Bellas Pov
Mit angehaltenem Atem lauschten wir Dad´s Worten. Er hielt das Ergebnis des Bluttests in den Händen und in wenigen Sekunden würden wir Gewissheit haben.
„Das Blut auf dem Papier ist mit dem Blut deiner Halbschwester identisch, Edward.“
Langsam ließ Edward die Luft aus seinen Lungen strömen und sackte merklich zusammen. Es war ein Schock es bestätigt zu bekommen, obwohl wir ja damit rechneten.
„Dann ist es also wahr?“, stellte er fest, „Tanya ist wirklich mit mir blutsverwandt. Ich fasse es nicht, dass diese Schlange tatsächlich meine Schwester sein soll.“
Beschwichtigend drückte ich seine Hand und hielt ihn davon ab, unruhig hin und her zu laufen.
„Das ist noch nicht alles“, hörte ich Charlies sagen, „ich habe dem St. Quentin Waisenhaus in Port Angeles einen Besuch abgestattet. Dort erfuhr ich einige äußerst interessante Sachen.“
„Dad!“, quengelte ich wie ein kleines Kind, „Jetzt mach es doch nicht so spannend. Was hast du herausgefunden?“
„Ich habe ein paar Minuten allein im Büro von Schwester Mary Agnes verbringen dürfen und habe mir ein bisschen an ihrem Aktenschrank zu schaffen gemacht.“, sagte er mit unverkennbarem Grinsen in der Stimme, „Nun, was soll ich sagen. Mir ist da ganz zufällig die Akte einer gewissen Elisabeth Masen in die Hände gefallen. Bevor ich aber einen genauen Blick darauf werfen konnte, kam Schwester Mary Agnes zur Tür hinein. Aber ich konnte noch den Nachnamen der Adoptiveltern und den damaligen Wohnort lesen. Die Familie heißt Hogan und der Ort in dem sie lebten, nennt sich Maryville. Zugegeben, es ist nicht viel, aber es ist eine Spur.“
Edward schaute mich bedeutsam an, als Dad Maryville erwähnte. Wir waren definitiv an Tanya dran, daran bestand nun nicht mehr der geringste Zweifel.
„Charlie, ich danke dir für deinen Einsatz. Glaub mir, ich weiß das zu schätzen. Maryville war uns ja schon vorher bekannt und wir haben Peter hingeschickt, um mehr in Erfahrung zu bringen. Leider ist das in die Hose gegangen und er wird mit Bellas Freundin, Shelley, nochmals hinfahren.“
Charlie brummte etwas Unverständliches und ich musste lächeln. Dad war einfach ein liebevoller Brummbär, aber er besaß ein riesiges Herz.
„Edward“, sagte er plötzlich, „ da gibt es noch etwas, was ich dir sagen wollte. Schwester Mary Agnes erzählte mir, wie unglücklich Elisabeth darüber war, dass sie euch weggeben musste. Sie liebte euch über alles und es brach ihr das Herz euch zurückzulassen. Die Nonne meinte, sie hätte vorgehabt nach Europa auszuwandern, um dort zu arbeiten. Ich dachte, es würde dich vielleicht interessieren.“
Edward schluckte schwer bei diesen Worten und rang sichtlich nach Fassung. Er tat mir so unendlich leid. Sein Schmerz war auch meiner und ich verspürte selbst diese Leere im Herzen. Die Liebe zu seiner Mutter war genauso wenig erloschen, wie sein Hass. Nur dass Letzterer sich nun nicht mehr gegen Elisabeth richtete, sondern gegen Carlisle und ein Stück weit auch gegen Esme.
„Ich bin froh, dass du es mir erzählt hast. Carlisle erzählte mir die Geschichte schon, aber es ist schön, nochmal die Bestätigung von einer dritten Person zu bekommen.“
„Irgendwann musst du dich mit Carlisle aussprechen, Junge. Er ist untröstlich und ertrinkt in Schuldgefühlen. Rede mit ihm oder schrei ihn an. Alles ist besser, als dieses Schweigen. Er begang damals den Fehler alles totzuschweigen, du solltest diese Dummheit nicht wiederholen.“
Ich sah, wie es in Edward arbeitete. Natürlich war es richtig, was Dad da erzählte, doch es würde nicht einfach für ihn werden, über seinen Schatten zu springen und die Aussprache mit dem Ziehvater zu suchen.
Dad räusperte sich vernehmlich.
„Also, ich muss jetzt wirklich zurück nach Forks. Ich habe noch eine Menge Berichte, die ich durcharbeiten muss. Ich werde trotzdem versuchen, etwas über diese Hogans rauszufinden. Leider kann ich nicht selbst nach Maryville, aber es ist sicher nicht verkehrt Peter zu schicken. Der war schon immer ein Teufelskerl und wird bestimmt einige Leichen in dem Kaff ausgraben.“
Er legte auf und ich schmiegte mich zärtlich an Edward.
„Komm Schatz, lass uns schlafen gehen. Wir müssen beide früh raus und ich will wenigstens für die nächsten paar Stunden alles vergessen.“
Er lächelte mich leicht an und legte den Arm um meine Schultern.
„Das ist eine ausgezeichnete Idee! Wir blenden einfach alles aus. Tanya, Carlisle, meine Mutter, einfach alles. Ich will nur noch an dich und unser Baby denken.“
Zärtliche Lippen legten sich auf meine und wir versanken in einem gefühlvollen Kuss.
„Wo waren wir eigentlich vor dem Anruf stehengeblieben“?, fragte ich ihn erwartungsvoll.
Er lachte auf.
„Du bist unglaublich. Jedes mal wenn ich denke, ich könnte dich nicht noch mehr lieben, beweist du mir, dass es doch geht.“
Küssend stiegen wir die Treppen nach oben und vergaßen die Welt um uns herum.
Es war schon Mittag als ich mit Jake zusammen das Restaurant betrat, wo das Treffen mit Leah stattfinden sollte. Ich konnte es kaum erwarten, mehr über das Leben meiner ältesten und liebsten Freunde zu erfahren. Wie es ihnen ergangen war und welche Pläne sie für die Zukunft schmiedeten.
Wenn man mit Jake unterwegs war, fiel man immer extrem auf. Seine beeindruckende Größe allein wirkte schon furchteinflößend. Zusammen mit den wilden schwarzen Augen, dem schwarzen Haar und der dunkelgetönten Haut, wirkte er wie das Urbild eines Kriegers. Alles in allem war Jake der perfekte Bodyguard. Nur jemand mit ausgeprägter Todessehnsucht würde sich mit ihm anlegen.
Sanft umfasste er meinen Ellbogen und geleitete mich sicher zu unserem Tisch, an dem Leah schon wartete. Ich musterte meine ehemals beste Freundin und stellte fest, dass sie sich mit den Jahren kaum verändert hatte. Immer noch bändigte sie das wunderschöne lange Haar in einem reizlosen Zopf. Die Jeans schienen an der Haut angewachsen und die weiten Blusen trugen nicht dazu bei, ihre Attraktivität zu steigern. Dabei war sie wirklich ein hübsches Geschöpf, sie musste es nur zulassen.
Es war einfach nicht zu übersehen, dass sie in einem reinen Männerhaushalt aufwuchs, der sich nichts aus weiblichem Firlefanz machte. So verhielt sie sich bis heute, eher wie ein Kerl, fluchte wie ein Fernfahrer, trank ihr Bier und scherte sich einen Dreck darum, ob die Männer sie hübsch fanden.
Doch ich mochte Leah genau so wie sie war und wenn sie sich so wohl fühlte, dann sollte es mir recht sein.
„Bella“, schrie sie schon durch das halbe Restaurant und schreckte mit ihrer hellen, aber lauten Stimme, einige Gäste auf. Der Kellner warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu und sie setzte sich schnell wieder auf den Stuhl. Sie mochte manchmal etwas ungehobelt sein, doch sie merkte sehr wohl, wenn sie sich danebenbenahm.
„Musst du so schreien, Leah“, zischte Jake sie an, „wir sind hier nicht in La Push. Hier werden Manieren erwartet und du benimmst dich wie eine Landpomeranze.“
Sauer schickte sie ihm einen bösen Blick.
„Nun, ich bin eine Landpomeranze, falls du das vergessen hast. Tu nicht so, als ob du das Buch für gutes Benehmen verschlungen hättest. Ich weiß es besser! Dein eigenes Benehmen lässt nämlich auch zu wünschen übrig. Oder findest du es höflich, mich nicht zu begrüßen und mich gleich dumm anzumachen?“
Sie versteckte es gut, doch sie war verletzt. Jakes Sticheleien trafen sie mehr als sie zugab.
Jake besaß den Anstand verlegen zu werden.
„Entschuldige Leah, ich wollte dich nicht bloßstellen. Du weißt doch, dass ich jedesmal explodiere, wenn wir aneinandergeraten. Es tut mir leid.“
Besänftigt nickte sie und wir nahmen am Tisch Platz. Der pikierte Kellner von vorhin eilte herbei und nahm unsere Getränkebestellung auf, bevor wir uns auf die Karte stürzten.
Wir wählten unser Essen, bestellten und fingen eine zwanglose Plauderei an. Es tat so unendlich gut, die Zwei wiederzuhaben. Jetzt, wo sie mit mir an einem Tisch saßen, merkte ich erst, wie sehr sie mir fehlten.
Jake eröffnete vor zwei Jahren „Wolf Investigations“ und war seitdem mehr oder weniger, ununterbrochen in der Weltgeschichte unterwegs. Die Menschen für die er bisher arbeitete, reisten viel und so war er eigentlich nie in Seattle. Leah hielt derweil hier die Stellung und kümmerte sich um die schriftlichen Belange. Ihre Ausbildung zur Sekretärin, schloss sie mit Auszeichnung ab und sie regierte sein Büro sicherlich mit eiserner Hand. Leah besaß einen sehr ausgeprägten Willen und gab Jake immer kontra. Ein Umstand, der ihm sichtlich zu schaffen machte, war er doch sonst immer an Frauen gewöhnt, die ihm aus der Hand fraßen.
„Sag mal, habt ihr schon einen Namen für euer Kind?“, wollte Leah wissen.
„Jetzt sei doch nicht so neugierig“, schnappte Jake prompt.
„Ich habe nur eine einfache und völlig normale Frage gestellt!“, blitzte sie ihn an, „Ich weiß ehrlich nicht, was ich getan habe, dass du in letzter Zeit so gereizt bist. Ich brauch ja nur zu blinzeln und du gehst in die Luft.“
Er schwieg beharrlich und blieb ihr eine Antwort schuldig, stattdessen folgten seine Augen einer hübschen Kellnerin, die hinter der Bar verschwand.
„Wollt ihr noch was trinken, bevor das Essen kommt. Ich hole uns was.“, sagte er unvermittelt, die hübsche Frau am Tresen mit den Augen fixierend.
Amüsiert deutete ich auf meinen Bauch.
„Mit Alkohol ist nichts mehr, seit der Krümel in mir drin ist. Aber vielleicht möchte Leah ja was?“
„Nein danke, so früh möchte ich wirklich nichts. Aber hol dir ruhig was Jake.“
Der stand auf und tigerte geschmeidig zur Theke, während Leah ihm einen traurigen Blick nachwarf. Der Schmerz in ihren Augen verstärkte sich, als Jake anfing, mit der hübschen Bedienung zu flirten.
So lagen die Dinge also!
„Oh Leah, du bist ja in ihn verliebt!“; staunte ich.
Heftig riss sie den Kopf in meine Richtung.
„Blödsinn!“, rief sie aufgebracht, „Ich bin keineswegs in Jake verliebt. So ein aufgeblasener Trottel! Wie kommst du nur auf so einen Schwachsinn?“
Sie fühlte sich eindeutig ertappt und eine zarte Röte zierte ihre honigfarbenen Wangen.
„Du brauchst dich doch nicht zu schämen.“, meinte ich liebevoll, „Gegen seine Gefühle ist man machtlos. Ich habe das am eigenen Leib erfahren. Nach der Scheidung hat es nicht sehr lange gedauert, bis Edward und ich uns wieder näher gekommen sind. Dieser ganze Alptraum den Tanya ausgelöst hat, schweißte uns nur noch enger zusammen.“
„Du liebst ihn sehr, nicht wahr?“
„Edward ist mein Leben. Schon als Teenager wusste ich mit Bestimmtheit, dass ich niemals einen anderen in mein Herz lassen würde. Und daran änderte sich bis heute nichts. Jetzt bekommen wir ein Kind und es ist wie die Krönung unserer Liebe.“
Sehnsüchtig schaute Leah auf meinen Bauch. Sie liebte Kinder über alles und versammelte früher in La Push, regelmäßig alle Verwandten, nur um die Möglichkeit zu haben, mit deren Kindern Zeit zu verbringen. Ob das heute noch so war?
„Ich will dir in dein Leben nicht reinreden Leah“, fuhr ich fort, „ aber wenn du etwas für ihn empfindest, dann solltest du um ihn kämpfen.“
Sie blickte bitter zu ihm.
„Sieh ihn dir an, Bella und dann schau auf mich. Glaubst du, er wird auch nur einen Gedanken daran verschwenden, mit MIR an eine gemeinsame Zukunft zu denken. Er hat nicht die geringsten romantischen Gefühle für mich. Ich bin nur die gute, alte Leah, die man so schön ärgern kann. Und dazu bin ich auch nicht sein Typ. Er steht auf weibliche feminine Frauen und das bin ich nicht“, schloss sie traurig.
„Das kann man doch ändern!“, sagte ich vorsichtig.
„Wie meinst du das? Ich mag so einen Weiberkram nicht!“, schimpfte sie.
„Du magst es nicht, weil du es nicht kennst. Wenn ich mit zwei Männern aufgewachsen wäre, die keinerlei Sinn für weibliche Raffinesse besitzen, würde ich mich auch sträuben. Leider kann ich deinen Unterricht im Frausein nicht selbst übernehmen, da Jake praktisch rund um die Uhr bei mir ist, aber ich habe da genau die richtige Person, die das in die Hand nehmen wird. Ihr Name ist Alice.“
Leah würde mich köpfen, wenn sie Alice´ Umstyling hinter sich hatte. Aber jemand musste Leah unter die Arme greifen, damit Jake endlich die Augen aufgingen.
Er stichelte doch nicht grundlos! Irgendeine Anziehung verspürte auch er, konnte sie aber wahrscheinlich nicht einordnen.
Gutgelaunt kehrte er an den Tisch zurück und steckte einen Zettel in seine Hosentasche. Bestimmt die Nummer der Kellnerin!
Wir ließen uns das Essen schmecken und nach circa einer Stunde verabschiedete sich Leah. Den Rest des Tages machte ich unterschiedliche Besorgungen und stellte schmunzelnd fest, dass Alice Recht behielt.
Es war wirklich praktisch, jemanden zu haben, der einem die Tüten trug!
Abends lieferte mich Jake wohlbehalten bei mir zu Hause ab. Edwards Wagen stand schon in der Einfahrt und neue Energie durchströmte meinen müden Körper.
So schnell mein nun umfangreicher Körper es zuließ, betrat ich unser Haus und lief schnurstracks ins Wohnzimmer. Dort saß er schon auf der Couch und schaute mir erwartungsvoll entgegen.
„Das gibt es doch nicht, dass ich mal vor dir zu Hause bin!“, grinste er frech.
„Bild dir bloß nichts darauf ein, Liebster.“, entgegnete ich belustigt, „ Ich bin sicher, es wird eine Ausnahme bleiben!“
Er streckte die Arme nach mir aus und ich ließ mich zu ihm auf das Sofa ziehen. Voller Behagen und froh wieder bei ihm zu sein, kuschelte ich mich gemütlich an seinen warmen Körper.
„Ich habe eine Überraschung für dich!“, flüsterte er mir zart ins Ohr.
„Oh Edward, ich hasse Überraschungen! Sag mir sofort was du vor hast!“
„Immer mit der Ruhe“, lachte er. Er genoss es sichtlich mich auf die Folter zu spannen und dachte gar nicht daran, mir etwas zu verraten.
„Zuerst gibt es was Gutes zu Essen. Ich habe uns was liefern lassen!“
„Puh, da hab ich aber nochmal Glück gehabt. Ich erinnere mich noch allzu gut an deinen letzten Kochversuch. Mein Magen krampft sich jetzt noch zusammen, wenn ich daran zurückdenke“ , neckte ich ihn frech.
„Bella, Bella!“, tadelte er, „Damit hast du dir noch eine weitere Stunde schmoren eingehandelt. Jetzt gibt es die Überraschung erst zum Dessert.“
Beleidigt zog er in die Küche ab und ich folgte ihm grinsend. Er war wirklich ein katastrophaler Koch und brachte nichts Genießbares zustande. Tapfer ertrug ich seine halbjährlich auftretenden Kochambitionen und konnte doch keinerlei Besserung feststellen.
Der Tisch war festlich gedeckt, er hatte Kerzen angezündet und servierte jetzt eine angenehm duftende Suppe. Danach rückte er den Stuhl für mich zurecht und ich setzte mich im gegenüber. Er war in keinster Weise mehr eingeschnappt und lächelte mir strahlend entgegen.
„Lass es dir schmecken!“
Wir genossen gemeinsam das köstliche Essen und ich versuchte immer wieder vergeblich ihm sein Geheimnis zu entlocken. Doch er hielt Wort und wartete bis zum Dessert. Es gab köstliche Mousse au Chocolat die mir auf der Zunge zerging. Ich liebte Schokolade über alles und vertilgte sie seit der Schwangerschaft in Unmengen. Edward wusste natürlich um meine Schwäche und zog mich gnadenlos damit auf.
Er beobachtete mich, wie ich mir einen Löffel nach dem anderen in den Mund schob und stöhnend vor Entzücken die Augen schloss.
„Du siehst unglaublich sexy aus, wenn du dein Essen so genießt “, flüsterte er mit belegter Stimme.
Langsam schob ich noch einen Löffel in die Mousse und hielt ihm diesen vor den Mund. Seine Lippen schlossen sich um den Löffel und er ließ sich von mir füttern. Beim Schlucken bewegte sich sein Kehlkopf und dieser Anblick erregte mich seltsamerweise. Aber alles an Edward machte mich verrückt. Selbst die Art, wie er eine Zeitschrift umblätterte, wirkte sexy bei ihm.
Ich hielt ihm einen weiteren Löffel der köstlichen Süßigkeit vor den Mund und zog ihn weg, bevor er sie essen konnte.
„Erst die Überraschung!“, forderte ich.
Mit undurchdringlichem Blick stand er auf und ging ins Wohnzimmer, um nach wenigen Augenblicken mit einem Umschlag in der Hand zurück zu kommen.
Er nahm wieder Platz und sein liebevoller Gesichtsausdruck verursachte ein Prickeln auf meiner Haut. Selbst das Baby verspürte meine Aufregung und rächte sich mit einem kräftigen Tritt in meine Rippen. Ich zuckte zusammen, erholte mich aber schnell. Bei soviel Kraft blieb mir schon mal die Luft weg, doch man gewöhnte sich daran und ich war froh, dass mein Sohn so quietschfidel in meinem Bauch rumtobte.
Edward erschrak anfangs immer furchtbar, wenn ich zusammenzuckte. Doch selbst er, war mittlerweile gelassener und sprang nicht jedes Mal wie ein hektischer Flummi durch die Gegend, um den Notruf zu wählen.
„Liebes, ich habe eine Überraschung für dich geplant. Die letzten Wochen und Monate waren nicht leicht für uns und ich fand, wir sollten uns etwas Erholung gönnen.“
Er öffnete das Kuvert und reichte mir den Inhalt. Es war die Buchungsbestätigung für ein Hotel.
http://www.theeagleharborinn.com/townhouses.html
„The Eagle Harbour Inn“, las ich laut vor.
„Das Hotel liegt auf Bainbridge Island und kann bequem mit der Fähre erreicht werden. Du darfst ja nicht mehr fliegen und so ist es eine tolle Möglichkeit, trotzdem wegzukommen und ein verlängertes Wochenende zu genießen.“
Erfreut über diese großartige Idee, strahlte ich ihn an.
„Oh Edward, wie wundervoll. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen. Wie bist du nur darauf gekommen?“
„Ich hab mal einen Bericht über die Insel gesehen und seitdem reizt es mich, dort ein Wochenende zu verbringen. Es ist ein wahres Paradies für Verliebte. Das Hotel hat einen sehr guten Ruf und großartigen Service. Morgen früh setzen wir mit der Fähre über und bleiben bis Sonntagabend. Es ist mir wichtig, noch ein paar unbeschwerte Tage mit dir zu verbringen, bevor ich Montag bei der Staatsanwaltschaft anfange. Außerdem brauchst du unbedingt etwas Abstand von dem Chaos hier. Glaub mir, ich werde dich nach Strich und Faden verwöhnen.“
Vor lauter Glück behielt ich den ganzen restlichen Abend ein Dauergrinsen im Gesicht. Edward war die Überraschung wirklich gelungen und summend packte ich ein paar Kleidungsstücke in die Reisetasche. Jetzt war ich froh darüber, Alice´ Rat befolgt und mir hübsche Schwangerschaftsdessous gekauft zu haben. Irgendetwas sagte mir, dass ich sie noch brauchen würde.
Edward beobachtete mich lächelnd vom Bett aus. Sein Koffer war wesentlich schneller gepackt als meiner und er lag schon eine ganze Weile ausgestreckt auf den Laken, die Hände hinter seinem Kopf verschränkt. Mein Blick huschte immer wieder zu seinem gottgleichen Körper und es fehlte nicht mehr viel, bis mir der Sabber übers Kinn laufen würde.
Endlich landete das letzte Kleidungsstück in der Tasche und ich schloss mit einem zufriedenen Grinsen den Reißverschluss.
„Fertig!“, rief ich erleichtert und gesellte mich zu ihm aufs Bett. Sofort zog er mich in seine Arme und hielt mich zärtlich umfangen. Wir wollten beide keinen Sex, sondern nur die Nähe und Geborgenheit genießen, die uns verband.
Nach kürzester Zeit wurden mir die Augen schwer und kuschelte mich schläfrig enger an Edward. Seine sanfte Hand strich mir beruhigend über den Rücken und ich glitt in einen traumlosen, tiefen Schlaf.
Das Frühstück am nächsten Morgen verlief ruhig, da wir beide noch sehr müde waren. Die Fähre legte um sieben Uhr früh vom Hafen ab und wir wollten uns nicht hetzen. Aus diesem Grund standen wir zeitig auf, verstauten unser Gepäck im Auto und genossen die leckeren Croissants.
Die Fahrt zum Hafen war kurz und wir stellten den Wagen im Parkhaus ab. Ohne Hast begaben wir uns zum Ablegeplatz und kauften dort die Tickets für die Überfahrt. Eine halbe Stunde später, lehnte ich bereits an der Reling und beobachtete entzückt den leichten Wellengang des Ozeans. Die Sonnenstrahlen brachen sich auf der Wasseroberfläche und verliehen diesem friedlichen Moment einen besonderen Zauber. Edward stand hinter mir, die Arme fest um meinen Körper geschlungen und vergrub sein Gesicht in meinem Haar.
Diesen wundervollen Moment konnte uns keiner mehr nehmen und als Edward tastend die Hände auf meinem Bauch wandern ließ, lag plötzlich eine Beule in seiner Handfläche.
„Grundgütiger!“, keuchte er, „Das ist ja unglaublich. Hast du das gesehen.“
„Ich schätze das war ein Fuß, zumindest fühlte es sich so an“, lachte ich erheitert.
Seine Überraschung war einfach zu niedlich. Immer noch faszinierte ihn die Vorstellung, dass in meinem Bauch ein Lebewesen steckte. Er hyperventilierte jedes Mal vor Freude, wenn unser Sohn sich eindrucksvoll bemerkbar machte.
Glücklich lehnte ich mich mit dem Rücken an seine Brust und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Es dauerte nicht lange und die Fähre legte auf Bainbridge Island an. Wir verließen das Schiff und stiegen in ein wartendes Taxi, welches uns zügig in unser Hotel fuhr
.
Wir betraten das Gebäude und staunten nicht schlecht über die reizvolle Ausstattung. Edward zeigte mir via Internet schon Bilder von unserer Unterkunft, doch die Fotos von der Anlage und dem Rezeptionsbereich, wurden der Wirklichkeit nicht gerecht. Es war äußerst elegant, aber trotzdem gemütlich.
Ein freundlicher älterer Herr gab uns unsere Zimmerschlüssel und bald schon standen wir in einem wunderschönen, hellen Zimmer mit Blick auf den Yachthafen.
Mich im Kreis drehend, nahm ich alle Eindrücke in mich auf und konnte meine Begeisterung kaum zügeln.
„Oh Edward, es ist einfach wundervoll hier. So hell und freundlich, ich würde am liebsten für immer hier bleiben!“, freute ich mich.
Edward lächelte über meine Begeisterung.
„Da hab ich ja einen richtigen Treffer gelandet!“, sagte er, „Wenn ich das geahnt hätte, wären wir schon längst mal hier gewesen.“
Neugierig betrat ich den Balkon um die Aussicht zu genießen. Edward kümmerte sich solange um unser Gepäck und verstaute die Kleidungstücke, die kosmetischen Utensilien und unsere Schuhe in den dafür vorgesehenen Schränken.
Es dauerte nicht lange und er war an meiner Seite.
„Was hältst du von einem Spaziergang am Hafen. Wir könnten die Promenade entlanglaufen und uns später die Stadt ansehen.“
„Das ist eine ausgezeichnete Idee“, stimmte ich zu.
Hand in Hand erkundeten wir die Insel. Der ganze Ort hatte etwas idyllisches und wir genossen es in vollen Zügen, durch dieses kleine Paradies zu streifen.
Erschöpft, aber zufrieden nach diesen wundervollen Stunden, kehrten wir ins Hotel zurück. Der nette Rezeptionist vom Vormittag erkundigte sich nach unserem Befinden und unseren Wünschen.
„Wenn ich noch eine Empfehlung aussprechen dürfte?“, fragte er zuvorkommend.
„Aber natürlich Mr. …“, ich schielte auf sein Namensschild, „Hopkins!“
„Das Hotel verfügt über einen modernen Spa-Bereich. Wenn Sie wollen, arrangiere ich eine hawaiianische Lomi Lomi Nui Massage für Sie. Es ist auch bestens für schwangere Frauen geeignet und tut Ihnen und Ihrem Baby sicher gut.“
Gerührt von soviel Aufmerksamkeit, schaute ich Edward fragend an.
„Also ich würde eine Massage sehr genießen und wie es aussieht, meine Frau genauso. Sie dürfen uns gerne anmelden.“
„Fein, Mr. Cullen. Ich lasse Ihnen noch Bescheid geben, wann unsere Damen frei sind.“
Wir hielten uns noch nicht lange in unserer Suite auf, als der Anruf von Mr. Hopkins uns darüber informierte, dass die Masseusen endlich soweit waren.
Gespannt betraten wir den Spa-Bereich. Leise Musik erklang im Hintergrund und die in warmen Erdtönen gehaltenen Räumlichkeiten, wirkten beruhigend und einladend. Eine breite, cremefarbene Couch, neben einer überdimensionalen Palme, war nur eine Sitzgelegenheit, die den wartenden Kunden einlud Platz zu nehmen. Desweiteren stand dort ein runder Tisch mit den aktuellsten Zeitschriften und passend dazu, die Stühle mit den hohen Lehnen. Dieser Warteraum strahlte Behaglichkeit aus und machte Lust auf mehr.
„Sie müssen Mr. und Mrs. Cullen sein?“, empfing uns eine Frau in den Vierzigern.
Sie war sehr gepflegt und streckte die perfekt manikürte Hand zur Begrüßung aus.
„Mein Name ist Michelle und ich werde Sie betreuen. Bitte folgen Sie mir! Meine Kollegin Lauren erwartet uns schon und hat alles Nötige vorbereitet.“
Der eigentliche Wellnessbereich verschlug mir die Sprache. Ein kleiner Wasserfall, umsäumt von Steinen und exotischen Pflanzen, befand sich im Raum. Das Wasser plätscherte fließend hinab, untermalt wurde das Ganze von verführerischen, hawaiianischen Klängen.
Breite Liegestätten, bedeckt mit flauschigen Handtüchern, luden zum Ausstrecken ein und aromatische Düfte benebelten uns die Sinne.
Auf einem Tisch standen Karaffen, gefüllt mit flüssigen Substanzen. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit handelte es sich um die Öle, die zur Massage genutzt wurden.
Eine extrem attraktive Blondine trat hinter einem Paravant hervor, ein professionell, höfliches Lächeln auf den schöngeschwungenen Lippen.
Ihr Gesicht erglühte bei Edwards Anblick und sie verschlang ihn förmlich mit ihren rauchblauen Augen.
Mich ignorierte sie komplett und stürzte sich sofort auf meinen Liebsten.
„Mein Name ist Lauren, ich werde mich um Sie kümmern“, hauchte sie.
Meine Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen, während ich beobachtete, wie sich dieses Flittchen an Edward ranschmiss.
Der wirkte belustigt und zwinkerte mir schelmisch zu, als Lauren ihn am Arm packte und auf die Liege drückte.
„Ich schätze, dann bleiben nur wir zwei übrig“, grinste Michelle und führte mich vorsichtig zu meinem Platz. Sie platzierte mich auf einem verstellbaren Stuhl, der leicht gekippt war. So kam ich in eine halb liegende, halb sitzende Position, die wesentlich bequemer war, als ganz auf dem Rücken zu liegen. Das Kind drückte sonst zu sehr auf meinen Brustkorb und erschwerte mir das Atmen.
„Sie brauchen sich keine Sorgen machen. Diese Form der Massage ist gerade für Schwangere die ideale Art zur Entspannung. Es wird auf Hawaii schon seit Jahrhunderten praktiziert und bringt Körper, Geist und Seele in Einklang.“
Bei Laurens Anblick, wie sie sabbernd auf Edward wartete, hatte ich Entspannung bitter nötig. Fast gelang es mir, doch als Edward nur mit einem um die Hüften geschlungenen Handtuch hinter dem Paravant hervortrat, wäre ich fast auf diese unverschämte Person losgegangen. Sie starrte ihn derart unverhohlen an, dass die Eifersucht wie eine Stichflamme in mir aufloderte.
Sein Handtuch saß tief auf seinen Hüften und betonte seinen flachen Bauch mit dem perfeken Sixpack.
Er legte sich mit dem Bauch auf die Liege, nicht ohne mir noch einmal zuzuzwinkern und begab sich in die Hände dieser aufreizenden Nervensäge.
Sie träufelte warmes Öl auf ihre Handflächen und verrieb es mit sinnlichen Bewegungen. Ihre Lippen waren leicht geöffnet und ich sah ihr an, dass sie es kaum erwarten konnte ihn anzufassen.
Mein Körper spannte sich lauernd, bereit ihr sofort die Augen auszukratzen, sollte sie auch nur ansatzweise in die Nähe seines Po´s kommen.
Michelle ermahnte mich leise locker zu lassen. War die Frau blind? Wie sollte ich mich fallenlassen, wenn keine drei Meter von mir entfernt, eine wildfremde Frau meinem Edward ans Handtuch ging.
Lauren genoss die Prozedur sichtlich und leckte sich erwartungsvoll die Lippen.
„Sie sind sehr durchtraniert Mr. Cullen. Treiben Sie Sport?“, fragte sie schwülstig.
Ich würde dieses Miststück umbringen!
Edward hob leicht den Kopf und linste in meine Richtung. Ein verträumtes Lächeln lag auf seinem Mund, als er antwortete.
„Ich jogge und gehe regelmäßig ins Fitnessstudio! Wissen Sie Lauren, wenn man so eine schöne Frau hat wie ich, muss man einiges tun, um attraktiv zu bleiben. Die Konkurrenz schläft nicht.“
Das Grinsen, welches sich sofort auf meinem Gesicht ausbreitete, stand im krassem Gegensatz zu Laurens ärgerlicher Miene. Sie schaute ziemlich dumm aus der Wäsche, bei seiner Antwort.
Edward zwinkerte mir verschwörerisch zu und ich lehnte mich entspannt zurück. Endlich konnte ich die Behandlung geniessen.
„Was ist das für ein Öl?“, fragte ich schon etwas schläfrig.
„Kukuinussöl wird durch Kaltpressung der Kukuinüsse gewonnen. Anschließend wird es schonend filtriert und gereinigt. Es hat einen besonders hohen Anteil der Linol- und Linolensäure. Die Menschen auf Hawaii schützen sich mit dem Öl vor dem intensiven Wechselspiel von Sonne, Wind und Wasser. Selbst die empfindliche Haut von Babys und Kindern, pflegt man schon seit hunderten von Jahren mit dem sanften Öl“, antwortete Michelle wie aus dem Lehrbuch.
„Wow, es riecht auf jeden Fall phantastisch“, schwärmte ich.
Lauren war nach Edwards klarer Ansage ziemlich mundtot und so verlief der Rest der Massage in gelöster Atmosphäre. Die Musik entführte mich in meinen Träumen an einen einsamen Sandstrand, wo ich schon von Edward erwartet wurde. Wir liebten uns in meiner Fantasie und es machte mich ziemlich heiß. Jetzt konnte ich das Ende kaum erwarten, um mir Edward zu schnappen und ihn zu vernaschen.
Der Anblick seines muskulösen Rückens erregte mich und ich bedauerte es, nicht mit ihm allein zu sein.
„Möchten Sie vielleicht noch unseren Whirlpool nutzen? Er befindet sich in einem abgetrennten Bereich und Sie wären dort ungestört.“
Röte stieg mir ins Gesicht. War es so offensichtlich, dass ich es kaum erwarten konnte Edward in die Finger zu kriegen? Er nahm mir die Antwort ab.
„Das ist eine klasse Idee. Könnten Sie uns vielleicht noch ein paar Früchte bringen lassen?“
„Das Hotel erfüllt Ihnen jeden Wunsch, Mr. Cullen.“
Michelle grinste und warf einen schadenfrohen Blick zu Lauren, die vor Wut ganz rot wurde.
Sie versuchte noch ein letztes Mal, Edward zu becircen.
„Falls Sie noch irgendwelche Verspannungen haben sollten, dann bin ich Ihnen gerne behilflich“, schmiss sie sich ohne Skrupel an ihn ran.
Edward schenkte ihr einen klirrend kalten Blick.
„Da meine Frau für meine Verspannungen verantwortlich ist, wird sie sie auch beseitigen“, machte er deutlich. Es war auch glasklar, welche Art von „Verspannung“ er meinte.
„Es gibt wirklich nichts das Sie tun können, was meine Frau nicht besser kann.“
Lauren stand mit offenem Mund da. Sie war es wohl nicht gewohnt abgewiesen zu werden und die Art wie Edward es tat, machte mich wild.
Für einen Whirlpool hatte ich jetzt nicht die Geduld.
Ich wollte Edward. Nackt. Sofort. Und das in einem Bett.
„Wir nutzen den Pool ein andermal!“, entschied ich.
Edward war erstaunt, sagte jedoch nichts weiter. Ich drängte darauf unsere Kleidung anzuziehen und zog ihn dann eilig zum Lift.
Mit einem leisen Zischen öffnete sich die Tür und ich stieß ihn mit einer raschen Bewegung in die Kabine. Noch bevor die Tür zuglitt, drückte ich ihn an die Wand und küsste ihn leidenschaftlich.
„Ich will mit dir schlafen!“, stöhnte ich maßlos erregt, „ Jetzt!“
Heftig erwiderte er meine Attacke und wölbte seine Hände um meine jetzt üppig gewordenen Brüste. Das Kleid besaß einen tiefen Ausschnitt und er hob sie fast aus diesem heraus. Sein Mund stürzte sich auf die Wölbungen, leckte über die feine, nach Öl duftende Haut.
„Du schmeckst so gut“, stöhnte er und biss leicht in die prallen Halbkugeln. Ich wimmerte, als er seine Finger um die Brustwarzen legte und sie durch den Stoff hindurch rieb und rollte. Jede Bewegung verstärkte den Druck zwischen meinen Schenkeln und ich verfluchte meinen sonst so heißgeliebten Bauch, weil er es mir unmöglich machte, näher an ihn heranzurücken.
Keuchend öffnete ich die ersten Hemdknöpfe, um endlich seine Haut schmecken zu können.
Der Fahrstuhl hielt und wir stolperten auf unser Zimmer zu. Hektisch fingerte Edward in seiner Hosentasche, bis er endlich den Schlüssel fand und ihn mit zitternden Händen in das Schloss schob.
Sein Hemd hing schon aus der Hose und ich nestelte an seinem Gürtel, während er mit dem Fuß die Tür zutrat. Den Saum meines Kleides packend zog er es mir mit einem Ruck über den Kopf, seine Schuhe flogen von seinen Füßen und die Hose folgte ihnen augenblicklich.
Ich packte seinen Kopf, zog ihn zu mir runter und schob ihm meine Zunge tief in den Mund. Der Kuss war feucht, heiß und eruptiv.
Wir lagen auf dem Bett, während seine Zunge jede Linie meines Körpers nachzog. Sie war gefährlich nahe an meiner intimsten Stelle. Auffordernd spreizte ich die Beine, gab ihm so die Erlaubnis mich auf die intimste Art zu liebkosen, die es gab.
Er leckte mit beharrlichen Bewegungen meine weiblichste Stelle, seine Hände fuhren meinen Schenkel auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis ich vorm explodieren war. Doch genau da, hörte er plötzlich auf, mich mit dem Mund zu befriedigen.
„Nein, nicht!“ schrie ich voller Qual auf, „ Mach weiter, du kannst jetzt nicht aufhören!“
Er lächelte wissend und küsste sich über meinen Bauch hoch zu meinen Lippen.
„Du kommst schon noch auf deine Kosten!“, entgegnete er.
Seine grünen Augen flackerten wild und er strahlte etwas Ursprüngliches aus. Zart biss er mir in die Brustwarze und half mir dann mich aufzurichten. Er drehte mich um, damit er sich an meine Rückseite schmiegen konnte.
„Du kommst heute nur, wenn ich in dir bin“, wisperte er heißer.
Diese Ansage ließ mich noch feuchter werden, als ich es ohnehin schon war.
„Oh Gott!“, brachte ich nur noch heraus.
Er nahm meine Arme und platzierte meine Hände am Bettpfosten.
„Halt dich gut fest, Liebes“, stöhnte er in mein Ohr und allein das, reichte beinahe, um mich kommen zu lassen.
Erwartungsvoll blickte ich über die Schulter, registrierte seinen galoppierenden Atem, die wild zerzausten Haare und die harten, angespannten Muskeln seines Körpers.
„Beug dich ein wenig vor!“, befahl er.
Ich gehorchte, zu erregt, um mich zu fragen, was in ihn gefahren war. Edward war schon immer leidenschaftlich und Sex machte ihm Spaß, aber so wie heute, benahm er sich sonst nie. So bestimmend, fast schon dominant. Ich ließ es geschehen, wusste ich doch, dass er mir niemals etwas aufzwingen oder mir weh tun würde.
Heftig drang er von hinten in mich ein, machte eine Pause, um mir die Gelegenheit zu geben, mich an seine Größe zu gewöhnen.
„Sag, dass du mich willst!“, forderte er.
„Ich will dich, Edward.“
Das reichte! Er begann sich in mir zu bewegen, packte mich an den Hüften um die Geschwindigkeit vorzugeben.
Schwitzend rieben sich unsere Körper aneinander und schon bald spürte ich einen Orgasmus nahen, der mich durch seine heftige Intensität am ganzen Körper zittern ließ.
Er kam gleichzeitig mit mir, ergoss sich erschauernd in meinem Körper und legte sein Gesicht erschöpft auf meine Schulter.
Wir rutschten seitlich aufs Bett, er hinter mir und genossen die Nachwehen unseres Liebesaktes.
Ein Klopfen an der Zimmertür schreckte uns auf.
„Zimmerservice!“, tönte eine Stimme.
Edward stand auf und ging zur Tür. Schnell warf es sich die Hose über und öffnete die Tür. Ein Kellner stand mit einem Wagen davor, auf dem ein Tablett stand.
„Eine Aufmerksamkeit des Hauses, Sir!“, sagte der Zimmerkellner.
Edward gab ihm ein Trinkgeld und nahm ihm das Tablett ab.
Unwillkürlich musste ich schmunzeln, als er mir entgegenkam. Ein halbnackter Edward, mit einem Tablett voller exotischer Früchte, war wohl der Traum jeder Frau.
Wir setzten uns auf und er begann mich damit zu füttern. Er küsste mich immer wieder und schon bald lagen wir uns wieder in den Armen und liebten uns. Diesmal langsam und voller Zärtlichkeit.
Das Wochenende verging viel zu rasch. Wir sahen uns noch einiges von der Insel an, gingen viel spazieren und vergaßen für zwei Tage all unsere Probleme.
Doch die Rückkehr stand schon wieder an und damit auch die Wiederkehr in die Realität.
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