Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 61 - Wie ein erstes Mal

Bellas PoV


Vorsichtig legte ich Josh in sein Bettchen und deckte ihn zu, damit sein kleiner Körper nicht auskühlte. Ein zufriedenes Grunzen entrang sich seinem putzigen, kleinen Mund und er kuschelte seine Handfläche an seine Wange. Ich hätte ihn stundenlang einfach nur beobachten können, wie er dalag und ich fühlte eine solche Liebe, dass mir fast das Herz in der Brust zersprang. Seit fast zehn Wochen war er jetzt auf der Welt und so langsam gewöhnte ich mir einen bestimmten Rhythmus an, der sich komplett nach Joshua richtete. Ich verließ nie das Haus, bevor er nicht gestillt und gewickelt war. Es war eine riesige Umstellung nicht mehr das Haus verlassen zu können, wann man es wollte, doch für Josh steckte ich gerne zurück. Außerdem verspürte ich nicht die geringste Lust, allzu oft raus zu gehen, da immer noch das Schreckensszenario einer Entführung im Raum schwebte. Rebecca ließ nicht das Geringste von sich hören und je mehr Zeit verstrich, umso nervöser wurden Edward und ich.

Peter erholte sich glücklicherweise zunehmend von seinen Verletzungen, was unter anderem auch an Shelleys liebevoller Pflege lag. Seit die zwei sich ihre Liebe gestanden hatten, waren sie unzertrennlich und der sonst so freiheitsliebende Peter, mutierte zu einem richtigen Beziehungsmenschen. Erst gestern Abend hatten sie uns gemeinsam besucht und man konnte die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden spüren. Er wirkte wieder recht fit, was fast an ein Wunder grenzte, wenn man darüber nachdachte, dass er einen Herzstillstand hinter sich hatte. Keiner der Ärzte konnte sagen, was diesen verursachte, doch die Hauptsache war, dass er wieder vollständig gesund wurde. Es würden keinerlei Handicaps zurückbleiben und er wäre bald wieder der Alte.

Ich verließ auf leisen Sohlen das Schlafzimmer und begab mich in die Küche, wo ich meine Eltern vermutete. Als ich den Raum betreten wollte, stoppte ich abrupt und ging mit hochrotem Gesicht wieder hinaus. Charly hatte seine Hand unter Renées Pullover und küsste sie leidenschaftlich. Mit Zunge!!! Bäh, das waren doch meine Eltern und ich war wirklich nicht scharf darauf zu sehen, wie mein Dad meine Mutter vernaschte. Als würde das nicht reichen, hörte ich Moms geziertes Gekicher.

„Charles, doch nicht hier in der Küche, du Nimmersatt. Bella könnte jeden Moment hereinkommen.“

„Dann gehen wir eben in unser Zimmer“, antwortete er mit rauer Stimme und ich hörte nur noch ein leises Stöhnen meiner Mutter, ehe die Küchentür aufschwang und beide küssend hinausstolperten. Ich ging hinter der Couch in Deckung, damit sie mich nicht entdeckten, was mir total peinlich gewesen wäre und wartete, bis sie über die Treppe nach oben verschwanden. Dass meine Eltern noch ein so aktives Liebesleben genossen, war mir gar nicht so bewusst, obwohl mir die verheißungsvollen Blicke, die sich die zwei immer wieder zuwarfen, auffielen. Aber wer dachte bei seinen Erzeugern schon an sowas?

Es war sowieso nur der pure Neid auf sie, der mich verlegen machte. Joshua war jetzt seit zehn Wochen auf der Welt, mein Körper hatte sich gut von der Entbindung erholt und ich brannte darauf, wieder mit Edward zu schlafen. Aber ich traute mich nicht, ihm die Signale dafür zu geben, da Edward zwar unglaublich liebevoll zu mir war, mich streichelte und küsste, aber unterhalb meines Schlüsselbeins war Ende. Begehrte er mich etwa nicht mehr? Viele Männer waren nach der Geburt ihres Kindes traumatisiert und ekelten sich vor dem Geschlechtsverkehr, weil ihnen der Gedanke daran, ihre Frau dort zu berühren, wo ihr Kind raus geschlüpft war, unangenehm war. Ging es Edward vielleicht ähnlich?

Heute Abend wollte ich einen Versuch starten und ihn verführen, daher war ich dementsprechend nervös. Ich hoffte nur, dass Edward einfach auf ein Zeichen von mir wartete, dass ich wieder bereit war. Und ich war bereit, sogar mehr als das. Ich hatte solche Sehnsucht nach seinen Liebkosungen, dass ich nicht mehr wusste wie mir geschah und seine Zurückhaltung machte mir zu schaffen. Nahm er meine Äußerung während der Entbindung etwa ernst und glaubte, dass ich nie mehr Sex wollte. Unwillkürlich musste ich grinsen. Sein Gesichtsausdruck damals war einfach göttlich gewesen, aber wenn man Schmerzen litt, sagte man so manches, was man nicht ernst meinte.

Ich verzog mich ebenfalls in unser gemeinsames Schlafzimmer und machte mich zurecht. Josh schlief im Nebenraum, der nur durch unser Schlafzimmer erreichbar war und eigentlich als Ankleidezimmer gedacht war. Doch solange Rebecca nicht gefasst war, wurde er kurzerhand zum Kinderzimmer umfunktioniert. Wer immer an Josh ran wollte, der musste erst an mir und Edward vorbei.

Ich schmiss mich in einem hübschen Negligée auf das Bett und wartete auf Edward. Er hatte vor zwei Stunden angerufen und Bescheid gegeben, dass er auf dem Heimweg etwas essen würde, da es sonst zu spät wurde, wenn wir auf ihn warteten. Seit seine Unschuld zweifelsfrei bewiesen wurde, konnte er sich vor Arbeit nicht mehr retten und bekam einen Fall nach dem anderen auf den Tisch. Seine Tage waren voll mit Aktenwälzerei, Gerichtsverhandlungen und dem Wechseln der Babywindeln, wenn er Zuhause war. Doch obwohl er viel zu tun hatte, nahm er sich durchaus Zeit für mich, auch wenn wir noch nicht miteinander schliefen.

Nervös nahm ich mir eine Zeitschrift und blätterte lustlos darin herum, ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Ich pfefferte sie in die nächste Ecke und wälzte mich ruhelos auf dem Bett herum, bis die Laken ganz durcheinander waren. Seufzend richtete ich mich auf und begann damit die Bettwäsche wieder glattzuziehen, als eine belustigte Stimme hinter mir sagte.

„Macht man das für gewöhnlich nicht morgens nach dem Aufstehen?“

„Edward!“, rief ich erschrocken und griff mir an die Brust, „Du hast mich zu Tode erschrocken.“

Er grinste.

„Tut mir leid, Schatz! Aber du sahst wirklich niedlich aus, wie du die Decken wieder zurechtgelegt hast. Dein süßer Hintern schwang dabei so hübsch hin und her.“

Ich wurde über und über rot, eine Eigenschaft, die ich selbst nach neun Jahren Beziehung, ihm gegenüber nicht verloren hatte. Ich schlug ihm mit der Handfläche gegen die Brust.

„Hör auf, dich über mich lustig zu machen“, sagte ich verlegen.
Er lachte glucksend und nahm mich fest in seine Arme. Wir sahen uns in die Augen und irgendetwas passierte in dieser Sekunde mit uns. Es war wie ein unausgesprochener Pakt, ein plötzliches Verstehen.

„Bella“, flüsterte er und senkte den Kopf. Er küsste mich zart auf den Mund, ließ die Lippen zärtlich über meine gleiten, während seine Hand sich um meinen Nacken legte. Mit festem Griff umschloss er ihn, hielt mich an Ort und Stelle. Als ob ich jemals das Verlangen verspürt hätte zu flüchten! Mein Mund öffnete sich wie selbstverständlich seiner Zunge, gewährte ihr Einlass und er verwöhnte mich aufs Köstlichste mit ihr. Wie eine Schlange wand er sie um meine, massierte sie mit der Spitze, neckend, flatternd, um in der nächsten Sekunde tief in meine Mundhöhle zu stoßen. Keuchend genoss ich diesen Kuss, der so heftig und wild war, wie ich es mir ersehnte.

„Bella!“, keuchte er aufgeregt, „Wenn du noch nicht soweit bist, dann musst du es mir sagen. Ich will dich nicht zu etwas drängen, das du vielleicht noch nicht willst.“

Er sah mich mit verhangenen Augen an und ich merkte, wie sehr er sich wünschte, dass meine Antwort positiv ausfiel. Ich legte meine Handflächen auf seine Wangen, streichelte sehnsüchtig sein wunderschönes Gesicht und stellte mich auf die Zehenspitzen, um ihm einen sanften Kuss auf seine samtenen Lippen zu hauchen. Unser Atem vermischte sich und unsere Lippenpaare trafen immer wieder aufeinander. Ohne Hast legten sich seine Hände auf meine weißen Schultern und schoben die Träger meines Negligées hinunter. Sie rutschten über meine Arme, der Stoff fiel und blieb an meinen hart aufgerichteten Brustspitzen hängen. Ich biss mir auf die Lippen vor Erregung, als der Stoff meine Knospen streifte.

„Du bist so unglaublich schön“, flüsterte er erregt und zog leicht an der Seide, die nun vollends runterrutschte und auf meinen Hüften liegen blieb. Mit seinen Händen umschloss er meine Taille und neigte den Kopf, um leicht an einer Knospe zu lecken. Diese Berührung, so hauchzart sie auch war, ging mir durch und durch und mein Körper schüttelte sich vor Erregung. Er traute sich nicht, die Knospe ganz in den Mund zu nehmen.

„Ich glaube, diese zwei Schönheiten hier, gehören in den nächsten Monaten meinem Sohn“, lachte er warm, hörte aber nicht auf die samtene Haut mit federleichten Küssen zu bedecken. Er umkreiste den Hof und stupste die Brustwarze leicht an, was zur Folge hatte, dass ich unglaublich feucht für Edward wurde. Schon die leiseste Berührung reichte aus, um mir die Sinne zu rauben und die Welt fing an sich zu drehen. Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, dass Edward mich hochhob und zum Bett trug. Sein Bizeps spannte sich dabei an und ich verging beinahe vor Sehnsucht, ihn endlich berühren zu können.

Er legte mich auf dem Bett ab und trat einen Schritt zurück. Stumm beobachtete ich ihn, wie er sich langsam die Knöpfe seines Hemdes öffnete. Mit jedem Stück Haut, das er freilegte, steigerte sich die Erwartung. Er schob es sich von den Schultern und ich konnte endlich seinen makellosen Oberkörper bewundern, der mir regelmäßig den Verstand raubte. Jeder Muskel war klar definiert und ich kniete mich auf das Bett, seinen Bauchnabel direkt vor Augen. Ich schlang die Arme um seine Mitte und schmiegte mein Gesicht an seine Haut. Er war so warm, die Haut so fest und weich zugleich. Ich verteilte kleine Küsse um seinen Nabel und seine Bauchmuskulatur fing an zu zucken.

Lächelnd registrierte ich, was ich mit ihm anstellte, welche Macht ich über diesen Mann besaß. Er fing an, leise zu stöhnen und schüttelte sich genauso heftig wie ich, als ich meine Zungenspitze tief in seinem Bauchnabel versenkte. Ich hörte jedoch nicht auf, sondern zeichnete mit der selbigen jede Linie seines Sixpack nach. Er griff mir in die Haare und zog mich zu sich hoch. Wild presste er seine Lippen auf meine, küsste mich so heftig, dass wir zusammen auf das Bett fielen.

Jetzt gab es für uns kein Halten mehr. Der Stoff meines Negligées zerriss und sein Mund erforschte jeden Zoll meiner brennenden Haut. Meine Hände wanderten über seinen Rücken und legten sich auf seinen festen Po, ich drückte ihn immer näher an meinen Schoss, wo er schon sehnsüchtig erwartet wurde. Doch noch war es nicht soweit. Er glitt mit seiner Zungenspitze immer tiefer meinen Körper hinab, quälte mich damit und erreichte schließlich mein Geschlecht. Er teilte es mit seinen Fingern und leckte mich mit geschmeidigen, beharrlichen Bewegungen. Gepeinigt vor Wonne, presste ich die Faust an meinen Mund, um meine Schreie zu unterdrücken, damit nicht alle Bewohner dieses Hauses plötzlich in unserem Schlafzimmer standen. Ich spürte mehr, als ich es sah, dass er seine Lippen zu einem Lächeln verzog, mit der Genugtuung eines Mannes, der wusste, wie gut er seiner Frau tat.

„Gefällt dir das?“, fragte er mit dunkler Stimme.

Ein langgezogenes Stöhnen war die einzige Antwort, die ich ihm geben konnte. Er verstärkte den Druck noch ein wenig und drang dann ganz vorsichtig mit einem Finger in mich ein. Mit sanften Stößen führte er ihn immer wieder ein und bereitete mich auf die eigentliche Penetration vor. Es war wie ein erstes Mal, denn auch jetzt hatte er Angst mir weh zu tun. Es dauerte nicht lange und er positionierte sich vor meinem Eingang. Ich half ihm dabei, sich das Kondom überzustreifen, damit ich nicht sofort wieder schwanger wurde. Durch das Stillen war die Pille tabu und die Gefahr einer erneuten Schwangerschaft durchaus gegeben. Es war erregend, ihm dabei zu helfen und er glitt kurz darauf mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung in mich.

„Endlich!“, stieß ich voller Genuss hervor und kam ihm mit meinen Hüften entgegen. Sein Gesicht war verzerrt vor Lust, als er immer und immer wieder in meine Enge stieß und unsere leicht verschwitzten Körper sich aneinander rieben. Der Höhepunkt ergriff uns beide beinahe gleichzeitig und wir hielten uns gegenseitig fest, küssten uns hart und leidenschaftlich, bis wir ermattet und erschöpft in die Kissen sanken. Er lag noch mit seinem ganzen Gewicht auf mir und wollte sich schon von mir runter rollen, als ich ihn zurückhielt.

„Nicht!“, bat ich ihn weich, „Bleib bei mir, es ist schön, wenn du mir so nahe bist.“

Er war noch immer in mir, sein Gesicht schwebte über meinem und unsere Lippen fanden erneut zu einem wunderschönen Kuss zusammen. Gerade als sich wieder Erregung in unseren Körpern breitmachte, unterbrach uns ein gellender Schrei. Josh! Die Münder noch aufeinander gepresst fingen wir an zu lachen.

„Wenigstens hat er gewartet bis wir fertig waren“, kicherte Edward und ich schob ihn von mir runter. Er seufzte schwer. „Da sieht man mal, wie schnell man abgeschrieben ist.“

Ich grinste ihn nur an, schmiss mich in das nächstbeste Kleidungsstück über, sein Hemd, warf ihm einen Kuss zu und lief in das Nebenzimmer. Josh schlief schon fast wieder, als ich bei ihm war und wimmerte nur noch leise vor sich hin. Ich wartete, bis ich sicher war, dass er auch wirklich fest schlief und ging wieder zurück ins Schlafzimmer. Edward lag ausgestreckt auf dem Bett, nackt wie ihn Gott schuf und erwartete mich mit anzüglichem Grinsen. Langsam ließ ich sein Hemd von den Schultern gleiten und ging mit langsamen Bewegungen auf ihn zu.

„Bereit für die nächste Runde?“, fragte ich keck.

„Bereit, wenn du es bist, mein Herz“, antwortete er und liebkoste meinen Körper mit seinen Blicken. Natürlich war nicht mehr alles so straff und schlank wie vor der Geburt, aber es schien ihn überhaupt nicht zu stören. Er sah mich noch genauso verzückt an, wie vor der Schwangerschaft und das stärkte mein Selbstbewusstsein als Frau ungemein. Ich setzte mich rittlings auf seinen Schoss und begann erneut ihn zu verführen.

Am nächsten Tag saßen wir mit meinen Eltern am Frühstückstisch und lachten über Joshs Grimassen. Der kleine Kerl war so drollig und seine Haut hatte jetzt einen rosigen Schimmer und war nicht mehr so rot, wie kurz nach der Geburt. Er besaß noch immer blaue Augen und wir waren alle gespannt, welche Farbe sie am Schluss haben würden. Manchmal bildete ich mir ein, einen leichten, grünlichen Schimmer in ihnen zu entdecken, doch es konnte natürlich auch Einbildung sein. Wahrscheinlicher war, dass er meine braunen Augen bekommen würde, da dieser Farbton dominanter war.

„Was hast du heute vor, Renée?“, fragte Charly neugierig und kitzelte dabei Josh unter dem Kinn, was dieser mit lautem Protestgeschrei quittierte.

„Oh, nichts Besonderes“, meinte sie nur, „ich gehe zum Friseur, zur Maniküre und anschließend werde ich mir ein neues Kleid gönnen. Man muss ja nicht auf den ersten Blick erkennen, dass ich Großmutter bin.“

Alle am Tisch grinsten, Dad allen voran. Mum hatte einen richtigen Jugendwahn bekommen, seit wir sie nur noch „Oma“ nannten und war die beste Kundin aller Parfümerien in Seattle. Sie cremte und puderte was das Zeug hielt, obwohl sie das gar nicht nötig hatte. Sie war gerade mal 46, bekam mich also blutjung und konnte gut als meine ältere Schwester durchgehen.

Ich selbst würde heute Dr. Webber in der Praxis einen Besuch abstatten, um eine abschließende Untersuchung durchführen zu lassen. Da Jake und Seth mich begleiteten, machte ich mir keinerlei Sorgen darüber, dass Rebecca mir unterwegs auflauern würde. Mum ging als Erste, gefolgt von Dad, der sich mit einem ehemaligen Kollegen aus seinen New Yorker Zeiten treffen würde. Edward verließ als Nächster unser trautes Heim und ich saß allein mit Josh am Küchentisch. Zärtlich küsste ich Joshs Köpfchen.

„Na, mein kleiner Keks, jetzt haben sich alle aus dem Staub gemacht und die Mama alleine gelassen. Was hältst du davon, wenn wir uns auf die Suche nach Onkel Jake und Onkel Seth machen?“

Er schaute mich nur schläfrig an und seine Augen fielen zu. Lächelnd drückte ich ihn nah an meine Brust und lief aus der Küche hinaus.

„Jake! Seth! Wo seid ihr?“, rief ich, „Ich möchte auch gerne los.“
Ich horchte eine ganze Weile und bekam keine Antwort. Komisch, so leise hatte ich doch gar nicht gerufen. Ich stieg vorsichtig die Stufen hoch und klopfte an Jakes Zimmertür. Kein Laut war daraus zu hören und ich öffnete die Tür. Es war vollkommen leer, von Jake keine Spur. Ich tat das selbige an Seth Zimmertür und bekam auch hier keine Antwort. Jetzt begann mein Herz schneller zu schlagen und ich drückte Joshua noch enger an mich. Hier stimmte was nicht? Sie meldeten sich immer ab, bevor sie das Haus verließen. Panik fing an sich in mir auszubreiten. Rebecca oder besser gesagt Cassandra konnte unmöglich zwei ausgewachsene Männer überwältigen, sie war ja selbst eine zierliche Person. Aber wo waren sie zum Teufel?

„Jake, das ist nicht lustig. Bitte komm raus.“

„Bella!“, rief eine helle, klare Stimme singend und mir gefror das Blut in den Adern, „Kleine, hübsche Isabella. Ich komm nicht raus, komm du herbei, und habe auch mein Kind dabei.“

Es klang wie ein Kinderreim, wenn Cassandra es sang. Wo war sie? Ich konnte sie nicht sehen, aber ihre Stimme klang so nah. Ich drehe mich einmal um meine eigene Achse und sah etwas am Ende des Flurs vorbeihuschen, die Treppen hinunter. Ich atmete schwer und sah zu Josh. Er schlief noch seelenruhig in meinen Armen und ahnte nichts von der Gefahr in der wir schwebten. Irgendwie hatte sie es geschafft Jake und Seth außer Gefecht zu setzen, wie, gab mir Rätsel auf. Das Wissen, dass mir niemand zur Hilfe kommen konnte, setze mir zu und ich beschloss ins Schlafzimmer zu flüchten.

Ich schmiss die Tür hinter mir zu, verschloss sie und legte Josh auf dem Bett ab. Danach schob ich die schwere Kommode vor die Türe, was mich erhebliche Kraft und Mühe kostete, doch ich hatte wohl einen Adrenalinschub und schaffte es tatsächlich, das monströse Ungetüm vor die Tür zu schieben. Josh wieder in meine Arme nehmend, schnappte ich mir das Telefon, um die Polizei zu rufen. Doch da war nur Stille. Sie musste die Telefonleitungen durchbrochen haben, denn ich hörte nicht mal mehr ein Piepen. Mein Handy lag unten auf dem Telefontisch, neben meiner Handtasche und ich hatte nicht die geringste Chance heranzukommen, ohne ihr möglicherweise über den Weg zu laufen. Was sollte ich denn jetzt tun?

Ich beschloss mich mit Josh in seinem Zimmerchen einzuschließen und war jetzt überglücklich, über unsere Entscheidung, den ehemaligen Ankleideraum dafür zu nutzen. Er besaß kein Fenster, sondern war nur mit Joshs Nachtlichtern erhellt. Ich schnappte mir noch ein Kissen, eine Decke und das Mineralwasser und verzog mich in den Raum. Gerade als ich die Tür schließen wollte, klopfte es von außen an die Tür des Schlafzimmers.

„Bella!“, rief Cassandra mit quengeliger Kleinmädchenstimme, „lass mich rein, ich will doch nur mit dir reden. Ich werde dir nichts tun“, versprach sie mit schmeichelnder Stimme.

Ich wartete gar nicht ab, was sie wohl als nächstes über die Lippen brachte, sondern verschwand in Joshs Kinderzimmerersatz.

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