Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 21 - Unabhängig

Bella PoV

Aufatmend stieg ich aus dem Fahrstuhl. Die letzte Begegnung mit Edward hatte mich meine letzten Nerven gekostet. Sein wilder Kuss brannte noch auf meinen Lippen und immer noch durchströmte Erregung meinen gepeinigten Körper.

Es hatte meine ganze Kraft gekostet ihn von mir zu stoßen, obwohl ich liebend gern seinem Drängen nachgegeben hätte. Aber als ich Tanyas Parfum an ihm roch, kam alles in mir hoch. Sein mangelndes Vertrauen, seine absolute Überzeugung, ich hätte ihn betrogen.

Genug war genug. Er durfte nicht mehr mit meinen Gefühlen spielen. Es war seine Entscheidung gewesen mich aus seinem Leben zu streichen, also mußte er auch mit den Konsequenzen leben.
Was hatte er denn eigentlich erwartet?

Dass ich einfach zehn Minuten nach Beendigung unserer Ehe Sex in einem Fahrstuhl wollte. Mit Ihm?!
Kopfschüttelnd wollte ich das Gebäude verlassen als eine Stimme mich zurückhielt.

"Bella, warte einen Augenblick!"

Ich drehte mich leicht und entdeckte Peter der schnellen Schrittes auf mich zu kam. Etwas außer Atem blieb er vor mir stehen.

"Peter, ist noch irgendwas unklar? Ich dachte, es wäre jetzt alles unter Dach und Fach!"

"Das ist es auch. Ich wollte nur nach dir sehen. Edward ist wie ein Irrer hinter dir hergejagt, und ich hab mir einfach Sorgen gemacht. Ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst etwas mitgenommen aus."

Gerührt blickte ich ihn an.

"Nein, es ist alles in Ordnung. Edward und ich hatten noch was zu klären. Ich denke, wir wissen jetzt beide woran wir sind. Zumindest ich habe ihm meinen Standpunkt klargemacht. Es ist wirklich lieb von dir, dass du dich sorgst. Das hätte ich wirklich nicht erwartet."

Meine Worte entsprachen voll und ganz der Wahrheit. Peter wäre der letzte gewesen, von dem ich Mitgefühl erwartet hatte. Jahrelang war er mir eher kühl begegnet und plötzlich schien er wirklich um mein Wohl besorgt.

Er sah mich lächelnd an. Er hatte wie alle Cullen Männer dieses umwerfend charmante und schiefe Grinsen, wobei Edward dieses bis zur Perfektion beherrschte. Schon wieder Edward... Würde das denn nie aufhören?

Peter schien meinen inneren Konflikt zu bemerken.

"Hör zu, ich hab mir gedacht ,ich könnte dich heute abend zum Essen ausführen. Du solltest heute nicht allein bleiben. Vielleicht hilft es dir ja mit mir zu reden. Immerhin steh ich der Sache objektiver gegenüber, als deine Freundin. Und das Edward und ich nie das engste Verältnis zueinander hatten, weißt du ja. Also was hältst du davon?"

Er lächelte gewinnend, doch ich zögerte noch. Was sollte das werden wenn es fertig war? Nie hatte er sich für mich interessiert und diese plötzliche Aufmerksamkeit machte mich stutzig.

"Warum tust du das Peter? Ich meine, du warst nie besonders nett zu mir. Dieser plötzliche Sinneswandel wundert mich schon."

"Ich weiß, es muss merkwürdig für dich sein. Aber ich will dir wirklich nur helfen. Du hast so eine Behandlung nicht verdient und ich halte meinen Neffen für den größten Idioten der in Seattle rumläuft. Sieh es einfach als eine Möglichkeit, Tanya eins auszuwischen. Sie wird sich grün ärgern, wenn sie erfährt, dass du mit mir ausgehst. Sie glaubt, sie hätte alle Cullen-Männer in der Tasche."

Ich mußte lachen.

"Na gut, das ist ein Argument, dem ich mich nicht verschließen kann. Wir treffen uns um neun im Angellinis. Und sei pünktlich" ,scherzte ich.

Ich drehte mich auf dem Absatz um und ließ einen etwas überrumpelten Peter hinter mir.


Auf dem Parkplatz sah ich schon Alice vor meinem Wagen stehen.

"Oh Alice, wie lieb, dass du da bist. Auch wenn ich gesagt habe, dass ich das allein durchstehen will, bin ich doch froh das du hier bist."

Sie schloß mich in die Arme.

"Hey, das ist doch Ehrensache. Ich werde dafür Sorgen, dass du nicht auf trübe Gedanken kommst. Schau Liebes, ich habe den ganzen restlichen Tag schon durchgeplant."

Ich legte den Kopf schräg und sah sie skeptisch an.

"Was meinst du damit?"

"Wir schauen uns deine neue Wohnung an" ,rief sie triumphierend.

Verdattert sah ich sie an.

"Was denn für eine Wohnung?"

"Ich habe einen Termin mit einer Marklerin ausgemacht. Die Wohnung ist toll. Du musst sie dir ansehen. Genug Platz für dich und den Knirps."

Sie hatte die Worte noch nicht ganz ausgesprochen, als ich aus dem Augenwinkel sah, wie Edward das Gerichtsgebäude verließ. Er bemerkte mich sofort. Demonstrativ legte er einen Arm um Tanyas Schulter, um sie an sich zu ziehen. Prompt schmiegte diese sich eng an ihn und lächelte strahlend zu ihm auf.

Ich straffte meine Schultern, ich würde mich nicht provozieren lassen. Beruflich würde ich neu durchstarten, ich stand kurz davor, dass erste Mal eine Wohnung ganz für mich zu haben und ich würde bald Verantwortung für ein kleines Lebewesen haben. Nie wieder wollte ich das Anhängsel eines Mannes sein. Neun Jahre hatte ich zurückgesteckt und was hatte ich davon? Gar nichts. Es hatte nichts genutzt!

Jetzt würde ich mein eigenes Leben führen und endlich unabhängig sein. Stolz hob ich meinen Kopf und sah ihm fest in die Augen. Edward Cullen würde mir nie wieder weh tun!

Später am Abend saß ich Peter im Restaurant gegenüber. Als er die Speisekarte überflog, nutzte ich die Gelegenheit um ihn ausführlich zu mustern. Er war der jüngste Bruder der Cullens. Edwards Vater war der Älteste gewesen, danach kam Carlisle und schlußendlich Peter.

Er war mit seinen 43 Jahren immer noch ein ungemein attraktiver Mann. Ich hatte in den letzten Jahren etliche Frauen an seiner Seite kommen und gehen sehen. Doch keine konnte seine Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum fesseln.

Dass er mir auf einmal soviel Interesse entgegenbrachte, verwirrte mich zunehmend. Es war mit Sicherheit keine so gute Idee. den Kontakt mit ihm zu vertiefen. Ich war jetzt in der 12 Schwangerschaftswoche und lange würde ich es nicht mehr verbergen können. Ob ich Peter wirklich soweit vertrauen konnte, dass er dichthielt, wusste ich nicht. Zwar standen Edward und er sich nicht besonders nahe, aber man wußte ja nie.

Nachdem wir beide bestellt hatten lehnte er sich zurück und lächelte mich an.

"Du fragst dich bestimmt, was das hier soll?"

"Um ehrlich zu sein. Ja... Wieso suchst du meine Nähe Peter? Die ganze Jahre über hatte ich den Eindruck, dass du mich nicht magst. Ich hatte sogar geglaubt,, dass du Luftsprünge machst wenn du von unserer Trennung erfährst."

"Tja, die hab ich auch gemacht, Bella. Aber aus einem völlig anderen Grund."

Er sah mich ernst an und legte seine Hand auf meine.

"Ich weiß es ist unpassend so kurz nach der Scheidung und ich weiß auch, dass du schockiert sein wirst. Aber ich konnte es keinen einzigen Tag mehr aushalten, ohne dir die Wahrheit zu sagen."

"Wovon sprichst du Peter" ,flüsterte ich. Mir war natürlich klar was er meinte, trotzdem hatte ich Angst er würde es aussprechen. Eindringlich sah er mir in die Augen.

"Bella, ich liebe dich! Und das schon seit dem Tag, als ich dich kennenlernte. Deswegen war ich auch so kühl zu dir. Ich wollte nicht das jemand etwas merkte. Du warst noch so blutjung, aber für mich warst du das vollkommenste Wesen, dass ich je erblicken durfte. Und du bist es noch. Ich weiß, dass du nicht daselbe fühlst und das erwarte ich auch nicht. Aber lass mich für dich da sein. Lass mich einfach nur dein Freund sein! Ich möchte dich nicht bedrängen. Vielleicht kannst du mich eines Tages auch ein bisschen lieben. Ich wäre dir ein guter Mann."

Erschüttert sah ich ihn an.Konnte es denn wirklich sein, dass er mich all die Jahre heimlich geliebt hatte.

"Peter, ich... ich...bin sprachlos. Du weißt, dass ich immer noch Edward liebe, das kann ich nicht einfach abschalten. Vielleicht kann ich das nie. Es wäre nicht fair dir Hoffnungen zu machen."

Plötzlich lächelte er jungenhaft und wirkte dadurch viel jünger. Er sah wirklich gut aus, mit seinen schimmernden grünen Cullen-Augen und dem nachtschwarzen Haar, mit den leicht grauen Schläfen. Der Alterunterschied war nicht gravierend, obwohl er natürlich nicht unbeträchtlich war. Doch heutzutage war dies das kleinste Problem. Trotzdem würde ich mich nicht gleich wieder Hals- über Kopf in eine neue Beziehung stürzen, schon gar nicht mit seinem Onkel.

"Nun du bist nicht in Ohnmacht gefallen. Das gibt mir Hoffnung. Ich kann sehr hartnäckig und charmant sein, wenn ich will. Du brauchst wirklich nichts zu sagen. Ich habe neun Jahre gewartet, ich kann mich noch länger gedulden. Es lohnt sich."

Bei seinen Worten wurde ich unwillkürlich rot, als ich seinen heißen Blick bemerkte mit dem er mich musterte. Flirten konnte er ja schon und wäre Edward nicht so tief in meinem Herzen verwurzelt, hätte ich schon schwach werden können.

Er sprach das Thema nicht mehr an, und als die erste Verlegenheit weg war, konnte ich mich sogar amüsieren.Es war zumindest besser, als daheim zu sitzen und mir wegen der Scheidung die Augen aus dem Kopf zu heulen.

Peter war ein amüsanter Unterhalter und lenkte mich erfolgreich ab. Noch Stunden später, als ich schon längst im Bett war, gingen mir seine Worte nicht aus dem Kopf. Wie konnte ich nur all die Jahre nichts merken?



Edwards Pov

Schlechtgelaunt saß ich in meinem Büro und ließ mich vollaufen. Die Scheidung und auch Bellas Worte im Fahrstuhl setzten mir zu. Natürlich war es nicht richtig gewesen, sie einfach zu küssen. Aber als sie so vor mir stand, konnte ich mich nicht mehr zügeln. Ich hätte gemordet, um ihre Lippen zu spüren.

Stöhnend ließ ich den Kopf auf meine Hände sinken, die Ellbogen auf dem Schreibtisch aufgestützt.
Gott, ich vermisste sie so unendlich. Ihre Wärme und ihren unnachahmlichen Duft. Ihr Lachen fehlte mir, oder wie sie tadelnd die Augenbraue hochzog, wenn ich mal wieder Mist gebaut hatte. Ich verfluchte mich dafür das ich nicht von ihr loskam. Sie hatte mich betrogen!

Nach dem Eklat im Hotel hätte ich sie beinahe noch um ein Treffen gebeten. Mir waren doch Zweifel gekommen, an James Version der Geschichte. Sie war seit neun Jahre an meiner Seite. Wie konnte ich da auf James vertrauen? Ich wollte noch mal in Ruhe mit ihr reden, auch Tanya meinte, ich hätte überreagiert. Sie bot mir an James Büro auszuräumen und und ich überließ ihr diese Aufgabe nur zu gern. Als ich schon drauf und dran, war Bella anzurufen, kam Tanya mit leidvoller Miene zu mir. Wortlos legte sie mir Bellas Lippenstift auf den Schreibtisch. Der Hörer entglitt meinen Händen und ich sah auf den letzten Beweis für ihre Untreue.Sie hatte mich im Stich gelassen, wie einst meine Mutter.
Ich rief Bella nicht an.

Jetzt war ich also wieder ein freier Mann. Ein bitteres Lachen schüttelte meinen Körper und ich kippte den Whiskey runter. Ich war schon leicht beebelt, als die Tür aufging und Tanya eintrat. Sie sah mich mitleidig an und kam geschmeidig auf mich zugelaufen.

"Oh Edward", hauchte sie," ich kann es nicht ertragen, dich so zu sehen. Das ist sie nicht wert. Du musst jetzt nach Vorne sehen. Ein Mann wie du, sollte nicht einer Frau hinterher trauern, nicht wenn er soviele andere haben könnte."

Sie war jetzt ganz nah bei mir und streichelte meinen Nacken. Wohlig seufzte ich auf. Ja, ich sollte wirklich vergessen. Bella wollte mich nicht. Warum sollte ich noch Rücksicht nehmen?

Mit einem Ruck zog ich Tanya auf meinen Schoß und sah sie an. Sie schenkte mir ein wissendes Lächeln und senkte den Kopf einladend. Ich packte sie am Nacken und zog brutal den Kopf zu mir. Unbeherrscht küsste ich sie. Ich wollte vergessen!

Keine Sekunde wollte ich mehr an meine süße Bella denken.

Wir küssten unsund ich fing an andere Dinge wahrzunehmen. Ihr Haar war weich, aber nicht so weich und duftend wie Bellas. Ihr Atem schmeckte zwar nach Minze, aber nicht so frisch und lieblich wie Bellas.

Ihre Brüßte waren größer und fühlten sich hart an, als ich sie umfaßte. Waren die etwa nicht echt? Ihr Mund küsste härter, er war nicht so weich und nachgiebig wie der meiner Ex-Frau. Keuchend stieß ich Tanya von mir. Es fühlte sich so falsch an.

"Es tut mir leid. Ich hatte mich einen Moment nicht im Griff. Es wird nicht wieder vorkommen, denn es wäre nicht fair, dich zu benutzen. Ständig muss ich an sie denken und mit einer anderen Frau zu schlafen, wird das nicht ändern. Ich möchte unsere Freundschaft nicht gefährden. Sei mir nicht böse, ich wollte dich nicht vor den Kopf stoßen."

Tanya sah mich mit einem undefinierbaren Blick an.

"Ist schon gut Edward. Es ist wohl noch zu früh. Ich werde dich jetzt heimfahren, denn du bist dazu nicht mehr in der Lage."

Dankbar hängte ich mich bei ihr ein. Auf Tanya war eben Verlass!

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