Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 35 - Annäherung

Bella Pov

Am nächsten Morgen wachte ich auf und tastete verschlafen nach Edward. So gut und ruhig hatte ich seit Jahren nicht mehr geschlafen. Müde blinzelnd öffnete ich die Augen und sah, dass der Platz neben mir leer war.
Edward schien schon weg, denn ich hörte keinen Mucks in der Wohnung. Etwas unbeholfen stand ich auf, der Bauch machte sich in der Hinsicht schon bemerkbar, warf mir den Morgenmantel über und verließ das Schlafzimmer.
Er war tatsächlich schon weg.
Seine Schuhe die er gestern ausgezogen und neben der Tür am Flur abgelegt hatte, waren weg.
Etwas enttäuscht ging ich in die Küche und blieb dort an der Tür, wie angewurzelt stehen.
Der Küchentisch war gedeckt mit allem was mein Kühlschrank hergab. Butter, leckere Kirschmarmelade, Nougatcreme, Käse und Aufschnitt.
Das Geschirr war auch schon an Ort und Stelle. Wir hatten uns das Gedeck damals zusammen gekauft und ich benutzte es selten. Das feine Porzellan war so zerbrechlich und in meinen Händen konnte das nur zur Katastrophe führen. Ich hatte meine Tollpatschigkeit zwar zum größten Teil abgelegt, aber sicher war sicher.
Jetzt standen die weißen Tassen, mit dem feinen Goldrand, auf meinem Küchentisch und warteten darauf endlich ihren Zweck zu erfüllen.  Die dazu passenden Teller standen daneben.
Es war für zwei Personen gedeckt, also würde Edward wiederkommen.
Natürlich kam mir die Erleuchtung nur Sekunden später. Ich hatte weder Brot noch Brötchen im Haus.
Genau jetzt ,hörte ich, wie die Haustüre schwungvoll geöffnet wurde.
Edward kam vollbeladen mit Tüten durch die Tür.
Er hatte soviel aufgetürmt, man konnte nur noch einen Teil seines bronzefarbenen Haarschopf erkennen. Leicht schwankend kam er mir entgegen.
Hastig eilte ich zu ihm, da eine der Tüten auf den Boden zu gleiten drohte.
Ich nahm sie ihm ab und trug sie in die Küche, wohin Edward mir auch prompt nachfolgte.
"Lieber Himmel, Edward. Was hast du denn alles eingekauft. Damit kann man ja eine ganze Armee verpflegen. "
Er grinste, stellte die Tüten auf dem Küchentresen ab und fuhr sich ziemlich sexy durch sein Haar.
"Ich wünsche dir auch einen uten Morgen, mein Engel!"
Verlegen wurde ich rot. Wie unhöflich von mir!
Ich ging auf ihn zu, stellte mich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
"Entschuldige, ich wünsch dir auch einen guten Morgen."
Er lächelte verhalten und fuhr mir leicht, mit dem Zeigefinger, über die Wange.
"Hast du gut geschlafen?"
"Wunderbar," antwortete ich ehrlich," so gut wie schon lange nicht mehr."
Ich sah wirklich keinen Grund, das zu leugnen. Ich hatte mich ihm wieder ein Stück weit geöffnet und hatte nicht vor wieder zurückzuweichen.
Erheitert sah er mich an.
"Wenn ich gewußt hätte, dass ich so eine einschläfernde Wirkung auf dich habe, wäre ich schon eher gekommen."
Ich ging auf seinen Spaß ein und grinste.
"Tja, mein Lieber. Du bist besser als jede Schlaftablette."
Er zwinkerte mir zu.
"Laß uns das Thema nicht weiter vetiefen, das ist Gift für mein Ego. Ich veräume jetzt die Einkäufe und dann wird gefrühstückt."
Kopfschüttelnd beobachtete ich, wie er alles auspackte.
Gemüse, Fleisch, Joghurt, Nudeln und noch viele andere leckere Sachen fanden den Weg in meine Schränke und in den Kühlschrank.  Vor ein paar Wochen noch, wäre ich fuchsteufelswild geworden, wenn er so eigenmächtig meine Vorräte aufgefüllt hätte.
Aber jetzt, war ich nur gerührt, weil er sich so um mich kümmerte. Es zeigte mir, dass er sich Gedanken machte. Er versuchte nur mich auf seine Art zu unterstützen. Und es war ja nun wirklich kein Weltuntergang, wenn er mal für mich einkaufen ging.
"So das ist jetzt erstmal genug für die nächsten Tage. Du bist doch nicht böse, oder? Ich dachte, wenn ich eh schon im Supermarkt bin, kann ich auch gleich alles mitbringen. Du hättest ja sowieso gehen müssen. "
Er sah mich etwas verlegen an und wartete auf mein Donnerwetter.
Das blieb natürlich aus. Mit vor der Brust verschränkten Armen guckte ich ihn ernst an.
"Ich denke, ich laß es dir ausnahmsweise mal durchgehen."
Interessiert schielte ich auf die Papiertüte in seinen Händen.
"Sind da vielleicht Croissants drin?"
Ich liebte Croissants.
"Jep, und rate mal was ich noch gekauft habe?"
Ahnungslos sah ich ihn an. Was war denn jetzt?
Er deutete auf eine noch nicht ausgepackte Tüte.
"Obst! Ich hab deine tolle Saftpresse stehen sehen und dachte mir ich bring dir Nachschub. Du mußt schon fleißig gewesen sein, weil ich kein Stück Obst in der Küche gefunden habe. Jetzt kannst du sie wieder benutzen, da ich dir Orangen gekauft habe."
Er lächelte verschlagen.
Jetzt hatte er mich! Er wußte genau, dass ich das blöde Ding noch nie benutzt hatte.
"Danke! Ich werde mir morgen früh wieder einen leckeren Saft machen, das würde jetzt eine zu große Sauerei geben."
Zufrieden, dass ich mich elegant aus der Situation rausgewunden hatte, setzte ich mich an den Tisch und ließ mich von ihm bedienen.
Das Frühstück verlief in heiterer und gelöster Stimmung.
Edward beeindruckte mich immer mehr mit seinem Verhalten. Nicht ein einziges Mal hatte er mich in den letzten Wochen bedrängt. Wir hatten eine fast freundschaftliche Basis in unserer jetzigen Beziehung, doch wir ließen uns nicht davon täuschen. Unter der Oberfläche brodelte die Leidenschaft und Sehnsucht nach dem anderen und wollte unbedingt raus. Immer noch wurde mir heiß und kalt, wenn sich ihn ansah, doch ich hatte gelernt damit umzugehen oder es weitestgehend zu ignorieren.
Ich wußte, der Tag war nicht mehr fern, wo ich wieder mehr zulassen würde als nur Küsse.
Es war aufregend diese Spannung zu spüren, und löste ein erregendes Prickeln in mir aus, wenn ich mir vorstellte, dass wir endlich diese Sehnsucht ausleben würden.
Doch noch war es nicht soweit.
"So, ich muß jetzt leider los. Ich habe später noch einen Termin mit Richter Grey. Es geht um die Vertragseinzelheiten, wenn ich zur Staatsanwaltschaft wechsle."
Ich begleitete ihn zur Tür.
"Also dann, wir sehen uns," flüsterte ich und merkte, dass er mich abwartend ansah.
Diesmal würde er nicht den ersten Schritt machen. Ich zögerte keine Sekunde und legte meine Hände auf seine breiten Schultern.
Mich leicht auf die Zehenspitzen stellend, hob ich mich ihm entgegen und presste meinen Mund auf seinen.
Gemächlich und träge öffneten wir unsere Münder, unsere Zungen fanden sich und umkreisten sich langsam und sanft. Seine rechte Hand legte sich an meine Hüfte, während seine Linke sich frech auf meinen Po legte. Sanft streichelte er die Rundung und drückte mich dabei näher an seinen Körper. Hitze schoß mir in den Unterleib und ich fing an, mich hemmungslos an ihm zu reiben. Das Kreisen und gleiten unserer Zungen wurde schneller, ungestümer.
Sein Hand krampfte sich um meinen Po, sein Griff wurde fester und ich spürte deutlich seine Erregung an meinem Oberschenkel.
Auf einmal spürte ich nichts mehr.
Verwirrt öffnete ich die Augen und sah einen völlig aufgelösten Edward vor mir stehen. Mit schier übermenschlichem Willen, hatte er die Umarmung abgebrochen und versuchte seinen rasenden Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.
"Bella, " sagte er dann," hätt ich das eben zugelassen, dann hättest du mich danach gehasst. Ich glaube du bist noch nicht soweit und ich will dich nicht verlieren, weil ich meine Triebe nicht unter Kontrolle habe."
Um Veständnis bittend sah er mich an.
Mit Mühe normalisierte sich meine Herzfrequenz wieder.
"Ich bin dir nicht böse. Im Gegenteil! Ich rechne dir das hoch an und wenn hier jemand seine Triebe nicht unter Kontrolle hat, dann ja wohl ich."
Ich atmete tief durch und sah ihn an.
"Du solltest jetzt los, du wirst noch zu spät kommen."
Er nickte zustimmend.
Zärtlich legte ich zwei Finger auf meine Lippen und drückte sie anschließend auf seinen Mund. Er schloß kurz die Augen, lächelte und verschwand dann zur Tür hinaus.
Nachdenklich machte ich mich für die Arbeit fertig. Eines wurde mir immer klarer. Ich verliebte mich gerade aufs Neue in ihn.

Im Verlag wartete eine Menge Arbeit auf mich. Der Abgabetermin für mein neues Buch rückte immer näher und ich mußte schauen , dass ich endlich in die Pötte kam.
Meine Finger flogen nur so über die Tastatur. Ich hatte gerade ein richtiges Kreativhoch und die Sätze kamen nur so rausgesprudelt.
Alice sah mich mit großen Augen an.
"Donnerwetter Bella, du schreibst ja wie eine Wilde. Was ist denn in dich gefahren,"
Ich grinste nur.
"Ich bin eben gut drauf. Außerdem bringt Jasper mich um, wenn ich den Termin verpasse."
"Wen bringt Jasper um?" hörte ich gleich darauf seine Stimme.
"Wenn man vom Teufel spricht. Ich habe Alice nur gerade erklärt, dass es ratsamer wäre, nicht den Pflichttermin für die Abgabe zu verpassen."
"Braves Mädchen," lobte er und ging zu seiner Verlobten.
Seit er sie vor einem Monat gefragt hatte, ob sie ihn heiraten würde, schwebte sie nur noch auf Wolken.
Das Glück war beiden ins Gesicht geschrieben, sie schienen den Tag der Hochzeit kaum noch abwarten zu können.
Allerdings mußte erst die Verlobungsfeier starten. Ich hatte schon ein wunderschönes Restaurant angemietet, für die Feier, die in ein paar Tagen stattfinden würde.
Die Einladungen waren verschickt, die Band organisiert, das Essen geplant, jetzt mußte das Ganze nur noch starten.
Alice lehnte sich zufrieden an Jasper.
"Hat noch jemand Lust auf Pizza, Joe vom Kundenservice geht welche holen."
"Da bin ich dabei," erwiderte ich und auch Alice nickte zustimmend.
Joe stand plötzlich in der Tür. Er war ein liebenswerter Bursche Anfang zwanzig, schwul und für jeden Spaß zu haben.
"Hey, ihr Zuckermäuse. Ich muß mir ein Auto von euch ausleihen. Meine Ente will grad nicht so wie ich will. Ich muß diese Diva wirklich in die Werkstatt bringem. Huch, vielleicht lern ich dann einen heißen Mechaniker kennen. Diese Burschen wissen wie sie mit ihren Händen umgehen müssen," sagte er anzüglich und stütze eine Hand an seiner Hüfte ab.
Ich mußte lachen und warf ihm meinen Autoschlüssel zu.
"Hier, du kannst meinen haben, aber bring ihn heil wieder zurück."
Er warf beleidigt die langen dunklen Haare zurück und murrte.
"Hey, ich bin vielleicht die Frau in meinen Beziehungen, aber Autofahren kann ich."
Angesäuert drehte er sich auf dem Absatz um und ging.
"Puh, man könnte meinen, er sei schwanger, bei den Launen die er manchmal hat."
Eine Stunde später war von Joe immer noch nichts zu sehen. Wir wunderten uns schon sehr darüber, weil Joe trotz seiner Launen und seiner schrillen Art die Zuverlässigkeit in Person war.
"Wo bleibt der nur?" wunderte sich Alice.
Jasper kam zurück in unser Büro, einen sehr ernsten Gesichtsausdruck tragend.
"Gerade hat die Polizei angerufen. Joe hatte einen Unfall. Er ist von der Straße abgekommen und in ein entgegenkommendes Fahrzeug gekracht."
"Oh mein Gott, wie geht es ihm. Er ist doch in Ordnung," fragte ich entsetzt. Der arme Kerl!
"Es geht ihm den Umständen entsprechend. Laut Augenzeugen kann er wohl nichts dafür. Ein großer Lieferwagen hat ihn gerammt und er verlor die Kontrolle. Dein BMW ist allerdings Schrott."
"Vergiss den Wagen, die Versicherung wird zahlen. Hauptsache Joe kommt wieder in Ordnung. Was war das denn für ein Lieferwagen? Hat der Fahrer sich wenigstens entschuldigt?"
"Das weiß keiner. Der Typ hat Fahrerflucht begangen."
Mir wurde jetzt schon ein wenig mulmig. War das jetzt ein dummer Zufall?
Ja, so mußte es sein. Seit fast zwei Monaten hatte es keine Vorkommnisse dieser Art gegeben und von Tanya, hatten wir nie mehr was gehört. Keiner wußte wo sie abgeblieben war. Nicht mal Peter!
Ich schüttelte die düsteren Gedanken ab.
Ich würde mich nicht verrückt machen. Der Tag endete in bedrückter Stimmung.
Wir durften Joe heute noch nicht besuchen, aber das würden wir noch nachholen.
Ich fuhr heim und setzte mich in mein Wohnzimmer. Gelangweilt zappte ich mich durch die Fernsehkanäle. Es war so einsam ganz allein. Dadurch wurde mir noch bewußter, wie sehr ich den gestrigen Abend genossen hatte.
Kurzentschlossen schnappte ich mein Handy und rief Edward an.
Ich wollte ihm noch von der Sache mit dem Unfall erzählen. Ich fühlte mich irgendwie sicherer, wenn er davon wußte.
"Hi, Bella" meldete er sich mit samtweicher Stimme.
"Hallo, stör ich gerade"
"Du störst nie, das weißt du doch. Es ist schön, dass du anrufst. Ich hab mich grad ein bißchen einsam gefühlt."
"Ich auch," gab ich leise zu und schloß die Augen. Wie schön wäre es, wenn er wieder bei mir wäre, dachte ich.
Ein Geräusch fesselte meine Aufmerksamkeit.
"Bist du noch im Auto unterwegs?"
"Ja, ich bin grad vom Gericht losgefahren. Jetzt ist alles unter Dach und Fach. Du kannst mich bald Staatsanawalt Cullen nennen," sagte er stolz.
Ich lächelte.
"Das ist wundervoll , Edward. Mein Tag war am Ende nicht so toll. Mein BMW ist Schrott."
Ich hörte ihn entsetzt aufkeuchen.
"Ist dir was passiert, oder dem Baby?"
"Mir geht es bestens. Ich saß gar nicht im Wagen. Ich hab Joe den Wagen geliehen, damit er Pizza für uns besorgt. Ein Lieferwagen hat ihn wohl abgedrängt und er ist in ein anderes Fahrzeug gerauscht. Es geht ihm soweit gut, aber wir sind alle ziemlich geschockt."
"Was war das für ein Lieferwagen?" fragte er scharf.
Er hatte also dieselben Befürchtungen wie ich.
"Keine Ahnung, er ist geflüchtet. Keiner weiß was genaues."
"Soll ich noch vorbeikommen?"
Oh Gott, ich hatte schon gedacht er würde nie fragen.
"Würdest du das tun?"
"Ich bin in ein paar Minuten bei dir."

Einige Zeit später saßen wir zusammengekuschelt auf dem Sofa und erzählten uns von unserem Tag.
Edward sagte mir, dass er wärmstens von seinen neuen Kollegen empfangen wurde. Ein paar kannte er sogar noch vom Studium.
Ich lehnte an ihm und lauschte seiner Stimme. Seit er hier war, fühlte ich mich wieder komplett. Keiner würde mir etwas anhaben können, solange er mich beschützte. Seit ich schwanger war, hatte ich ein ungeheures Verlangen nach Sicherheit und Geborgenheit. Ich war immer noch selbstständig, sah es aber nicht als Schwäche an, dass ich jemanden brauchte, der mich in den Arm nahm. Ich war auch nur ein Mensch und Edward gab mir diese Geborgenheit.
Seine Finger strichen mir durchs Haar und er platzierte immer wieder zarte Küsse auf meiner Schläfe.
"Ich kann leider heute Nacht nicht bleiben," flüsterte er mir in Ohr.
"Ich muß morgen ganz früh raus und hab nichts zum Wechseln dabei. Aber ich warte bis du eingeschhlafen bist."
Ein Lächeln zog meine Mundwinkel nachoben.
"Heißt das, ich muß jetzt ins Bett?"
"Du bist totmüde und kannst kaum noch die Augen offenhalten. Ja, ich denke du solltest jetzt ins Bett."
Er hatte Recht! Ich kam fast um vor Müdigkeit. Bald lag ich neben Edward in meinem Bett und dämmerte in den Schlaf hinüber. Ich sah nur noch schemenhaft, dass Edward sich erhob, mir einen Kuss auf die Nasenspitze gab und mein Schlafzimmer verließ.
Kurz darauf war ich auch schon eingeschlafen.

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