Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 16 - Trauer

Bella Pov
Ich weiß nicht wie lange ich auf dem Boden lag und weinte. Waren es Stunden oder nur Minuten. Es war mir auch egal!
Noch immer konnte ich nicht fassen was geschehen war. Die Ereignisse hatten mich so überraschend getroffen. Ich war Tanya voll in die Falle gelaufen.

Ein bitteres Lachen schüttelte meinen Körper.

Jetzt ergab alles einen Sinn. Sie hatte das alles haarklein geplant.
Nie würde ich den Ausdruck in seinen Augen vergessen als er mich ungläubig ansah. Die Enttäuschung in seinem Blick und die unbändige Wut.

Du bist für mich gestorben hatte er gesagt. Diese Worte waren wie Messerstiche in mein ohnehin schon angeschlagenes Herz. Jedes einzelne grub sich unwiederruflich in mein Gedächtnis. Ich wusste er meinte es ernst. Wenn Edward sich im Recht fühlte, war er unnachgiebig. Er würde mich nicht mehr anhören, und selbst wenn er sich doch dazu entschließen sollte, würde Tanya das irgendwie verhindern. Sie war jetzt allein mit ihm und konnte ungehindert ihr Gift verspritzen. Sie würde alles tun, um ihn vollends in ihren Bann zu schlagen.

Edward war verletzt und sein Ego angeschlagen. Die besten Voraussetzungen für diese Schlange sich bei ihm einzuschmeicheln. Ein hysterisches Lachen entfloh meinem Mund, ich konnte gar nicht mehr aufhören.

Ich hatte ernsthaft geglaubt das Anstand und Ehrlichkeit etwas bedeuteten. Das es Edward etwas bedeutete. Er hätte mich besser kennen müssen. Tanya war die Urheberin, aber das es funktionierte, war nur möglich weil ER nicht glaubte. Nicht vertraute. Nicht ehrlich liebte.

Ich war es leid zu kämpfen, und ich war es leid ihm meine Liebe immer wieder aufs Neue beweisen zu müssen. Das Lachen wandelte sich wieder in jämmerliches Schluchzen. Ich konnte nicht mehr. Ich war so müde. Wenn er wirklich glaubte, dass ich zu so einem Verrat im Stande war, dann sollte es so sein. Einen letzten Rest Würde wollte ich mir noch bewahren. Ich würde keinen Versuch mehr starten, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Sollte er doch zur Hölle fahren und Tanya gleich mit ihm.

Trotzdem wusste ich, dass ich mir etwas vormachte. Ich würde nie aufhören können ihn zu lieben. Der Gedanke nie mehr in seinen Armen liegen zu können, ihn nie mehr spüren und schmecken zu können, jagte eine neue Welle des Schmerzes durch meinen Körper. Langsam rappelte ich mich auf. Ich wollte weg hier. Alles stank hier nach Verrat und war Zeuge von der schlimmsten Niederlage meines Lebens.

Ich hatte alles verloren.

Meinen Mann, meine Würde und meine Zukunft. Was jetzt werden sollte, wusste ich nicht. Ich konnte in diesem Moment einfach nicht darüber nachdenken. Es würde bedeuten, dass es Wirklichkeit war und kein Alptraum.

Gestern hatte ich noch einen Mann und die Ausssicht auf eine Familie. Heute stand ich allein da. Ohne nennenswerte Karriere, ohne Mann und ohne ein Kind das ich mir so mit ihm gewünscht hätte.

Ich hastete Richtung Aufzug, fuhr hinab und lief wie ein Roboter an der Rezeption vorbei. Die Menschen um mich rum sahen mich merkwürdig an. Es war mir jedoch gleichgültig.Es bedeutete nichts.
Endlich am Auto angekommen fuhr ich los, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen. Nach Hause konnte ich nicht. Eine Begegnung mit Edward hätte ich nicht überstanden. Zuzusehen wie er seine Sachen mitnahm, wahrscheinlich noch in Begleitung von Tanya, hätte mir den Rest gegeben.

Plötzlich stand ich vor dem Appartmentblock von Alice.  Ein winziges Lächeln erhellte mein Gesicht. Wenigstens hatte ich sie noch. Ich durfte auch nicht ungerecht sein. Immerhin hatte ich einen Beruf den ich liebte, und eine gute Freundin, die ich liebte wie eine Schwester. Das war mehr als andere hatten. Edward hatte ja jetzt seine Tanya, die ihn über meinen vermeintlichen Betrug hinwegtröstete.

Es würde eine Genugtuung für mich sein, wenn er rausfand wie sie wirklich war.

Ich parkte und lief die Treppen hoch zu Alice Wohnung. Heftig betätigte ich den Klingelknopf.

"Bitte sei da, bitte, bitte bitte", flüsterte ich vor mich hin.

Die Tür wurde aufgerissen. Alice sah unglaublich wütend aus. Wahrscheinlich kam ich ungelegen. Ihr Blick wurde aber sofort weich, als sie mich sah.

Das war der Augenblick als ich endgültig zusammenbrach.


Alice Pov


Sie schlief endlich. Stundenlang hatte sie geweint. Ihr Schmerz tat mir so unendlich weh und ich verspürte einen Haß auf Edward und Tanya, der alles übertraf, was ich bisher in dieser Hinsicht gefühlt hatte. Bella war völlig am Ende. Ich kannte sie jetzt seit über vier Jahren und sie war mir unendlich ans Herz gewachsen. Da ich keine Familie mehr hatte, war sie für mich eine Herzensschwester. Nie würde ich sie im Stich lassen. Bella hatte jetzt absolute Priorität. Selbst Jasper würde warten müssen.

Ich strich ihr eine feuchte Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Leise stand ich dann auf und verließ mein Schlafzimmer um sie ungestört schlummern zulassen. Sie war so fertig und erledigt, dass sie wahrscheinlich mehrere Stunden traumlos schlafen würde.
Nachdenklich setzte ich mich auf meine Couch. Wie hatte es nur soweit kommen können. Es war unfaßbar, wie hinterhältig und gemein Tanya vorgegangen war. Diese Frau war gefährlich.

Ich hatte ein gutes Gespür für Menschen und ihre Absichten. Diese Frau würde über Leichen gehen, um zu bekommen was sie wollte. Auch wenn ich Edward jetzt hasste , so war mir der Gedanke sehr unangenehm, dass er dieser Person jetzt schutzlos ausgeliefert war. Wozu war Tanya noch fähig? Ging es ihr wirklich um Edward oder steckte da noch was anderes dahinter? Irgendwie wusste ich, dass es nicht nur angebliche Liebe war die Tanya antrieb. Aber was plante sie?

Im Grunde war es auch egal. Edward hatte entschieden wem er glaubte, also musste er auch mit den Konsequenzen leben. Wie man sich bettet so liegt man, dachte ich.  Ich wusste, dass er eines Tages aufwachen würde und ihr falsches Spiel durchschauen würde, aber dann würde es zu Spät sein.

Bella war so tief verletzt, sie hatte jegliches Vertrauen in die Liebe verloren. Mit aller Kraft hatte sie ihn geliebt und unterstützt und trotzdem hatte es nicht gerreicht. Ob sie jemals wieder einen Mann in ihr Herz lassen würde? Entschlossen nahm ich den Telefonhörer in die Hand und wählte Edwards Nummer.

"Cullen", meldete sich seine barsche Stimme.

"Hier ist Alice", sagte ich eisig.

"Alice ich will Bella nicht sprechen", sagte er hart.

"Keine Sorge. Das würde ich auch nicht zulassen. Ich werde alles tun, um sie vor dir und Tanya zu schützen. Ich wollte dir lediglich mitteilen, dass du ihre Sachen in mein Appartment schicken kannst. Sie bleibt vorerst bei mir. Und noch was Edward. Wenn du wirklich glaubst, dass Bella dich betrogen hat dann bist du noch beschränkter als ich dachte. Wenn Dummheit weh tun würde, müsstest du wahrlich den ganzen Tag schreien. Eines Tages wirst du die Wahrheit erkennen und merken, was für einen Schatz du verloren hast. Mein Gott Edward, du musst sie doch besser kennen! Es ist Bella. Bella, hörst du! Sie ist der ehrlichste und liebste Mensch den ich kenne und gerade du müsstest doch wissen, dass sie zu  so einem Betrug gar nicht fähig wäre. Du tust mir nur leid, Cullen. Ich hoffe, dass du diese Entscheidung noch bitter bereuen wirst. Es war wirklich das größte Pech in Bellas Leben, dass sie dir über den Weg gelaufen ist."

Edward war am anderen Ende der Leitung ganz still geworden.

"Du warst nicht dabei Alice", sagte er plötzlich, seine Stimme klang schmerzerfüllt, " du hast nicht gesehen, wie sie unter ihm lag. Sie hat sich nicht mal gewehrt."

"Sie hat sich nicht gewehrt, weil sie erleichtert war, dass jemand reinkam, du Idiot. Als Anwalt müsstest du doch wissen, dass nicht immer alles so ist wie es im ersten Augenblick erscheint."

"Sicher", sagte er sarkastisch," du vergißt, dass Tanya gemerkt hat was vor sich geht."

"Es ist als würde ich gegen eine Wand reden. Ich lege jetzt auf. Werde du glücklich mit dieser Schlange. Ihr habt euch wahrlich verdient."

Wütend legte ich auf und sah erst jetzt, dass Bella an der Tür lehnte und mich beobachtete.

"Oh Bella, es tut mir so leid. Ich wollte nicht, dass du das hörst."

"Ist schon okay", flüsterte sie mit kratziger Stimme," ich hab nichts anderes erwartet. Er glaubt ihr eben mehr als mir, damit muss ich leben."

Langsam kam sie zu mir und setzte sich vorsichtig.

"Ich kann einfach nicht schlafen. Mir gehen soviele Gedanken durch den Kopf."

"Also du bleibst jetzt auf jeden Fall erst Mal hier bei mir. Er wird die Sachen herschicken. Und dann starten wir die "Ich trauere Edward Cullen nicht hinterher" Kampagne.

"Oh Alice", lachte sie zittrig ," was würde ich nur ohne dich machen?"

"Diese Frage wird sich für dich nie stellen, Bella. Du bist ab jetzt meine Schwester."

Sie lächelte zaghaft und zum ersten Mal seit sie hier war, sah ich sowas wie Hoffnung in ihren Augen.

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