Edwards PoV
Mit mörderischer Wut im Bauch lenkte ich den Wagen durch die nächtlichen Staßen. Ich kannte nur noch ein einziges Ziel. Ich wollte Tanya zur Rede stellen!
Natürlich war mir bewusst ,dass es klüger gewesen wäre bis zum nächsten Tag zu warten, aber ich musste dieses intrigante Biest zur Rede stellen. Heute noch! Vorher war ich zu keinem rationalen Gedanken mehr fähig.
Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass Tanya mich so hintergangen hatte, doch komischerweise zweifelte ich keine Sekunde an James Worten. Innerlich schüttelte ich den Kopf.Selbst ihm glaubte ich auf Anhieb, nur bei Bella nahm ich automatisch an, dass sie log. Warum war ich nur so dumm?
Wir könnten immer noch zusammen sein, wenn ich ihr nur einmal richtig zugehört und meinen Kopf eingeschaltet hätte. Nicht für eine Sekunde zog ich in Erwägung, dass es eine Falle sein könnte. Jetzt kam mir der Gedanke, dass sie mich betrog völlig absurd vor.
Wie einsam und verloren musste Bella sich gefühlt haben? Verlassen von dem Mann dem sie vertraute ohne wenn und aber, dies aber in keinster Weise zurückbekam. Sie selbst hätte allen Gund zur Eifersucht gehabt. Ich war es doch, der ständig bis spät in die Nacht in der Kanzlei arbeitete. Jedes einzelne Mal war Tanya mit von der Partie und dennoch glaubte mir Bella immer unbesehen, wenn ich ihr beteuerte, es wäre eine rein berufliche Konstellation. Ich log sie sogar an was meine Freundschaft mit Tanya anging. Diese war weitaus enger, als ich Bella gegenüber zugab.
Ja, Bella vertraute auf meine Liebe und meine Treue. Im Gegensatz zu mir! Eine geschickt ausgelegte Falle reichte aus, um mich in die Irre zu führen. Ohne zu zögern beendete ich die Ehe und verbaute mir dadurch sämtliche Chancen sie jemals zurückerobern zu können. Sie würde mir nach dieser Katastrophe niemals wieder vertrauen können und ich konnte es ihr nicht mal verdenken.
Das was ich mir leistete, war ungleich schlimmer als ihr angeblicher Ehebruch. Verzweifelt dachte ich an ihre vergeblichen Bemühungen mir im Hotel die Wahrheit zu sagen. Schlagartig wurde mir klar, dass diese wundervolle Frau mich niemals betrogen hätte. Dafür war sie viel zu ehrlich.
Ich konnte es kaum erwarten Tanya in die Finger zu bekommen. Auch wenn ich allein durch mein Mißtrauen den größten Teil der Schuld trug, waren es doch ihre Intrigen, die das Alles erst auslösten.
Ich dückte das Gaspedal bis zum Anschlag durch, da es mir deutlich zu langsam voranging und meine Nerven waren bis zum Bersten gespannt. Meine Hände umklammerten das Lenkrad so fest, dass die Fingerknochen weiß hervortraten. Hassmachte sich in mir breit, wenn ich an meine ehemals beste Freundin dachte.
Diese berechnende Hexe!
Ohne Skrupel hatte sie sich in mein Leben geschlichen und gezielt ihre Giftpfeile abgeschossen. Oft nur getarnt durch scheinbar harmlose Bemerkungen, die aber zur Folge hatten ,dass ich mich von Bella unverstanden und unter Druck gesetzt fühlte. Nie hatte ich auch nur ansatzweise Tanyas Loyalität in Zweifel gezogen. Ich hielt sie wirklich für eine Freundin. Gerade deswegen schmerzte der Verrat besonders.
Mir war klar, dass sie es nie einfach zugeben würde, wenn ich sie direkt damit konfrontierte. James Worte, sie würde ihm ans Leben wollen hatten mich nachdenklich gestimmt. Natürlich glaubte ich nicht, dass sie soweit gehen würde. Aber es wäre leichter für alle, wenn sie freiwillig damit rausückte.
Ich musste die Wahrheit irgendwie aus ihr rauskitzeln. Wie das geschehen sollte wusste ich noch nicht. Doch eine Idee formte sich in meinem Kopf, begeleitet von einem grimmigen, bösen Grinsen!
Endlich stoppte ich das Auto vor ihrem Apartmentblock und stieg nun ganz ruhig aus. Mit gemäßigten Schritten stieg ich die Treppen hinauf und betätigte den Schalter der Sprechanlage. Ich musste nicht ange warten. Der Türöffner ging mit einem leisen Surren auf, nachdem ich die Klingel betätigt hatte. Nur noch wenige Sekunden bis ich ihr gegenüber stehen würde.Vor ihrer Tür holte ich nochmal tief Luft und klopfte laut.
"Wer ist denn da?", hörte ich sie schaf fragen.
"Ich bin es Edward" ,antwortete ich aufgesetzt freundlich.
Die Tür wurde sofort aufgerissen und eine überraschte Tanya lächelte mich an.
"Edward! Welch schöner Gast zu so später Stunde", säuselte sie verführerisch.
Sprach sie schon immer so mit mir, oder hatte ich es bisher nur ignoriert?
"Ich wollte dich unbedingt sehen. Ich hatte eine wirklich schlimme Auseinandersetzung mit Bella und könnte etwas Trost gebrauchen."
Sie ging ein paar Schritte zurück und ließ mich eintreten.
"Du Ärmster, komm schon rein.Ich werde dir erst einen ordentlichen Drink einschenken. Danach wird es dir besser gehen."
Sie ging hüftschwingend zur Bar und nahm eine Karaffe mit goldgelbem Inhalt in die Hand. Sie schenkte mir großzügig ein und reichte mir das Glas.
Dies tat sie mit derat lasziven Bewegungen, dass es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Das war keinesfalls das Verhalten einer Feundin, sondern es waren eindeutige Signale einer Frau, die einen Mann verführen wollte. Sie hatte sich schon immer so gegeben, aber ich wollte es nicht wahrhaben. Jetzt sah ich es mit übergroßer Deutlichkeit und mir wurde fast schlecht bei ihrem Anblick. Aber noch musste ich die Fassade waren, denn ich wollte es aus ihrem Mund hören.
Ich kippte den Whiskey in einem Zug runter und sah auf sie hinab. Sie wirkte wie die Unschuld persönlich, aber irgendwas in ihren Augen sagte mir, dass sie alles andere war als das. Dazu war sie im Job auch zu gewieft, wirklich mit allen Wassern gewaschen. Bisher bewunderte ich diese Eigenschaft, jetzt jedoch hatte diese Gerissenheit in meinen Augen einen schalen Nachgeschmack.
Sie zog mich auf die Couch und sah mich erwartungsvoll an.
"Jetzt rück schon raus mit der Sprache.Was ist passiert?"
"Ich will nicht darüber reden. Ich bin froh, dass ich sie los bin," log ich.
Überrascht sah sie mich an.
"Ich hatte eigentlich gedacht, du würdest sie vermissen."
"Nun das ist Geschichte. Ich bin froh, dass sie mich betrogen hat! Selbst wenn es stimmen würde wenn sie behauptet, diese ganze Geschichte sei eine Falle von dir, wäre es mir egal. Neun Jahre Langeweile sind genug. Ich will eine richtige Frau, die sich nimmt was sie will."
Mit diesen Worten zog ich sie ruckartig an mich. Ich hatte diese Lügen eben kaum über die Lippen gebracht, aber ich musste sie in Sicheheit wiegen.
"Hat sie das behauptet? Das ich ihr eine Falle gestellt hätte," fragte sie heiser und drängte sich näher an mich.
"Ja!" Ich begann an ihrem Ohr zu knabbern und flüsterte dann hinein. " Ich muss zugeben ,dass mich der Gedanke tierisch anmacht, dass du derart scharf auf mich bist ,dass du vor nichts zurückschreckst."
Ich biss sie in den Hals und sie stöhnte lustvoll auf.
"Oh Gott Edward, es ist wahr. Es war eine Falle. Ich wollte dich so sehr und ich sah keine andere Möglichkeit dich von ihr loszukriegen."
Sie presste ihren Mund auf meinen, doch ich packte sie hart an den Schultern und hielt sie von mir weg.
"Du gibst es also zu?"
Sie schien so im Rausch ihres Sieges ,dass sie meinen scharfen Tonfall nicht registrierte. Statt dessen lachte sie glockenhell auf und suhlte sich in ihrem vemeintlichen Erfolg.
"Oh ja, es war so einfach!", kicherte sie," die dumme Kuh hat wirklich geglaubt, sie würde sich mit Mrs. Stanhope treffen. James musste nur noch im richtigen Moment zugreifen."
"Wie bist du an den Lippenstift gekommen?" ,fragte ich sie gespielt eifrig.
Wieder dieses mädchenhafte Kichern. Oh Gott, sie wurde mir langsam unheimlich.
"Ich hab ihr was in den Champagner geschüttet. Als sie ohnmächtig war, habe ich ihn mir aus der Handtasche geholt. Ich wusste er ist selten und du würdest ihn sofort wiedererkennen. Mein Plan war perfekt. Edward wir beide werden so glücklich miteinander werden. Als nächstes entledigen wir uns deines Onkels. Die Kanzlei wird uns gehören und bald schon kann uns nichts mehr aufhalten."
Sie war wirklich wahnsinnig.
"Wir werden heiraten und die mächtigsten Persönlichkeiten in Seattle werden."
Wieder schmiss sie sich in meine Arme, doch ich hatte genug gehört. Heftig stieß ich sie vom Sofa auf den Boden und stand auf.
"Wir werden nichts dergleichen tun, du hinterlistige Schlange. Du bist gefeuert. Deine Sachen kannst du morgen Abend am Empfang abholen. Ich kann nicht glauben, dass ich auf dich reingefallen bin. Durch dein Mitverschulden hab ich Bella verloren, ich habe mich beruflich zu Sachen hinreißen lassen die ich früher nicht mal in Erwägung gezogen hätte. Es wird Zeit ,dass ich meine Fehler korrigiere. Ich kann nicht mit Worten ausdücken wie sehr ich dich verachte, aber lass dir eins gesagt sein. Wenn du Bella oder mir noch mal zu Nahe kommst, dann wist du mich kennenlernen. Ich sorge dafür, dass du nirgends mehr einen Fuß auf den Boden bekommst. Verschwinde am Besten aus der Stadt und aus meinem Leben. Du widerst mich an!"
Ihre Augen flackerten merkwüdig als sie aufstand und mich direkt ansah.
"Das wirst du noch bereuen, Edward Cullen. Niemand behandelt mich so. Ich schwöre dir, dass ich dir das Leben zur Hölle machen werde. Du wirst noch den Tag verfluchen an dem du mich abgewiesen hast. Dreh mir nie den Rücken zu, denn ich werde da sein und nur auf eine Gelegenheit warten mich zu rächen."
Kalt sah ich sie an.
"Tu was du nicht lassen kannst. Du tust mir nur noch leid. Wie verbittert und krank musst du sein, wenn du zu solchen Mitteln greifen musst. Du kannst Bella nicht das Wasser reichen. Sie wird immer weit über dir stehen. Leb Wohl!"
Ich drehte mich um und wollte die Wohnung velassen, als sie sich auf mich warf. Sie schlug mit ihren Fäusten auf mich ein, biß und kratzte mich, während sie mich lautstark verfluchte. Ich schüttelte sie ab und ließ sie schluchzend am Boden liegen. Genau da gehörte sie hin.
Zwei Stunden später saß ich nachdenklich in meinem Büro. Ich hatte Tanyas sämtliche Habseligkeiten in zwei Kisten geschmissen. In nur wenigen Stunden hatte sich mein Leben komplett verändert.Nicht nur weil ich Bella wohl endgültig verloren hatte, sondern auch, weil meine angeblich beste Freundin sich als berechnende Hexe geoutet hatte.Ich vegrub mein Gesicht in meinen Händen, als ich plötzlich Schritte hörte.
Die Tür öffnete sich und ein heller Lichtstrahl vom Flur erhellte den dunklen Raum.
"Was machst du denn noch so spät hier?" , hörte ich die Stimme meines Onkels.
"Ich habe heute Abend Tanya rausgeworfen," sagte ich und wartete auf die Reaktion von Peter. Er würde toben. Erst James und jetzt noch Tanya. Wir hatten mittlerweile einen krassen Mangel an Personal.
"Du hast also endlich ihr falsches Spiel durchschaut?"
Verblüfft starrte ich ihn an.
"Heißt das, du wusstest wie sie ist?"
"Jeder außer dir wusste es, Edward.Es war überdeutlich zu sehen, dass sie scharf auf dich war."
"Wieso hast du mich nicht gewarnt?" ,rief ich entsetzt und ungläubig.
"Du hättest mir ja doch nicht geglaubt. Selbst Bella war machtlos gegen ihre Lügen. Aber am Schlimmsten warst du selbst. Tanya mag eine Hexe sein, aber du hast dich nur zu gerne auf ihr Spiel eingelassen. Wenn du Bella wirklich wieder haben willst, musst du dir ihr Vertrauen wieder schwer erarbeiten. Das heißt, falls sie dich läßt. Sie kommt nämlich sehr gut ohne dich zurecht. Wusstest du, dass sie beruflich richtig durchstartet? Eines ihrer Bücher wird als Vorlage für eine Kindershow hergenommen. Sie hat eine neue Wohnung und viele neue Feunde die sie unterstützen."
Verletzt sah ich ihn an, wohlwissend ,dass er mit jedem seiner Worte absolut ins Schwarze getroffen hatte. Es tat weh zu hören, dass Bella ihr Leben auch ohne mich in den Griff bekam, auf der anderen Seite war ich aber auch stolz so eine starke Frau zu haben.
Halt! Sie war ja gar nicht mehr meine Frau und sie gehörte mir schon längst nicht mehr.
"Ich war so ein Idiot, Onkel Peter. Was soll ich denn jetzt machen. Ohne sie bin ich nichts."
Peter sah mich ernst an.
"Vor allem solltest du Geduld haben. Dräng sie nicht und lass ihr Zeit das alles zu verarbeiten. Du hast Glück , dass sie dich immer noch abgöttisch liebt. Wenn du ihr beweisen kannst, sdas sie dir wieder vertrauen kann, habt ihr vielleicht noch eine Chance. Aber du wirst hart um sie kämpfen müssen, mein Junge. Diesmal hast du es richtig verbockt."
"Ich weiß," flüsterte ich unglücklich. Dann erhellte ein kleines Lächeln mein Gesicht.
"Aber ich werde um sie kämpfen, Peter. Und wenn es Jahre dauert, bis sie mir verzeiht! Diesmal werde ich es besser machen. Ich hab meine Lektion gelent."
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