Bella PoV
Während ich mich von Tanya entfernte, spürte ich ihren hasserfüllten Blick im Rücken. Diese Frau konnte mir nicht vormachen, dass sie nichts von Edward wollte. Doch wie sollte ich mich den Rest des Abends verhalten? Schließlich konnte ich ihr ja schlecht aus dem Weg gehen. Einen Moment dachte ich daran, Edward über dieses Gespräch zu informieren. Doch den Gedanken verwarf ich sofort wieder.
Tanya verhielt sich in der Öffentlichkeit wie ein Engel. Selbstlos, liebenswürdig und charmant. Das war die einzige Seite die Edward von ihr kannte, während ich offen zugegeben hatte, dass ich sie nicht mochte. Es wäre also nachvollziehbar, wenn er Zweifel hätte. Im besten Fall würde er glaube das ich einfach zu empfindlich war.
Suchend wanderte mein Blick durch den Raum und blieb an Edward hängen.
Er lächelte und winkte mich zu sich. Sein Onkel Peter stand bei ihm und auch ein älteres Ehepaar. Ohne zu zögern schritt ich auf sie zu und stellte mich neben meinen Ehemann.
"Bella Schatz, verzeih mir, dass ich dich stehen ließ."
Die ältere Frau sah an mir auf und ab und ich kam mir vor wie unter einem Mikroskop.
"Sie sind also Edwards Frau. Wie kommt es, dass wir und erst jetzt begegnen", äußerte sie pikiert.
"Bella hat es bisher bevorzugt, nicht an unseren Gesellschaften teilzunehmen", hörte ich die liebliche Stimme Tanyas. Edward erstarrte. Die Situation war ihm sichtlich peinlich.
"Meine Frau ist beruflich sehr eingespannt", sagte er gezwungen.
"Aber Edward, das sollte doch keine Kritik an Bella sein. Ich möchte vielmehr damit sagen, dass es mich sehr freuen würde, wenn sie dich in Zukunft öfter begleitet. Sonst wird sie ja noch eifersüchtig, wenn du immer mit mir gehst. Und das wollen wir ja nicht." Sie kicherte und sah sich beifallheischend um.
In mir brodelte es. Dieses Biest. Ich wusste nicht, was mich mehr aufregte. Dass sie Edward zu diesen Anlässen begleitete, oder, dass sie es einfach vor mir heraus posaunte. Tatsächlich hatte ich mich fast immer geweigert mit ihm zu gehen und dies nutze diese Hexe natürlich sofort aus. Langsam dämmerte mir, dass ich nicht ganz unschuldig war an unserer Entfremdung. Doch ich würde ihr keinen Raum mehr bieten, sich in privatem Rahmen mit ihm zu treffen.
"Glaub mir Tanya. In Zukunft werde ich da sein, wo ich hingehöre. An der Seite meines Mannes."
Ich lächelte Edward zärtlich an. Ich war ihm nicht böse. Zu einem Neuanfang gehörte auch, dass man Vergangenes ruhen ließ.
"Das freut mich zu hören, mein Schatz", sagte Edward.
"Aber nun möchte ich dich endlich richtig vorstellen. Das hier sind Gerald und Lila Stanhope. Sie gehören zu Onkel Peters engsten Freunden."
Lila Stanhope sah mich nun um einiges freundlicher an. Der Name kam mir bekannt vor.
Aber natürlich, die Stanhopes waren eine der ältesten Familien in der Stadt. Sie hatten mit Immobilien und diversen anderen Geschäftszweigen enormen Reichtum angehäuft.
" Es freut mich sie kennenzulernen, meine Liebe."
Auch ihr Mann begrüßte mich und wir begannen eine lockere Unterhaltung. Dann kam die Sprache auf meinen Beruf und ich spannte mich augenblicklich an.
"Bella, Edward erwähnte, dass sie beruflich sehr eingespannt sind. Darf ich fragen was sie machen."
Edward spürte sofort, dass mir das Thema nicht behagte. Ich hatte es einfach satt immer belächelt zu werden.
"Bella arbeitet als Kinderbuchautorin in Jasper Whitlocks Verlag. Das gibt ihr mehr, als auf irgendwelche Partys zugehen", antwortete Edward an meiner statt. Erstaunt sah ich ihn an. Er hatte sogar stolz geklungen.
"Oh mein Gott", rief Lila begeistert, „dann sind sie "die " Bella Cullen. Meine Enkelin hat alle ihre Bücher. Sie glauben ja nicht, wie glücklich sie Kinder mit ihren Geschichten machen. Sie müssen uns unbedingt besuchen kommen. Kitty wird ganz aus dem Häuschen sein."
"Ich komme natürlich gern", antwortete ich ehrlich.
Ich hatte auf ganzer Linie gewonnen. Selbst Peter warf mir einen anerkennenden Blick zu. Tanya verabschiedete sich hastig, um einen Bekannten zu begrüßen, doch ich konnte ihr ansehen, wie wütend sie darüber war, dass ihr kleiner Angriff fehlgeschlagen war.
"So ," sagte Peter ," ich muss Euch beiden noch ein paar andere Leute vorstellen. Edward, Bella ihr entschuldigt uns."
Die drei verließen unseren Kreis und ich stand Edward allein gegenüber.
"Ich wusste gar nicht, dass ich so eine berühmte Frau habe", lachte er.
"Ist dir das denn wichtig! Dass ich berühmt bin, meine ich."
Er sah mich ernst an.
"Nein, das ist mir nicht wichtig. Ich habe begriffen, dass dir dein Beruf genauso viel Spaß macht, wie mir meiner. Ich war ein Idiot, meinen Job vor deinen zu stellen. "
Er sah mich an und deutete mit dem Kopf zur Tanzfläche.
Ich gab ihm meine Zustimmung, indem ich ihn an der Hand mit mir mitzog. Schon lagen wir uns in den Armen und wiegten uns im Takt der Musik. Nach einer Weile gingen wir zurück an unser Tischchen. Dort schnappte ich mir mein Champagnerglas, das ich dort hatte stehen lassen und trank den Rest in einem Zug aus.
"Onkel Peter hat noch eine Überraschung geplant", sagte Edward plötzlich.
"Weißt du worum es geht?"
Er grinste.
"Ich weiß über Alles Bescheid, was die Kanzlei betrifft. Peter hat einen neuen Anwalt mit ins Boot genommen. Tanya hat ihn uns empfohlen von Tanya. Sie kennt ihn noch aus Studienzeiten. Er kommt gleich und Peter wird ihn offiziell vorstellen."
"Hast du keine Angst vor Konkurrenz", fragte ich ihn neckisch.
"Nicht wirklich", erwiderte er ohne zu Zögern.
" An mangelndem Selbstbewusstsein leidest du ja nicht."
Seine Hand glitt von meiner Hüfte, zu meinem Po und er kniff mich in den Hintern.
"Au", rief ich entrüstet.
"Das kommt davon, wenn man frech wird", sagte er heiser, „ aber wir können das später gerne vertiefen."
Tief sahen wir uns in die Augen, als Peters Stimme diesen Moment unterbrach.
"Meine Damen und Herren, darf ich einen Moment um ihre Aufmerksamkeit bitten", schallte seine dröhnende Stimme durch die Menge. Neben ihm stand ein blonder Mann mit scharfen Gesichtszügen. Er war ganz attraktiv, aber seine Gesichtszüge waren zu brutal, um sie ansprechend zu finden.
"Ich möchte heute Abend einen neuen Kollegen in unseren Reihen begrüßen."
Der Mann sah aus als würde er das ganze Spektakel sehr genießen. Er stand offenbar gern im Rampenlicht. Plötzlich merkte ich wie mir heiß und kalt wurde.
Peters Stimme schien immer weiter weg und ich fing an Sternchen zu sehen. Mit jeder Sekunde ging es mir schlechter. Der kalte Schweiß brach mir aus, mein Herz fing an zu rasen und ich spürte nur noch ein Rauschen in den Ohren.
" Meine Herrschaften; darf ich vorstellen? James Foster."
Das war das letzte was ich hörte bevor eine gnädige Ohnmacht mich ergriff.
Als ich wieder zu mir kam, war Edwards Stimme das Erste, was ich hörte.
"Sie kommt wieder zu sich. Sagen sie bitte den anderen Bescheid."
"Oh Gott, was ist passiert", sagte ich und griff mir benebelt an den Kopf.
" Du bist ohnmächtig geworden und warst fast eine halbe Stunde bewusstlos", äußerte er besorgt.
Mein Mund fühlte sich taub an, doch ich wurde mit jeder Sekunde klarer.
"Ich würde mich gerne etwas frischmachen. Wo ist meine Handtasche?"
" Tanya hat sie auf den Tisch am Fenster gelegt. Bist du sicher, dass du wieder aufstehen kannst?"
"Ja..ja. Ich bin sicher. Das war wohl alles zu viel für mich. Ich hab heut zu wenig gegessen und dann noch der Alkohol."
Rasch ging ich ins angrenzende Bad.
Der Blick in den Spiegel, zeigte mir, eine leichenblasse Frau mit glasigen Augen. Das war schon sehr merkwürdig, denn ich war noch nie in Ohnmacht gefallen. Ich kramte in meiner Tasche nach meinem Lippenstift, um damit meinem bleichen Gesicht etwas Leben einzuhauchen. Vergeblich! Wo war er nur? Ich war mir sicher, dass ich ihn einsteckte. Das gute Stück war noch vom letzten Parisurlaub und er war in den Staaten nirgends erhältlich. Seufzend gab ich es auf, danach zu suchen. Es musste halt ohne gehen. Ich kniff mir in die Wangen und benetzte meinen Hals und die Handgelenke mit eiskaltem Wasser, was sofort meine Lebensgeister weckte. Danach verließ ich das Bad und wurde sofort von Edward umarmt.
"Du hast mir einen ganz schönen Schreck eingejagt. Wir verabschieden uns und dann bring ich dich heim."
"Es tut mir leid. Ich wollte dir nicht den Abend verderben."
"Keine Sorge, das hast du nicht. Die Party ist James zu Ehren und hat nicht fie geringste bedeutung für mich. Komm, wir verabschieden uns und dann gehen wir. Okay?"
Als wir unten waren, kam uns Tanya entgegen geschwebt, ein wahrer Ausbund an Tugend und Nächstenliebe. Ich ertrug ihre Umarmung und wurde dabei von ihrem Begleiter genauestens unter die Lupe genommen.
"Bella, was machst du nur für Sachen? Für die Schwächeanfälle bin doch eigentlich ich zuständig", lachte sie falsch.
"Es tut mir sehr leid. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Vielleicht ist ja was Kleines unterwegs", antwortete ich lieblich.
Edward hustete und sah mich an. Ich zwinkerte ihm zu um ihm zu zeigen, dass es ein Scherz war. Aber ich konnte mir den Seitenhieb nicht verkneifen und ihr Gesichtsausdruck war einfach unbezahlbar.
"Ich glaube, es wäre noch zu früh um zu gratulieren. Ich denke sie hat sich einfach übernommen", sagte Edward lächelnd.
"Bella, ich möchte dir noch James vorstellen, bevor wir gehen. Er wird in Zukunft unsere Kanzlei verstärken."
James sah mich merkwürdig an und hob meine Hand an seinen Mund.
"Es ist mir ein Vergnügen. Du hast mir verschwiegen, dass du so eine wunderschöne Frau hast."
Ich versuchte ihm meine Hand zu entziehen, doch er ließ nicht los. Feucht glitten seine Lippen über meinen Handrücken und Ekel erfasste mich.
"James, wenn wir in Zukunft gut zusammenarbeiten wollen, wäre es besser du lässt die Hand meiner Frau los", rief Edward eisig.
Sofort ließ er von mir ab.
"Edward sei nicht so. Ich wollte doch nur meiner Bewunderung Ausdruck verleihen."
"Das stimmt", warf Tanya ein.
Offenbar hatte sie sich von ihrem Schock erholt.
"Meine Güte, Edward! Er hat nur ihre Hand gehalten. Kein Grund auszuflippen."
"Tanya hat Recht", gab ich widerwillig zu. Ich wollte hier keinen Skandal provozieren.
Wortlos zog Edward mich an sich und verließ mit mir das Cullen-Anwesen.
Eine Stunde später lagen wir zusammengekuschelt in unserem Bett. Er hatte darauf bestanden, dass ich heute Nacht bei ihm blieb und auch ich wollte nicht allein sein. Seine Brust lag eng an meinem Rücken und seine Hand streichelte zärtlich meinen Bauch.
"Oh, das ist so schön", wisperte ich, als seine Hand meine Brust umfing.
Er küsste mich auf Ohr und Nacken, während Schauer um Schauer mich durchfuhr.
"Bella, soll ich aufhören? Du musst doch total müde sein."
Ich drehte mich zu ihm und küsste ihn mit aller Leidenschaft die ich aufbringen konnte
.
"Ich will dich, Edward. Ich will dich so sehr."
Er senkte seinen Mund auf meinen und begann zärtlich mich zu lieben.
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