Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 63 - Gerettet

„Edward“, riss mich Renée´s Stimme aus meiner Trance, „Edward, du musst etwas essen. Seit zwei Tagen hast du nichts mehr zu dir genommen. Es hilft Bella nicht, wenn du dich zu Tode hungerst. Außerdem, solltet du unbedingt ein paar Stunden schlafen. Du bist doch völlig am Ende.“

Traurig und trotzig zugleich, blickte ich in Renée´s Augen, die denen von Bella so sehr glichen und hätte am liebsten geweint. Seit zwei Tagen gab es keine Spur, keine Nachricht und kein Lebenszeichen von ihr und unserem Sohn. Jake und Seth befanden sich beide im Krankenhaus und auf dem Weg der Besserung. Es grenzte fast an ein Wunder, denn die Menge an Betäubungsgas die sie eingeatmet hatten, war ausreichend, um einen ausgewachsenen Elefanten in den ewigen Schlaf zu befördern. Sie waren untröstlich, als sie von Bellas und Joshs Verschwinden hörten und hätten beinahe auf eigene Gefahr das Krankenhaus verlassen. Glücklicherweise konnte Leah es den beiden ausreden und sie fügten sich zähneknirschend den Anweisungen des Arztes.

Mir selbst ging es noch nie so schlecht! Noch nicht einmal, als ich und Bella getrennt waren, fühlte ich mich so hilflos. Ich wusste ja nicht, ob sie überhaupt noch am Leben war! Beim Gedanken sie könne tot sein, durchfuhr mich entsetzliche Angst. Ohne Bella hätte mein Leben keinen Sinn, es wäre überhaupt kein Leben mehr.

„Renée, ich kann jetzt nichts essen. Und schlafen ist mir unmöglich. Wie soll ich mich denn ruhig hinlegen, wenn ich nicht weiß, ob ich Bella jemals wiedersehe“, schrie ich aufgebracht und bereute es sofort. Renée wurde kreidebleich und verlor fast ihre mühsam aufgebaute Fassung. Immerhin sprach ich hier über ihre Tochter und nicht von einer fremden Person. Ich stand auf und nahm sie in den Arm.

„Es tut mir leid!“, beteuerte ich voller Reue, „Es ist nur, dass ich solche Angst habe und ich weiß nicht was ich tun soll. Es gibt keine Spur, die auf ihren Aufenthaltsort hindeutet und das Handysignal ist auch nicht zu orten. Du meinst es ja nur gut und ich vergesse in meinem Kummer ganz, dass du genauso viel Angst hast wie ich.“

Sie nickte kläglich und schmiegte ihr Gesicht erschöpft an meine Schulter. Genau in diesem Moment kam Charlie zur Tür rein und wir blickten hoffnungsvoll in sein Gesicht. Wir ließen, traurig den Kopf hängen, als wir seinen niedergeschlagenen Gesichtsausdruck bemerkten. Man sah ihm jeden Tag seiner 49 Jahre an, sein Gesicht war gezeichnet von der Sorge um seine geliebte Tochter und den Enkel. Renée löste sich von mir und schmiegte sich an ihren Mann, der sogleich beschützend die Arme um sie schlang.

„Sie haben keine neue Spur“, sagte er müde, „der Wagen ist unauffindbar und wir befinden uns in einer Sackgasse.“

„Verdammt, wir müssen doch irgendwas tun. Es macht mich wahnsinnig, so nutzlos in der Gegend rumzusitzen, während diese Irre meine Familie gefangen hält.“

„Beruhige dich, Edward! Wir werden eine Spur finden. Bella ist ein cleveres Mädchen und wird einen Weg finden, um Kontakt aufzunehmen.“

Ich ließ den Kopf hängen und hoffte, dass Charlie recht behielt. Ein Poltern erschreckte uns allesamt und ein blasser und sichtlich angeschlagener Jake erschien an der Tür.

„Jake!“, schrie Renée und ging auf ihn zu, „Was hast du dir dabei gedacht, einfach das Krankenhaus zu verlassen. Ich dachte, Leah hat dir diesen Blödsinn ausgeredet.“

Jake grinste schwach.

„Ich habe es nicht mehr ausgehalten, dort nutzlos rumzusitzen. Es ist meine Schuld, dass sie weg sind und ich will bei der Suche helfen. Ich war für sie verantwortlich und habe auf der ganzen Linie versagt. Es tut mir so leid und ich hoffe, ihr könnt mir eines Tages verzeihen.“

Er tat mir leid, wie er so niedergeschlagen an der Tür stand und um Vergebung bat, doch es war nicht seine Schuld. Meine Schwester war sehr gerissen und mit einer Menge krimineller Energie ausgestattet. Keiner konnte ahnen, dass sie sich auf diese Art und Weise Zugang ins Haus verschaffen würde. Außerdem war es auch unsere Schuld. Wie konnten wir nur alle das Haus verlassen, wo wir doch genau wussten, wie gefährlich sie war. Je mehr Personen um Bella und Josh herum gewesen wären, umso schwieriger wäre es für Cassandra geworden, die zwei in ihre Gewalt zu bringen. Doch die lange Zeit, in der es kein Zeichen von Cassandra gab, hatte uns unvorsichtig werden lassen und wir wogen uns in trügerischer Sicherheit. Ein Fehler, der mich vielleicht meine Familie kosten könnte.

„Jake, du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen. Wir hätten alle vorsichtiger sein müssen.“

Er kam herein und setzte sich auf die Couch. Wir taten es ihm alle nach und saßen stumm im Wohnzimmer. Jeder hing seinen trüben Gedanken nach, als Charlies Telefon vibrierte. Er nahm ab und horchte in den Hörer. Sein Gesicht erhellte sich und ich kam fast um, vor Neugierde, da sie offensichtlich etwas rausgefunden hatten! Charlie legte auf und erhob sich von der Couch, dabei wirkte er wie ein völlig neuer Mensch, entschlossen und tatkräftig.

„Sie konnten ihr Handysignal orten, es ist zwar schwach, aber eindeutig vorhanden. Sie muss wohl auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet haben, bevor sie den Apparat eingeschaltet hat, denn vorher gab es ja keinerlei Signale. Ich schätze mal, sie hat nur auf die passende Gelegenheit gewartet. Wahrscheinlich ist Cassandra im Moment nicht da.“

„Aber warum ruft sie nicht an?“, fragte ich.

„Das Signal ist wohl sehr schwach, was darauf schließen lässt, dass sie nicht genügend Empfang hat um zu telefonieren. Aber sie weiß durch mich, dass es möglich ist, ein Handy trotz Empfangsschwäche zu orten. Es wundert mich nur, dass diese Irre das Handy nicht entdeckt hat. Sie muss völlig den Realitätsbezug verloren haben, wenn ihr solche Sachen nicht mehr auffallen.“

„Charlie“, drängte ich, „jetzt sag schon, wo sie ist.“

„Wenn es Bella war, die das Handy eingeschaltet hat, dann befinden sie sich mitten in den Wäldern. Sie geben mir per Handy die ungefähren Koordinaten durch, damit ich mich an der Suche beteiligen kann. Das Problem ist nur, dass die Daten sehr ungenau sind und ihr Aufenthaltsort um Kilometer davon abweichen kann. Es wird schwierig, sie in diesen undurchdringlichen Wäldern zu finden.“

„Ich kann euch helfen“, vernahmen wir Jakes Stimme.

„Du bist doch körperlich gar nicht in der Lage, so lange unterwegs zu sein, Jake. Sei doch vernünftig! Bella wird dir den Kopf abreißen, wenn du dir zu viel zumutest“, meinte ich ernst.

„Ihr werdet mich nicht davon abhalten können, euch zu begleiten“, sagte Jake stur, „ Ich bin Indianer, falls ihr das vergessen haben solltet. Spurenlesen ist einer meiner leichtesten Übungen und ohne mich werdet ihr dreimal solange brauchen, bis ihr sie findet.“

„Ich gebe zu, dass es schon von Vorteil wäre dich dabeizuhaben. Ich habe mir zwar mal von deinem Vater Billy die Grundregeln des Spurenlesens beibringen lassen, aber damals waren wir noch Teenager und ehrlich gesagt, ist da nicht viel hängengeblieben“, gab Charlie zu.

„Ich werde auch mitkommen. Es geht schließlich hier um meine Frau und mein Kind.“

„Gut, dann sind wir schon zu dritt. Das Sondereinsatzkommando ist außerdem mit Spürhunden unterwegs. Sie haben die Hunde an Kleidungsstücken von Bella und Josh riechen lassen und sie werden bestimmt anschlagen, sobald sie Witterung aufgenommen haben. Edward, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir sie finden, davon bin ich überzeugt.“ Er wandte sich an seine Frau. „Ich ordere einen Beamten für dich, der zu deinem Schutz abgestellt wird. Man weiß ja nie. Nicht, dass sie auf die Schnapsidee kommt, wieder hierzukommen, weil sie meint, irgendetwas für das Kind holen zu müssen. Es wäre fatal, wenn du dann allein wärst.“

Renée nickte wortlos, sie war zu überwältigt von der Möglichkeit, dass wir Bella eventuell bald wieder hatten.

„Wir nehmen meinen Geländewagen“, schlug ich vor und Charlie nickte zustimmend. Er zog seine Waffe aus dem Halfter und setzte ein frisches Magazin ein. Alarmiert sah ich ihn an. Ich hasste Schusswaffen, weil ich in meinem Beruf zu oft mit den Folgen von übermäßigem Waffengebrauch zu tun hatte.

„Muss das sein, Charlie?“

Bestimmt sah er mich an.

„Ja, das muss es. Edward, ich weiß es handelt sich um deine Schwester, aber ich schwöre dir, wenn ich es für nötig erachte, werde ich nicht zögern diese Waffe gegen sie einzusetzen. Wenn du damit nicht klarkommst, dann wäre es besser, du bleibst hier bei Renée.“

Forschend sah er mich an und ich erwiderte seinen Blick ohne Zurückhaltung. Auch wenn mir der Gedanke nicht behagte auf einen anderen Menschen zu schießen, so würde ich selbst den Abzug drücken, wenn ich Bellas Leben in Gefahr sah.

„Nein, es ist schon in Ordnung. Ich gebe zu, ich halte nicht viel von Waffen, aber in diesem Fall ist es wohl nicht zu vermeiden. Cassandra wird sich nicht freiwillig ergeben, wenn wir sie stellen.“

„Dann lass uns fahren! Es dauert circa ein bis zwei Stunden, bis wir vor Ort sind!“

Charlie behielt mit seiner Zeitangabe recht. Wir fuhren von der Straße ab und bogen in einen Waldweg ab, der sich eng, dunkel und schmal vor uns erstreckte. Ständig schlugen Äste und Zweige auf die Windschutzscheibe und schabten am Auto entlang. Wir nahmen nicht den normalen Waldweg, der für die Wanderer, Camper und Förster errichtet und ausgebaut wurde, sondern einen Nebenweg, der nicht dazu gedacht war, ihn mit einem Fahrzeug zu befahren. Doch laut den Koordinaten, die uns per Handy mitgeteilt wurden, kamen wir so schneller an unseren Zielort, von dem aus wir die Suche starten konnten.

„Hey, haltet mal an!“, schrie Jake plötzlich und Charlie bremste so unvermittelt ab, dass Jake und ich nach vorne geschleudert wurden.

„Seht ihr das da hinten?“, fragte er aufgeregt und zeigte in östliche Richtung. Durch das dichte Gestrüpp hindurch, konnte man etwas Rotes aufblitzen sehen. Wir stiegen alle aus und kämpften uns durch das dickichtähnliche Ästewirrwar, bis wir schließlich vor Bellas Wagen standen.

„Volltreffer!“, schrie Jake begeistert und umrundete das Fahrzeug, die Augen wachsam auf die Umgebung gerichtet. Dem Boden schenkte er besondere Aufmerksamkeit.

„Seht ihr diese Furchen? Sie sind zwar vom Regen etwas aufgeweicht und weggeschwemmt, aber man kann noch gut erkennen, dass hier ein zweiter Wagen stand. Helft mir mal dabei, Bellas Wagen ein Stück nach vorne zu schieben.“

Wir schoben zu dritt den Wagen nach vorne und Jake ging in die Hocke, musterte die Einkerbungen, die das Auto hinterlassen hatte.

„Es muss sich bei dem neuen Wagen, um einen Geländewagen handeln. Das andere Fahrzeug war deutlich schwerer und hat viel tiefere Spuren im Boden hinterlassen. Ich frage mich, woher sie das Geld für so ein Fahrzeug hatte. Nach der Einleitung ihrer Fahndung wurden sämtliche ihrer Konten eingefroren und ich glaube nicht, dass sie klar genug im Kopf war, um sich vorher das Geld zur Seite zu schaffen.“

„Ist es nicht egal, woher sie das Auto hat?“, meinte ich erst verständnislos, doch dann ging mir ein Licht auf, „Verdammt Jake, du alter Fuchs! Wenn der Wagen geklaut ist, dann kann man den Besitzer ermitteln.“

„Ich versuche mit meinem Funkgerät, die Polizei in Seattle zu erreichen. Wir sind nicht so tief im Wald und müssten noch Empfang haben. Sie sollen eine Liste von allen gestohlenen Geländewagen, von privat oder von den Autohäusern rauslassen. Dann können wir per Satellit die GPS-Signale orten und dann haben wir sie“, erklärte Charlie und machte sich auf den Weg zu meinem Rover. Nach ein paar Minuten kam er zurück.

„Okay, ich habe die Anweisung weitergegeben. Es dauert noch ein bisschen, bis sie die Liste mit den Angaben haben und die dazugehörigen GPS-Signale. Jake, kannst du erkennen in welche Richtung sie gefahren sind?“

„Sie sind südlich in den Wald rein. Seht ihr die abgeknickten Zweige und das plattgedrückte Gestrüpp da hinten. Da sind sie durchgefahren.“

Nervös lief ich auf und ab, während wir auf Meldung warteten. Jake besah sich jeden Quadratzentimeter des Bodens, konnte jedoch nichts mehr erkennen. Offensichtlich waren sie nur ausgestiegen und hatten das Fahrzeug gewechselt. Ich spürte, dass wir ganz nah dran waren, Bellas und Joshs Aufenthaltsort zu finden und konnte es kaum abwarten weiterzusuchen. Die Minuten zogen sich ewig in die Länge und ich stöhnte erleichtert auf, als durch Charlies Funkgerät endlich die Stimme seiner Polizeikollegen zu hören war.

„Officer Swan, hier ist die Zentrale. Wir haben im besagten Waldstück ein Signal geortet. Es gehört zu einem Fahrzeug, das vor genau acht Tagen vor einem Einkaufszentrum in Seattle gestohlen wurde. Die Besitzerin des Fahrzeugs gab an, von einer jungen, rothaarigen Frau mit ihrem Wagen angefahren worden zu sein. Als sie ausstieg, um sich den Schaden anzusehen, stieg diese Frau in das Auto und fuhr davon. Das Fahrzeug der Diebin war ebenfalls als gestohlen gemeldet, daher konnte man nur Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Ich gebe Ihnen jetzt die genauen Daten durch, da Sie am nächsten dran sind. Das Sondereinsatzkommando bekommt die Koordinaten parallel zu Ihnen und wird Ihnen nachfolgen.“

Wir bekamen die genauen Daten und machten uns auf den Weg. Den ersten Teil würden wir noch fahren, doch dann müssten wir darauf verzichten, damit Cassandra kein Motorengeräusch zu hören bekam. Je näher wir kamen, umso stiller wurde es im Auto. Jeder war konzentriert und angespannt wie eine Bogensehne.

„Jetzt müssen wir zu Fuß weiter“, sagte Charlie und stoppte das Auto. Wir stiegen aus und gingen zu Fuß weiter. Jake konnte mühelos erkennen, wo sie entlanggefahren waren, da die Blätterdichte der Bäume über uns, so stark war, dass der Regen kaum den Boden berührte. Die Spuren wirkten noch recht frisch, zumindest in seinen Augen. Nach kurzer Zeit schon, konnten wir in der Ferne ein Blockhaus ausmachen. Ein Geländewagen stand direkt davor und wir sahen uns alle verschwörerisch an, weil wir es endlich geschafft hatten.

Wir schlichen so nah wie möglich an das Blockhaus heran und ich konnte durch das Fenster Bella erkennen, die an einem Tisch saß und Josh stillte. Tiefe Erleichterung durchströmte mich, als ich Bella und unseren Sohn wohlauf und gesund sah. Cassandra kam durch eine Tür herein und sagte irgendwas zu Bella, die nickend antwortete.

„Wir warten erstmal ab, ob sie die Hütte verlässt und dann schlagen wir zu. Sie rechnet nicht damit, dass wir sie hier finden und es wird sie völlig unvorbereitet treffen. Allerdings wäre es am besten, wenn sie einfach ins Auto steigt und wegfährt, dann können wir in Ruhe Bella befreien. Um Cassandra soll sich dann das Einsatzkommando kümmern“, flüsterte Charlie.

Wortlos stimmten wir Charlie durch Kopfnicken zu und warteten. Es tat sich ewig nichts. Cassandra schien nicht das geringste Verlangen danach zu haben, das Blockhaus zu verlassen, sondern plauderte munter auf Bella ein, die verkrampft lächelnd am Tisch saß und ihr zuhörte. Sie beobachtete genau wie ich, wie meine Schwester mit Josh auf dem Arm durch den Raum lief und ihn herzte und küsste. Meine Süße war an den Füßen an den Tisch gekettet, sodass sie nur einen geringen Aktionsradius besaß.
Josh schien müde zu werden, denn ich konnte selbst aus der Entfernung sehen, dass sein Köpfchen regungslos an ihrer Schulter lag.

Sie ging mit ihm auf dem Arm aus dem Zimmer und kam ohne ihn zurück. Offenbar hatte sie ihn zum schlafen hingelegt. Jetzt sprach sie wieder zu Bella. Cassandra schloss die Ketten auf und ließ sie in ebenfalls in jenen Raum, indem auch Josh sich gerade befand. Ohne Bella, kam sie zurück, zog sich eine Jacke an und verließ das Haus.
Charlie hielt sich den Finger an die Lippen, damit wir uns ruhig verhielten und so beobachteten wir, wie Cassandra in den Wagen stieg und langsam den unwegsamen Waldweg entlang, davonfuhr. Ich wusste nicht, wie es noch weitere fünf Minuten aushielt, bis wir endlich in die Blockhütte stürmten. Ich war der erste, der die Tür zu Bella aufriss und hineinstürmte. Sie sah erschrocken auf und fing an zu weinen, als sie merkte, wer da im Raum stand.

„Edward“, flüsterte sie mit brüchiger Stimme und streckte die Arme nach mir aus, „Edward, ich wusste es. Ich wusste, du würdest kommen und uns hier rausholen.“

Ich nahm sie in die Arme, küsste jeden Zentimeter ihres geliebten Gesichtes und drückte sie nah an mich. In vollen Zügen genoss ich das Gefühl, meinen Engel wieder in den Armen zu halten und stand mit ihr gemeinsam aus, um unseren Sohn aus der Wiege zu holen.

„Hat sie euch gut behandelt?“

„Ja, ja das hat sie. Ich konnte sie überreden, mich mitzunehmen und sie hat sich relativ human mir gegenüber verhalten. Zu Josh war sie wirklich allerliebst und wenn sie nicht so unberechenbar und verrückt wäre, könnte man sich keine bessere Tante wünschen. Aber ich hatte trotzdem panische Angst. Ihre Stimmung konnte von einer Sekunde zur nächsten umschwenken und weiß nie, was sie als nächstes plant.“

„Sie wird dir niemals mehr zu nahe kommen, Schatz“, hauchte ich ihr zu und küsste ihre Schläfe. Zu dritt verließen wir den Raum und trafen auf Jake und Charlie, die gerade eintraten. Charlie hielt sein Funkgerät in den Händen und informierte die Behörden darüber, dass Cassandra mit einem Geländewagen unterwegs war. Sie würden sie bald orten und überwältigen. Nachdem er alle Informationen durchgegeben hatte, lief er auf Bella zu und zog sie in seine Arme. Auch Jake ließ es sich nicht nehmen sie zu umarmen und entschuldigte sich zum wiederholten Mal dafür, so versagt zu haben.

„Es ist schon in Ordnung, Jake. Ich mache dir keine Vorwürfe. Immerhin sind wir wohlauf und ehrlich gesagt, möchte ich jetzt nur weg hier. Sie wollte nicht lange wegbleiben und ich will nicht riskieren, dass sie plötzlich wieder zurückkommt. Können wir nicht einfach wieder gehen“, bat sie.

Das Funkgerät knackte und Charlie meldete sich.

„Officer Swan!“, sprach eine autoritäre Stimme, „Rebecca Hogan wurde vor ein paar Minuten von unseren Männern überwältigt und verhaftet. Dabei wurde sie angeschossen, als sie versuchte zu Fuß zu flüchten. Es geht ihr aber gut, da es nur ein Schuss ins Bein war. Wir brauchen noch die Aussage Ihrer Tochter, damit die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Entführung erstatten kann.“

„Danke für die Information, Lieutenant“, sagte Charlie, „Wir kommen so schnell es geht zurück und einer Ihrer Männer kann die Aussage aufnehmen.“

Bella lehnte mit geschlossenen Augen an meiner Brust, Josh zwischen uns und atmete zittrig ein und aus.

„Ich kann einfach nicht glauben, dass es tatsächlich vorbei ist“, flüsterte sie überwältigt.

„Glaub es ruhig mein Engel. Jetzt können wir endlich ohne Angst in die Zukunft sehen und unser gemeinsames Leben beginnen“, flüsterte ich beglückt, „Komm mein Schatz, lass uns nach Hause fahren.“

Zu fünft verließen wir diesen Ort, froh darüber, dass alles so glimpflich ausgegangen war und fuhren heim.

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