckte sich wieder rechtzeitig und sah zu, wie auch der Teller zu Bruch ging.
Gerade wollte ich nach der Tasse greifen, als er urplötzlich vor mir stand, meine Arme packte und sie hinter meinem Rücken festhielt.
" Das reicht jetzt. Das Geschirr kann nichts dafür, dass ich mich daneben benommen habe," wisperte er in mein Ohr und blies seinen heißen Atem hinein.
Ich erschauerte wohlig.
Nein, Bella, sagte ich mir, du darfst jetzt nicht nachgeben.
"Du hast recht. Es ist nur schade, dass es zu Bruch gegangen ist, ohne, dass es sein Ziel getroffen hat," erwiderte ich bockig.
Sein Grinsen wurde noch breiter.
"Ich wußte gar nicht, dass du so temperamentvoll bist," flüsterte er mir ins Ohr und biß mir ins Ohrläppchen.
Tief durchatmen,, Bella, nicht einwickeln lassen.
"Wenn du mehr Zeit zu Hause verbringen würdest müßtest du dich nicht darüber wundern," sagte ich plötzlich ernst geworden. Meine Wut war verraucht, zurück blieb nur eine gewisse Traurigkeit, die sich in meinem Blick wiederspiegelte. Edward erwiderte den Augenkontakt, seufzte schwer und ließ mich los. Frustriert fuhr er sich durchs Haar.
"Bella, hör zu. Es tut mir leid, okay? Ich habe nicht nachgedacht, als ich das sagte. Glaub mir, ich wollte dich nicht verletzten. Nichts liegt mir Ferner. Schau, ab und zu flirte ich mit Tanya, aber das ist mehr spielerisch, da ist absolut kein Ernst dahinter. Ich versteh mich halt gut mit ihr. Im Moment ist alles so angespannt. Die Verhandlung läuft nicht und die Presse sitzt uns ständig im Nacken. Da tut es manchmal einfach gut, ein paar lockere Worte zu wechseln."
"Aber auf meine Kosten, Edward," rief ich, nun wieder etwas lauter. Ich hielt inne und sammelte mich.
"Hör zu, ich will mich nicht streiten. Ich glaube dir, wenn du sagst, da wäre nichts weiter. Aber versetz dich mal in meine Lage. Es war demütigend für mich. Außerdem bin ich dadurch einfach verunsichert. Wie würdest du dich fühlen, wenn ich so, mit einem anderen Mann reden würde. Hinzu kommt, dass wir uns fast nur noch streiten, wenn wir uns sehen. Edward, wir entfernen uns immer mehr voneinnander. Ich habe Angst, dich zu verlieren!"
"Das wirst du nicht," flüsterte er sanft und nahm mich in den Arm. Fest drückte er mich an sich und begann mich liebevoll zu küssen. Als wir immer leidenschaftlicher unsere Lippen und Zungen verschmelzen ließen, klingelte sein Handy.
Irgendwann würde ich dieses Ding in irgendeinem See versenken! Er löste sich von mir und nahm das Gespräch an.
"Schatz, es tut mir leid, aber ich muss jetzt wirklich los. Hör zu, reservier für heute Abend einen Tisch im Angellini. Da können wir in Ruhe miteinnander reden und alles klären. Wir sprechen uns richtig aus. Wie findest du das?"
"Das wäre schön," antwortete ich, wieder weich geworden. Ich konnte ihm einfach nicht widerstehen.
"Bis heute Abend," flüsterte er und küsste mich zart auf den Mund.
Als er weg war, machte ich mich, summend fertig für die Arbeit. Ich schöpfte neue Hoffnung, dass wir die Differenzen der letzten Wochen aus der Welt schaffen konnten.
Nach einer erfrischenden Dusche, ging ich erst mal in die Küche, um die Spuren meines Wutanfalls zu beseitigen. Jetzt schämte ich mich für mein Verhalten. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so die Kontrolle über mich verloren. Aber es war auch unheimlich befreiend gewesen. Die ganzen Wochen fraß ich alles in mich rein. Der Druck war jetzt weg und ich musste zugeben, ich fühlte mich gut.
Die Küche war nach wenigen Minuten wieder blitzeblank und ich schmiss die Scherben in den Mülleimer.
Ich musste kichern. Diese Vase hatte ich schon immer gehaßt. Dieses häßliche Ungetüm, war ein Geschenk von Edwards Onkel Peter gewesen.
Ich kicherte wieder. Die Betonung lag auf "gewesen".
Später stand ich vor meinem Kleiderschrank und zog eine einfache dunkelblaue Jeans und eine dunkelgrüne tallierte Bluse hervor. Gott sei Dank, musste ich mich für den Verlag nicht so aufbrezeln. Fertig angezogen und dezent geschminkt, schnappte ich mir meine Handtsche und ging beschwingt zu meinem Wagen.
Als ich beim Verlag ankam, sah ich schon meine Kollegin und gleichzeitig beste Freundin Alice, vor der Eingangstür stehen.
Mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen, ging ich auf sie zu und hakte mich bei ihr unter.
"Guten Morgen, Bella. Woher denn plötzlich die gute Laune?" fragte sie mich erstaunt.
Sie wußte von meinen Problemen mit Edward und meine Laune war in den letzten Wochen wirklich mies gewesen.
Ich war also nicht überrascht über ihr Erstaunen.
Ich erzählte ihr die Kurzversion der Ereignisse und sie musste herzlich lachen.
"Entschuldige,aber ich stelle mir gerade vor, wie du die Vase nach Edward wirfst. So kenn ich dich ja gar nicht."
Doch dann wurde sie wieder ernst.
"Trotzdem war es gemein von ihm, solche Dinge zu sagen," fügte sie noch hinzu.
Ich stimmte ihr zu. Nach wenigen Minuten hatten wir unser Büro erreicht, das wir uns teilten. Ich hätte auch von zu Hause aus arbeiten können. Aber hier war ich deutlich produktiver.
Wir setzten uns an unsere Schreibtische und machten uns an die Arbeit. Wir waren beide ganz vertieft, in unsere Texte, als eine melodische Stimme erklang.
"Guten Morgen, Ladies. Wie sieht es mit den Abgabeterminen aus? Schafft ihr die?"
Es war Jasper Whitlock, unser Chef. Ich verdrehte lächelnd die Augen, als ich den verklärten Blick, meiner Freundin bemerkte. Seit Jasper, vor einem Jahr, den Verlag von seinem Vater übernommen hatte, war sie in ihn verliebt.
Er sah auch wirklich gut aus mit seinem blonden Haar, den blauen Augen und dem hochgewachsenen, muskulösen Körper. Er überragte Alice um mindestens dreißig Zentimeter. Leider war es einen einseitige Liebe, denn Jasper Whitlock, war ein Casanova, wie er im Buche stand. Er hatte eine gewaltige Schwäche für große, langbeinige und kühle Blondinen. Da passte die kleine,
schwarzhaarige und so warmherzige Alice, so gar nicht, in sein Beuteschema. Und doch, lag manchmal, so ein liebevolles Funkeln in den Augen, wenn die kleine Fee in den Raum schwebte.
"Wir werden pünktlich abgeben, wie immer," antwortete ich für uns beide.
Alice brachte keinen Ton raus und saß mit brennenden Wangen vor ihrem Bildschirm. Er grinste in ihre Richtung und wieder trat ein warmer Ausdruck in seinen Blick. Interessiert sah ich zu, wie er zu Alice ging und sich über ihre Schulter beugte, um auf ihre Bildschirm zu schauen. Alice zuckte zusammen und versteifte sich. Bella seufzte. So würde das nie was werden! Sonst war sie doch auch nicht schüchtern.
"Wie ich sehe, haben sie ihre Schreibblockade überwunden, Miss Brandon," sagte Jasper und lächelte sie an.
"Mmhm,...ja... also...ja ich ich denke schon," stotterte sie und wurde noch röter. Ein leises Lachen entfuhr ihm und er zwinkerte ihr unverschämt zu.
Was war denn das? Alice sah auf jeden Fall so aus, als würde sie, jeden Moment in Ohnmacht fallen.
"Also dann, Ladies. Ich brauche die Geschichten, bis spätestens morgen Abend."
Mit einem letzten tiefen Blick in Alice` grüne Augen, verschwand er aus dem Raum. Sie legte ihre Stirn auf die Tischplatte.
"Oh Bella, ich bin ja so dämlich," jammerte sie," da ist er mal nett zu mir und ich stotter nur rum."
Schmunzelnd betrachtete ich meine beste Freundin.
"Mach dir nichts draus. Ich glaube, er fand es niedlich."
"Meinst du," fragte sie zweifelnd.
"Ich weiß es," erwiderte ich überzeugt, " ich hab gesehen, wie er dich anschaut. Glaub mir, der Kerl empfindet was für dich."
"Ja, wahrscheinlich grenzenloses Mitleid, weil ich mich in ihn verliebt habe," sagte sie ungewohnt sarkastisch.
Ich erwiderte nichts darauf. Sie war im Moment, nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Der Rest des Tages verlief ereignislos.
Zuhause, machte ich mich hübsch, für Edward. Ich trug ein dunkelblaues Kleid, da er die Farbe an mir mochte und schminkte mich auch aufwendiger als sonst. Da ich rechtzeitig losfuhr, saß ich pünktlich im Restarant und wartete auf die Liebe meines Lebens.
Als er um halb zehn, immer noch nicht da war, fragte mich der Kellner, ob ich schon bestellen wolle. Fest überzeugt davon, dass er sich nur verspäten würde, lehnte ich ab. Ich versuchte ihn auf seinem Handy zu erreichen. Fehlanzeige! Sein Büro sagte, er hätte mit Tanya Denali, vor einer Stunde die Kanzlei verlassen. Nach einer weiteren halben Stunde, wurde selbst mir klar.
Er würde nicht kommen!
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