Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 10 - Erkenntnise

Bellas PoV

Edward und ich verließen engumschlungen das Kino. Von dem Film hatten wir rein gar nichts mehr mitbekommen, aber das störte uns herzlich wenig. Wir tauschten während der ganzen Zeit heiße Küsse aus und konnten einfach nicht genug vom anderen bekommen.

Das Gefühl wieder vereint zu sein, war so berauschend und schön, dass wir beide unser Grinsen, gar nicht mehr loswurden.

Zärtlich lächelte er mich an, während wir langsam zum Volvo liefen.

"Wann kommst du wieder nach Hause?"

Ich überlegte wie ich ihm schonend beibringen sollte, dass ich keineswegs die Absicht hatte, gleich wieder nach Hause zu kommen. Auch wenn wir einen wunderschönen Abend miteinander verbrachten und ich mir seiner Liebe auch wieder sicher war, konnte und wollte ich nicht so schnell wieder zurückgelaufen kommen.
Sonst würde er mich nie wieder ernst nehmen! Er konnte nicht immer seinen Charme benutzen, um Schadensbegrenzung zu betreiben.

"Edward ich werde noch einige Tage bei Alice bleiben", sagte ich fest.
Es war das Beste, nicht lange um den heißen Brei herumzureden.

Er sah mich scharf an. Mit so einer Reaktion hatte er wohl nicht gerechnet.

"Ich dachte, es wäre alles geklärt. Warum willst du noch bei Alice in dieser Schuhschachtel leben."


"Alice Wohnung ist sehr schön, auch wenn sie klein ist. Vielleicht erinnerst du dich nicht daran, aber unsere erste Wohnung war auch nicht viel größer. Seit wann bist du so überheblich?"
Schuldbewusst biss er sich auf die Lippe.

"Entschuldige, ich bin ein Idiot. Es war nicht so gemeint wie es klang."

"Das ist einer der Gründe, warum ich noch nicht zurückkommen werde. Du glaubst, du kannst mir einen schönen Abend bescheren und dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über. In ein paar Wochen sind wir wieder da,  wo wir gestern waren und  das will ich nicht, Edward. Ich liebe dich wirklich über alles, aber wir sollten ein paar grundlegende Punkte klären, die unsere Ehe betreffen."

"Und die wären," fragte er.

Ich atmete tief ein. Mittlerweile standen wir vor dem Wagen, aber keiner machte Anstalten einzusteigen. Die nächsten Minuten würden entscheidend  sein, für den weiteren Verlauf unserer Beziehung, das war uns beiden klar.

"Edward, ich weiß deine Arbeit ist dir sehr wichtig. Aber in den letzten Wochen und Monaten hat das ganze überhand genommen. Nie warst du Zuhause, du hast mich kaum beachtet."

Er wollte was sagen, doch ich brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.

"Nein, bitte lass mich ausreden!  Wenn unsere Ehe funktionieren soll, muss sich das ändern. Ich weiß, du wirst nie fixe Arbeitszeiten haben und länger im Büro sein als andere. Ich verlange auch nicht, dass du Abends punkt sechs zu Hause bist. Aber es wäre schön, wenn du ein bisschen mehr Zeit für deine Frau erübrigen könntest. "

Er sah mich überrascht an und legte dann die Hand an meine Wange.

"Ist das alles", fragte er sanft.

"Nein", ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, „ ich will wissen, was das tatsächlich zwischen dir und Tanya ist. Das geht doch über ein normales, kollegiales Verhältnis hinaus. Ich will wissen, wie weit es zwischen euch geht?".

Er seufzte schwer und wich einen Moment meinem Blick aus.

"Lass uns ins Auto steigen. Ich werd versuchen, es dir zu erklären."

Wir saßen uns schließlich gegenüber und nur das Mondlicht erhellte das Wageninnere.
Wieder fuhr er sich durchs Haar, das machte er nur wenn er nervös oder unsicher war.
Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als ich auf seine nächsten Worte wartete.

"Also ich möchte zuerst klarstellen, dass ich keineswegs eine Affäre mit Tanya habe oder hatte. Es ist schwer zu erklären, ohne dich zu verletzten und deswegen habe ich bisher dazu geschwiegen. Tanya ist wirklich mehr für mich als eine Kollegin. Sie ist meine Vertraute und meine Freundin, aber in rein platonischem Sinne. Es gibt manchmal Dinge in meinem Job, über die ich nicht mit dir reden kann. Das verbietet mir die Schweigepflicht. Tanya ist in alle meine Fälle involviert und ich brauche einfach jemanden, mit dem ich darüber reden kann. Sie gehört zum Kern meines Teams, ohne sie könnte ich meinen Job längst nicht so gut machen. Deswegen hat sich über die Monate hinweg, eine intensive Freundschaft entwickelt. Ich hab dir das verschwiegen, weil ich dich nicht verunsichern wollte, immerhin ist Tanya eine schöne Frau. Aber ich schwöre dir, dass du die Einzige bist, die ich liebe und begehre. Bella, ohne dich ist alles nichts wert."
Beschwörend sah er mich an.

Es war hart es aus seinem eigenen Mund zu hören, wie nah, er und Tanya sich standen, aber ich wollte ja, dass er ehrlich war.

Trotzdem war ich nicht in der Lage ihn jetzt anzusehen, oder auch nur darauf zu antworten.

Er nahm mein Gesicht in seine Hände und legte seine Stirn auf meine. Mit den Daumen strich er immer wieder über meine Wangen, um die leisen Tränen wegzuwischen. Mir fiel bis jetzt gar nicht auf, dass ich weinte.

"Psst",  murmelte er, „nicht weinen, mein Schatz. Bitte, bitte nicht weinen. Ich ertrage das nicht."

Er küsste die salzigen Tränen von meinem Gesicht und flüsterte dabei immer wieder, wie sehr er mich liebte.

Leidenschaftlich presste ich meinen Mund auf seinen. Er gehörte mir!

Nachdem ich meine Lippen von seinen löste,  konnte ich endlich antworten.

"Ich gebe offen zu, dass es mir nicht passt, dass du so eng mit ihr befreundet bist. Aber ich will dir vertrauen und deshalb akzeptiere ich es. Hoffentlich muss ich das nicht irgendwann bereuen. Es ist nicht so, dass ich dir nicht traue, vielmehr weiß ich nicht, was ich von Tanya halten soll. Keine Frau kann über einen längeren Zeitraum mit dir arbeiten und sich nicht in dich verlieben. Ich traue IHR nicht Edward."

"Du hast wirklich keinen Grund misstrauisch zu sein, Liebste. Das versprech ich dir.“
Er hielt einen Moment inne und fuhr dann fort.
„Hör mal, Onkel Peter gibt morgen Abend eine Party für die Kanzlei und ein paar wichtige Klienten. Warum begleitest du mich nicht? Da hast du die Möglichkeit, dich selber davon zu überzeugen, dass alles ganz harmlos ist."

Er schien ganz begeistert von seinem Vorschlag und ich überlegte ernsthaft mitzukommen. Eigentlich verspürte ich keine Lust auf einen langweiligen Abend mit trockenen Fachsimpeleien  seiner Anwaltskollegen. Aber ich konnte nicht von ihm verlangen, dass er sich änderte, während ich so weitermachte wie bisher.
Selten begleitete ich ihn zu solchen Anlässen. Es wurde Zeit, dass auch ich mich mehr anstrengte, um unsere Ehe in die richtige Richtung zu lenken. Außerdem war es, wo wir den Abend verbrachten. Die Hauptsache war doch, dass wir zusammen waren.

"Ich würde dich sehr gerne begleiten. Holst du mich dann ab?"

"Sicher, mein Engel. Ich komme so gegen 21 Uhr“, lächelte er, „So jetzt fahre ich dich aber zu Alice. Es sei denn, ich kann dich irgendwie dazu überreden, doch bei uns zu übernachten", hauchte er verführerisch und seine Hand glitt über meinen Oberschenkel zu meiner Hüfte.
Mit einem Ruck zog er mich an seine Brust und begann heftig,  mich zu küssen. Sein Atem ging mit jeder Sekunde schwerer und ich griff fast schon grob in sein weiches Haar, spürte seine Hand, die meinen Busen durch den dünnen Stoff der Bluse knetete.

Der grelle Strahl eines Scheinwerfers unterbrach uns. Keuchend ließen wir voneinander ab. Ein paar Sekunden länger und ich hätte alle Bedenken über Bord geschmissen.

"Ich...ich..denke es...es wäre besser du... du bringst mich jetzt zurück",  stotterte ich.

Seine Augen waren fast schwarz vor Lust und doch startete er, ohne einen weiteren Versuch mich zu bedrängen den Volvo.

Nachdem er sich mit einem letzten, zärtlichen Kuss von mir verabschiedete, betrat ich Alice Wohnung. Sie schien zu schlafen, denn es herrschte absolute Ruhe.
Nachdem ich mich abgeschminkt hatte, legte ich mich auf die Couch, die, auch wenn sie nicht so aussah, doch sehr bequem war. Meine Gedanken rasten  durch meinen Kopf und ließen mich keinen Schlaf finden.

Was würde mich morgen Abend erwarten? Ich war wirklich nicht für solche Partys zu haben, vor allem, da ich seinem Onkel Peter wieder über den Weg laufen würde. Aus irgendeinem Grund mochte er mich nicht. Er empfand eine unerklärliche Abneigung gegen mich und  ich würde allerhand zu tun haben, um ihm und seinen sarkastischen Bemerkungen aus dem Weg zu gehen.

Plötzlich ging Alice Schlafzimmertür auf und sie tapste verschlafen ins Wohnzimmer.

"Oh Bella, ich wollte auf dich warten, aber ich bin eingeschlafen. Wie ist es gelaufen?"

Ich erzählte ihr von meinem Gespräch mit Edward, wobei ich bewusst den Teil mit dem Kino ausließ. Manche Dinge waren doch zu privat!

Begeistert umarmte sie mich.

"Oh ich bin so froh. Ihr seid auf dem richtigen Weg. Und dass du noch bleibst, finde ich superklasse.

Sie legte den Kopf schief und sah mich eindringlich an.

"Du solltest dich aber vor dieser Tanya in Acht nehmen. Ich traue dieser Person nicht weiter, als ich sie werfen kann."

"Ich werde schon aufpassen. Eine Chance hat sie aber verdient, denn vielleicht, tue ich ihr furchtbar Unrecht, mit meinem Misstrauen. Die Zeit wird es zeigen."

"Na, wenn es dann nicht mal zu spät ist“, orakelte sie.

Prüfend sah ich meine Freundin an. Alice hatte etwas auf dem Herzen, das sah ich ihr an.

"Sag mal, ist irgendwas? Du bist irgendwie komisch"

Sie nickte und fing an, mir von ihrem Abend zu erzählen.

"Oh du lieber Himmel, Jasper als edler Ritter. Aber ich verstehe deinen Kummer nicht. Das bedeutet doch, er empfindet was für dich. Wenn es ihm nur um Sex gehen würde, hätte er doch heute Abend nur zugreifen müssen. Trotzdem hat er es nicht getan. Er mag dich, Alice. Mehr, als ihm vielleicht lieb ist. Du solltest endlich anfangen, um ihn zu kämpfen. Du bist kein Mauerblümchen Alice, sondern eine wertvolle, hübsche junge Frau. Was Besseres, als du, kann ihm gar nicht passieren."

"Du meinst ich soll ihn verführen?", fragte Alice und sah mich mit großen Augen an.

"Genau das meine ich!"

Sekundenlang sahen wir uns an, bevor wir uns lachend auf dem Sofa kugelten. Morgen würde Schritt für Schritt, Jasper Whitlocks Eroberung beginnen.

Im Büro herrschte am nächsten Tag eine heitere Stimmung. Jasper hatte sich noch nicht blicken lassen, doch es würde nicht mehr lange dauern. Es verging kein Tag, an dem er sich nicht nach dem aktuellen Stand unserer Texte erkundigte.

"Wann er wohl kommt?", fragte Alice verträumt.

Schon hörte man die energischen Schritte von unserem Chef und er stand  auch schon in der Tür.

"Guten Morgen! Ich wollte nur sagen, dass ich den Rest des Tages nicht mehr im Verlag sein werde. Sollte irgendwas sein, fragen sie meine Sekretärin."

"Natürlich Jasper", flötete Alice lieblich.

Plötzlich gähnte sie und hob die Arme hoch über ihren Kopf, streckte sich ausgiebig, um dadurch Jasper einen überaus anschaulichen Blick auf die Formen ihres Körpers zu gönnen. Er bekam Augen wie Untertassen und fing an heftig zu husten, als Alice ihre nächsten Satz beendete.

"Verzeihen sie mein unhöfliches Benehmen Mr.Whitlock, aber es ist gestern wirklich sehr  spät geworden. Der Abend hat mich so aufgewühlt, ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können."
Sie warf ihm einen wirklich heißen Blick durch ihre dichten Wimpern zu und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Jasper blickte geschockt auf Alice und mit einem stockenden "Auf Wiedersehen" verschwand er durch die Tür.

"Na, das ist ja leichter als ich dachte", rief sie begeistert. Sie sah sehr zufrieden aus.
Lachend schüttelte ich den Kopf und machte mich wieder an die Arbeit.

Abends holte mich Edward pünktlich ab und schon bald betraten wir die geheiligten Hallen von Peter Cullens Anwesen. Unsicher betrachtete ich die vielen eleganten Menschen, die lachend in kleinen Grüppchen standen. Edward bemerkte mein Unwohlsein und flüsterte.

"Du brauchst keine Angst zu haben. Du bist die schönste Frau hier im Raum und sie werden dich alle lieben."

Just in diesem Moment, trat Tanya in mein Blickfeld. Wenn ich dachte,  ich sähe heute außergewöhnlich gut aus in meinem dunkelblauen Kleid, wurde ich jetzt eines besseren belehrt. Tanya sah atemberaubend aus. Sie trug ein enges schwarzes Kleid und ihr rotblondes Haar hing ihr glatt über die rechte Schulter.  Ich hätte heulen können. Wie sollte ich mit so einer Frau konkurrieren? Kurz sah ich zu Edward. Er hatte sie auch entdeckt, doch nichts in seinem Blick, ließ erkennen, dass er was anderes fühlte, als Freundschaft.

"Bella, auch wenn sie toll aussieht, bist du die Frau, die mein Herz in den Händen hält", flüsterte er mir leise ins Ohr.

Ich wurde rot. Er hatte also gemerkt wie ich mich fühlte.

"Bella, ich muss nur kurz einen Klienten begrüßen, ich bin gleich wieder bei dir."

Ich schnappte mir ein Champagnerglas und stellte mich leicht Abseits, an einen kleinen Tisch. Während ich an dem edlen Tropfen nippte, beobachtete ich die Leute um mich rum. Alle schienen blendender Laune und unterhielten sich prächtig.

"Na Bella, gefällt ihnen Peters kleine Party?", sagte eine heisere, weibliche Stimme.
Es war Tanya. Sie befand sich plötzlich neben mir und sah mich abschätzend an.

"Es ist toll hier. Wirklich gelungen! Aber Peter wusste schon immer wie man feiert", erwiderte ich vorsichtig. Was wollte sie von mir? Ich sah ihr in die Augen und versuchte aus dieser schönen Frau schlau zu werden. Vergeblich!

"Sie haben sich erstaunlich schnell von ihrem Schwächeanfall erholt."
Abwartend sah ich sie an, denn irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie mir etwas bestimmtes mitteilen wollte.

"Ja, nicht wahr", strahlte sie, „ Edward ist ja so fürsorglich. Ich wollte ja jemanden anrufen, der mich abholt, aber er hat darauf bestanden, dass er mich verarztet. Er hat es sich nicht nehmen lassen, mich persönlich ins Bett zu stecken."
Sie kicherte und sah mich zuckersüß an. Ich nahm ihr die Worte nicht eine Sekunde lang ab. Sie log! Spöttisch sah ich sie an, weil ihr versuch mich herauszufordern misslang.

"Ja, ich kann mir , dass sie das aufregend fanden. Ich muss es schließlich wissen, denn  er bringt mich jeden Abend zu Bett."

Das Lächeln gefror ihr auf den schönen Lippen und in ihren Augen spiegelte sich der blanke Hass. Einen Augenblick lang hatte ich wirklich Angst vor ihr, doch sie fing sich schnell wieder.

"Wissen sie Bella!“, fing sie von neuem an, „ Das Meeting gestern war wirklich wichtig. Ich finde es äußerst egoistisch von Ihnen, dass sie ihn gezwungen haben den Abend mit ihnen zu verbringen."

Kalt sah ich sie an.

"Sie irren sich Tanya. Ich hab ihn nicht gezwungen den Abend mit mir zu verbringen. Ich hab nur dafür gesorgt, dass er ihn nicht mit ihnen verbringt. Und jetzt entschuldigen sie mich bitte. Mein Mann wartet auf mich."

Mit diesen Worten ließ ich sie stehen. Eines war mir jetzt klargeworden.
Tanya Denali war eine Gefahr!

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