Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 34 - Schuld

Edward Pov

Ich saß im Gerichtssaal und wartete auf das Urteil der Geschworenen. Malloy, der wegen Mordes an seiner Frau angeklagt war, saß neben mir und grinste schmierig. Wie ich diesen Kerl hasste!
Er war sich so sicher, dass er davonkommen würde. Mittlerweile war ich von seiner Schuld überzeugt, und es widerte mich an, so einem Dreckskerl zur Freiheit zu verhelfen. Am liebsten hätte ich das Mandat niedergelegt, aber dann hätte ich meine Zulassung verloren. So schluckte ich diese bittere Pille und hoffte, ja, betete, dass die Geschworenen ihn schuldig sprechen würden. Ich hatte ihn gut verteidigt und die Chancen dafür standen schlecht, aber ich hatte noch immer einen kleinen Funken Hoffnung, dass die Gerechtigkeit siegen würde.

Ich blickte zu Malloy. Der Bauunternehmer war die Ruhe selbst, er schien überhaupt keine Anspannung zu verspüren. Wie eiskalt musste er sein, dass ihn das alles nicht tangierte?
Plötzlich kam Unruhe auf. Richter Grey hatte den Gerichtssaal wieder betreten, gleich würde er das Urteil verlesen.

Egal, wie es ausging. Meine Karriere als Strafverteidiger, würde ich nach diesem Fall, endgültig an den Nagel hängen. Ich hatte bereits den Vertrag als Staatsanwalt unterschrieben und würde die Stelle in einem Monat übernehmen. Peter war nicht böse gewesen. Es war wie Bella vorausgesehen hatte,  und er fand rasch Ersatz für mich.

Die Stimme von Grey durchbrach das Stimmengewirr im Saal.

"Ruhe, bitte. Wir kommen nun zur Urteilsverkündung im Fall Malloy. Ich werde nun den Anklagepunkt verlesen und danach die Entscheidung der Geschworenen."

Er machte eine kurze Pause, räusperte sich und fing wieder an zu sprechen.

"Der Staat gegen Micheal Malloy. Angeklagt wegen Mordes, an seiner Ehefrau Jennifer Malloy. Hier das Urteil."

Tumultartige Wortfetzen gingen durch den Saal, die Zuschauer im Gerichtssaal redeten wild durcheinander.

"Ruhe in meinem Gerichtssaal", donnerte Richter Grey und klopfte ein paar mal mit seinem Hammer auf sein Pult.

Sofort herrschte Stille.

"Also, noch mal. Das Urteil der Geschworenen lautet. NIcht schuldig."

Innerlich starb etwas in mir. Ich hatte einem Mörder zur Freiheit verholfen, dass würde immer auf mir lasten.

Malloy lachte neben mir efreut auf.

"Verdammt Cullen, sie sind wirklich ein Glücksgriff gewesen. Das haben sie, verdammt nochmal, gut gemacht", schrie er.

Er klopfte mir auf die Schulter.

Ich lächelte gezwungen.

"Ich habe nur meinen Job gemacht, wie jeder andere Anwalt auch."

"Ach, papperlapapp. Stellen sie ihr Licht nicht unter den Scheffel. Sie sind einer der besten Anwälte der Stadt, ach was, im ganzen Land. Ich werde sie an ein paar meiner Kumpel weiterempfehlen, die brauchen öfter mal rechtlichen Beistand."

Er grinste dreckig. Ja, das glaubte ich gleich. Seine Freunde gehörten sicherlich zur selben Sorte Abschaum wie er.

"Das würde ich lieber nicht tun, Mr.Malloy. Ich wechsle nämlich zur Gegenseite."

Ich beugte mich nahe zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr.

"Glauben sie mir, Malloy. Wäre ich in diesem Fall der Staatsanwalt gewesen, hätte ich dafür gesorgt, dass sie den Rest ihres Lebens im Gefängnis vermodern. Und jetzt entschuldigen sie mich. Mir wird übel von ihrem Anblick."

Mit diesen Worten ließ ich ihn stehen und hastete zum Ausgang hinaus. Sämtliche Presseleute wimmelte ich ab. Ich wollte hier nur noch weg und einen normalen Menschen sehen.

Bella.

Ich würde zu ihr fahren. Ihre Nähe gab mir Ruhe und Frieden. Ich wollte nicht mehr an diesen katastrophalen Fall denken, nicht daran, was ich getan hatte.

Unschlüssig stand ich eine Stunde später vor ihrer Haustüre. Sollte ich wirklich klingeln? Noch nie war ich unangemeldet gekommen. Zuhause war sie jedenfallls. Ich hörte leise Musik aus dem Inneren der Wohnung.

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und betätigte die Türglocke. Nach mehreren Sekunden öffnete sie die Tür und sah mich überrascht an.

" Edward, was machst du denn hier?"

"Darf ich reinkommen?"

"Aber natürlich", sagte sie sofort und trat zur Seite.

Ich folgte ihr ins Wohnzimmer, setzte mich aber nicht, sondern lief wie ein gehetztes Tier hin und her.

Sie musterte mich besorgt.

"Was ist passiert?"

Heftig zog ich an meiner Krawatte und lockerte sie mit einem groben Ruck, die obersten Hemdknöpfe riss ich einfach auf. Ich brauchte Luft, denn ich hatte das Gefühl zu ersticken.

"Was passiert ist fragst du? Sieh, mich an Bella. Was siehst du?", zischte ich.

Ich war mit ein paar Schritten bei ihr und faßte sie um die Schultern, nicht zu fest, denn trotz meiner Verzweiflung, war ich mir bewußt, dass ich ihr keinesfalls weh tun durfte.

"Sieh mich an, und sag mir was du siehst", wiederholte ich bestimmend.

"Edward.... du machst mir Angst!" brachte sie stockend raus.

Ich ließ von ihr ab und setzte mich auf ihre Couch. Verzweifelt vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen.

So saß ich einige Minuten da, nicht imstande etwas zu sagen.

Plötzlich spürte ich eine zarte Berührung in meinem Nacken. Es war Bellas Hand, die mich vorsichtig streichelte. Ich sah auf und sie fuhr mir zärtlich über die Stirn, strich mir das Haar zur Seite und sagte liebevoll.

"Du brauchst nichts zu sagen. Du kannst einfach hier sitzen bleiben, bis es dir wieder besser geht."

Erschüttert blickte ich sie an. Ich hatte ihr alles mögliche angetan, ihr Vertrauen mit Füßen getreten und doch stand sie hier neben mir und tröstete mich. Überwältigt schlang ich die Arme um ihre Taille und vergrub das Gesicht an ihrem Bauch. Tief atmete ich ihren unverwechselbaren Geruch ein.
Immer noch streichelte sie mir tröstend über mein Haar, als ich plötzlich einen Stoß an meiner Wange fühlte. Hatte ich mir das eingebildet?

Aber nein. Da war es wieder. Diesmal ganz deutlich. Das Baby bewegte sich.

Bella lachte und sagte.

"Ich schätze, da will jemand seinem Daddy einen guten Abend wünschen!"

Ehrfürchtig legte ich beide Hände an ihren Bauch. Seit dem Kuss war ein Monat vergangen. Bella war jetzt im sechsten Monat und immer noch wussten wir das Geschlecht des Babys nicht. Ich wusste nur, dass sie das Baby seit geraumer Zeit spürte, aber bisher hatte ich nicht das Glück, dabeizusein. Jetzt zu spüren, wie sich unser Kind in ihrem Bauch regte, ließ alles andere bedeutungslos werden. Was kümmerten mich die Malloys dieser Welt. Bella und das Kind waren das einzige was wirklich zählte.

Wieder ein Stoß, diesmal sehr kräftig.

"Wow, das Kleine hat ja ganz schön Kraft", lachte ich glücklich.

"Wenn du es von außen schon so siehst, kannst du dir vorstellen wie es sich von innen anfühlt?", scherzte sie.

Benommen schüttelte ich den Kopf und legte die Wange an ihren Bauch, mit den Händen fuhr ich zärtlich über die Babykugel. Leider hatten die Bewegungen aufgehört und ich richtete mich etwas enttäuscht wieder auf.

"Nichts mehr. Ich schätze unser Kind hat keine Lust mehr."

Sie nickte lächelnd und sah mich dann abschätzend an.

"Ich wollte mir grad was zu essen machen. Willst du auch was?"

"Wenn es dir keine Mühe macht, gerne", erwiderte ich.

Eine halbe Stunde später, saßen wir uns, bei Salat und Hühnerbrust, gegenüber. Schweigend áßen wir, bis Bella diese Stille unterbrach.

"Willst du mir jetzt sagen, was passiert ist?"

Ich seufzte und legte die Gabel weg.

"Es geht um den Fall des Bauunternehmers. Er ist heute freigesprochen worden."

"Das ist doch großartig, oder etwa nicht?", fragte sie mich unsicher.

Ich schüttelte den Kopf.

"Nein, ist es nicht. Ich habe einem Schuldigen zur Freiheit verholfen. Ich weiß es war mein Job, aber ich kann nicht mit dem Gefühl leben, dass dieser Wahnsinnige frei rumläuft."

"Edward , ich verstehe ja, dass du dir Vorwürfe machst, aber du hast den Fall übernommen, als du noch von seiner Unschud überzeugt warst. Du konntest den Fall nicht mehr abgeben und hast getan was du tun musstest. Mach dir keine Vorwürfe deswegen."

"Wieso bist du nur so verständnisvoll, nach allem was ich dir angetan habe."

Sie sah mich offen an.

"Vielleicht, weil es mich freut, dass du endlich Vertrauen zu mir hast."

Bewundernd sah ich sie an.

"Du bist das gütigste Lebewesen auf diesem Planeten, weißt du das?"

Sie grinste.

"Du kannst mir ja deine Dankbarkeit beweisen, indem du mir die Füße massierst. Ich sterbe fast. Alice hat mich heute durch sämtliche Brautmodengeschäfte in Seattle gejagt. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, hat sie mir auch noch die Organisation ihrer Verlobungsfeier aufgeschwatzt."

Ich stand auf und streckte ihr meine Hand entgegen, die sie sofort egriff.

"Zu Befehl, Madam. Vor Ihnen steht der beste Fußmasseur in ganz Seattle."


Es war mittlerweile dunkel geworden und ich bearbeitete ihren Fußballen mit meinem Daumen. Ich massierte und knetete die samtweiche Haut, bis ihr verzückte Laute aus dem Mund glitten.

"Das tut so guuuuut", stöhnte sie. Sie lag auf dem Sofa und ihr Fuß ruhte auf meiner Brust. Eine halbe Ewigkeit bearbeitete ich sie schon und sie schien vor Wonne zu zerfließen. Ich sah kurz auf die Uhr. Es war bereits nach 22 Uhr.

" Ich glaube ich sollte jetzt gehen?"

Träge öffnete sie die Augen.

"Bitte bleib bei mir heute Nacht. Ich würde so gerne in deinem Arm einschlafen", flüsterte sie und ich glaubte mich verhört zu haben. Sie wollte mich tatsächlich bei sich haben.

Langsam stand ich auf und zog sie hoch. Wir gingen in ihr Schlafzimmer und blieben uns zugewandt dort stehen.

Sie wirkte jetzt etwas verlegen, als sie sagte.

"Ich mache mich mal kurz bettfertig."

Ich nickte ihr zu und sah, wie sie im Bad verschwand. Ich zog mich bis auf die Boxershorts aus und schlüpfte schon mal unter die Bettdecke.

Nach ein paar Minuten, kam sie in einem hübschen Nachthemd raus. Das Haar fiel ihr in einer dunklen Wolke, auf die zierlichen Schultern und mit einem befangenen Lächeln, legte sie sich neben mich.

Seitlich lagen wir da und sahen uns an.

Ich traute mich kaum zu atmen, aus Angst, diesen wundervollen Moment zu zerstören. So gern wollte ich sie berühren und ihre weiche Haut spüren.

Sie nahm mir die Entscheidung ab und strich mir leicht über meine Wange. Sie tastete sich über meine Haut, fühlte und spürte die Beschaffenheit. Unser Atem beschleunigte sich und ich rutschte näher ran. Nur noch der Stoff ihres Nachthemdes trennte uns voneinander.

Ich lehnte mich vor und wisperte nah an ihren Lippen.

"Nur Küssen?"

"Nur Küssen", bestätigte sie.

Mit den Zähnen zog ich ihre Unterlippe zwischen meine, strich glättend mit der Zunge darüber. Ihr eigene kam mir entgegen und verwickelte sie in ein leidenschaftliches Spiel. Ich vertiefte sehnsüchtig den Kuss und hielt sie am Nacken fest.

Lange küssten wir uns, bis sie sich schließlich mit einem zufriedenen Seufzen, an meine Brust kuschelte.

"Gute Nacht , Edward."

"Gute Nacht, schlaf schön mein Liebling."

Ich hörte nur noch ihren gleichmäßigen Atem.

Sie war eingeschlafen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen