Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 30 - Ein Wunder

Bella PoV


Edward und ich saßen im Wartezimmer meines Gynäkologen. Ich musste leicht schmunzeln, da es offensichtlich war, dass er sich sehr unwohl fühlte. Er war der einzige Mann im Raum und durch seine Attraktivität, stand er im Fokus aller weiblichen Augenpaare. Es war schon süß zu beobachten, wie er sich den Anschein von Coolness gab, doch ich kannte ihn besser.

"Miss Swan, sie sind die nächste", forderte mich die Sprechstundenhilfe auf.

"Ich muss rein", sagte ich zu Edward.

Der nickte und sah mich etwas traurig an. Einen Moment kämpfte ich mit mir, ehe ich vor mir selber kapitulierte und ihn fragte.

"Möchtest du mit?"

Erstaunt hob er die Augenbrauen und nickte.

"Natürlich möchte ich das."

Schnell stand er auf und folgte mir in den Behandlungsraum. Der Arzt registrierte erstaunt meine Begleitung, wusste er doch, dass ich bisher keinen Vater erwähnt hatte.

"Hallo Miss Swan, wie ich sehe sind sie heute nicht allein da."

"Ich bin Edward Cullen", stellte er sich höflich vor," ich bin der Vater."

Er sagte dies mit solchem Stolz in der Stimme, dass es mir fast die Tränen in die Augen trieb. Jetzt wusste ich, dass die Entscheidung ihn miteinzubeziehen, absolut richtig war.

"Schön sie auch mal zu sehen. Nun, jetzt muss ich sie aber erst bitten, nebenan Platz zu nehmen. Ich muss Miss Swan erst mal untersuchen, bevor wir den Ultraschall machen. Haben sie irgendwas gespürt, etwas Ungewöhnliches."

"Nein, eigentlich fühl ich mich soweit wohl. Ich hab nur einen Schock erlitten, weil ich beinah überfahren wurde und wollte einfach nachsehen lassen."

Ich sah, wie Edward bei meinen Worten die Augenbrauen zusammenzog. Er war immer noch wütend auf den unbekannten Fahrer.

"Mr. Cullen, ich rufe sie, wenn wir mit dem Ultraschall beginnen."

Angespannt setzte ich mich auf den Stuhl und wartete darauf, dass der Doktor mich untersuchte. Jetzt hatte ich doch Panik. Hoffentlich war alles okay!

"Lassen sie etwas lockerer Miss Swan, sonst tu ich ihnen noch weh", sagte er beruhigend.

Sofort entspannte ich mich einwenig.

"Nun, es sieht alles gut aus. Keine Blutungen, der Muttermund ist noch völlig geschlossen und auch sonst nichts Auffälliges. Jetzt schauen wir mal, was das Krümelchen so alles anstellt in ihrem Bauch. Wann waren sie das letzte Mal hier?"

"Vor ca. drei Wochen", überschlug ich.

"Hm, da wird sich einiges getan haben. Sie sind jetzt in der 15. Schwangerschaftswoche, da kann man schon recht viel erkennen."

Er bat Edward wieder herein, der mich forschend ansah. Ich nickte ihm zu und hielt den Daumen hoch, was er erleichtert zur Kenntnis nahm.

"Machen sie sich bitte obenrum frei, Miss Swan", bat mich der Arzt.

Jetzt wurde ich doch verlegen. Mein Körper hatte sich doch sehr verändert. Mit weiten Blusen sah man nicht viel, doch unbekleidet war das Bäuchlein nicht mehr zu übersehen. Auch mein Busen nahm mittlerweile gigantische Ausmaße an und wölbte sich provokativ nach außen. Mich jetzt vor Edward so zu präsentieren, ließ mir das Blut in die Wangen schießen. Er hatte mich so noch nicht gesehen. Würde er mich häßlich finden?

Langsam knöpfte ich die Bluse auf und entblöste meinen Körper. Nervös legte ich mich auf die Liege und traute mich nicht ihn anzusehen.

Der Arzt holte noch schnell frisches Gel und wir beide waren allein. Ich spürte seine Hand auf meinem Arm. Meine Augen suchten seine, während er beruhigend über meinen Arm strich.

"Du siehst wunderschön aus, mit meinem Kind in deinem Bauch" , sagte er und ich schluckte. Doch bevor ich auch nur ein Wort erwidern konnte, kam Dr.Webber auch schon zurück.

"So, jetzt kann es losgehen. Na, Mr. Cullen schon aufgeregt?"

"Ja, schon. Das ist eine absolute Premiere für mich."

Das kühle Gel wurde auf meinem Bauch verteilt und schon fuhr er mit seinem Sonograph darüber.Erst war nicht viel zu erkennen, bis er die richtige Position gefunden hatte. Seine Bewegungen waren jetzt langsam und plötzlich war deutlich der Fötus zu erkennen.

"Mein Gott, ist der groß geworden", rief ich begeistert.

"Ich hab ihnen doch gesagt, in drei Wochen tut sich eine Menge", lächelte Dr. Webber.

"Das Kind ist 13 cm groß, die Gliedmaßen sind gut ausgebildet, der Herzschlag ist kräftig und normal. Herzlichen Glückwunsch, es ist alles bestens."

Ich sah Edward an. Der saß neben mir und war nicht ansprechbar. Fasziniert starrte er auf den Monitor, eine Träne lief ihm über die Wange. Ohne nachzudenken, nahm ich seine Hand in meine und registrierte gerührt sah ich seine Ergriffenheit. Auch wenn wir kein Paar mehr waren, so waren wir doch Eltern. Und er schien dieses kleine Wesen jetzt schon zu lieben, genauso wie ich es tat.

"Danke", flüsterte er leise," danke, dass ich das miterleben darf."

Ein breites Lächeln überzog mein Gesicht.

"Keine Ursache, schließlich bist du schuld, dass wir hier sitzen", scherzte ich.

Er lachte leicht und sah wieder auf den Ultraschall. Gemeinsam betrachteten wir unser Kind, während Dr. Webber uns darüber aufklärte, was wir da alles sahen. Die Zeit verging viel zu schnell. Gemeinsam verließen wir die Praxis und liefen zum Van. Er öffnete die Wagentür und setzte sich dann ans Steuer.

"Willst du deine Sachen noch holen, oder wird dir das alles zuviel?"

"Nein, mir geht es gut. Lass uns fahren! Ich sollte es nicht dauernd vor mir herschieben."

Er nickte und startete das Auto.

Wir fuhren eine Weile, als er plötzlich fragte.

"Darf ich beim nächsten Termin wieder dabeisein? Es war so unglaublich faszinierend, ich möchte nichts verpassen."

"Ich würde mich freuen dich dabeizuhaben", erwiderte ich sanft.

Der Rest der Fahrt verlief in friedlichem Schweigen. Trotzdem betrachtete ich ihn verstohlen. Er sah wirklich gut aus. Sein Anzug war ein bißchen zerknittert. Wollte er den etwa zum Kistenschleppen anbehalten? Doch das tat seinem Aussehen keinen Abruch. Im Gegenteil! Dieser kleine Makel, schien sein perfektes Erscheinungsbild nur zu unterstreichen. Seufzend lehnte ich mich zurück und versuchte auf andere Gedanken zu kommen.

Eine Stunde später, waren wir schon mittendrin, am Packen.

"Bella", stöhnte er ," willst du das alles wirklich mitnehmen. So groß kann deine Wohnung doch gar nicht sein, um das alles unterzubringen."

Schmollend sah ich ihn an und zickte.

"Du weißt ja gar nicht wieviel Platz ich habe. Ich brauche alles, was ich rausgesucht habe."

Ungläubig hielt er eine Saftpresse hoch, die noch völlig orginalverpackt in meinen Kisten gelandet war.

"Was willst du denn mit der? Die ist noch nicht mal ausgepackt."

"Ich brauche Vitamine für unser Baby. Ich kann damit Früchte auspressen und den Saft trinken," erwiderte ich triumphierend.

Ha, es wäre doch gelacht, wenn ich ihm nicht den Wind aus den Segeln nehmen könnte.

"Dein Wort in Gottes Ohr", grummelte er fast unhörbar und ich musste grinsen. Gewonnen! Das Grinsen verging mir, als er sich über eine der Kisten beugte. Seine Rückenmuskulatur war deutlich unter seinem feinen Hemd erkennbar, auch sein Po spannte sich bei der Bewegung an. Flüssige Hitze durchströmte mich.

"Oh nein", rief ich jammernd," nicht schon wieder."

Verwirrt sah er zu mir auf, er war inzwischen in die Hocke gegangen. Seine Augen fixierten mich besorgt und mir blieb fast die Luft weg. Ich stellte mir vor, wie ich langsam sein Hemd aus der Hose zog, die Knöpfe öffnete und jeden Zentimeter der freigelegten Haut mit meinen Lippen...

"Bella? Bella! Was ist mit dir", holte mich seine Stimme zurück in die Wirklichkeit.

"Nichts!", rief ich fast panisch. "A..a..alles o..okay," stammelte ich und versuchte krampfhaft ihn nicht allzu gierig anzustarren.

"Bist du sicher? Du siehst irgendwie erhitzt aus. Brauchst du vielleicht ein Glas Wasser."

Eher einen Eimer Eiswürfel, dachte ich bei mir.

"Wasser wäre super", antwortete ich.

Hauptsache er war für ein paar Minuten aus dem Raum.

Er zog los in die Küche, während ich mich gequält auf das Sofa sinken ließ. Wenn das so weiterging, würde es keine zwei Wochen dauern, bis ich ihn anspringen würde. Dann kann ich mir echt die Kugel geben, dachte ich freudlos.

All meine Anstrengungen ihn auf Abstand zu halten. Und was tat ich? Hatte nichts Besseres zu tun, als darüber nachzudenken, wie ich ihn am schönsten vernaschen konnte.

Oh diese Hormone!

Er kam zurück, hielt mir mein Glas Wasser vor die Nase und sah mich prüfend an.

"Du siehst immer noch erhitzt aus", sagte er und legte die Hand an meine Stirn. "Also, Fieber hast du keins. Es ist vielleicht der nachträgliche Schock . Man wird nicht jeden Tag fast überfahren."

Heftig nickend stimmte ich ihm zu.

"Der Schock...Genau... Das wird es sein", bestätigte ich ihm.

Ernst sah er mich an.

"Ich möchte noch mit dir darüber reden."

"Was gibt es denn noch dazu zu sagen",fragte ich ihn vorsichtig.

"Ich denke, dass es kein Zufall war. Genaugenommen habe ich die Vermutung , dass eine bestimmte Person dahintersteckt. Der Wagen ist direkt auf dich zugekommen und das mit voller Geschwindigkeit. Es kann einfach nicht sein, dass dich jemand übersehen konnte."

Damit hatte ich nicht gerechnet. Auch ich war überzeugt davon, dass es pure Absicht war, doch dass auch Edward es so sah, überraschte mich nun doch.

"Du denkst an Tanya?," sagte ich und kannte seine Antwort bereits im Vorhinein.

"Es liegt doch auf der Hand. Du hast sonst keine Feinde. Vielleicht war ich ein Jahr lang blind, was ihren Charakter anbelangt, dafür seh ich jetzt umso klarer.Sie hat mir gedroht mich fertigzumachen! Beruflich ist sie nicht dazu in der Lage, aber sie weiß, dass du meine Achillesferse bist. Dich aus dem Weg zu schaffen, wäre mein Ende. Das weiß Tanya ganz genau. Ich möchte, dass du mir eins versprichst."

Er war vor mir in die Hocke gegangen und legte seine Hand vorsichtig an meine Wange.

"Was denn?," flüsterte ich.

"Wenn dir etwas merkwürdig vorkommt, sei es auch noch so banal, dann ruf mich an. Okay! Ich will kein Risiko eingehen. Dieser Irren trau ich mittlerweile alles zu."

Leicht nickte ich, als ich plötzlich ein Flattern in meinem Bauch spürte.

"Oh Gott, das kann doch nicht sein", sagte ich und lachte.

"Was ist los?", fragte er gleich panisch.

Wieder ein Flattern, diesmal ein bißchen deutlicher.

Der Arzt hatte gesagt, dass es möglich sei ab der 15. Woche schon etwas zu spüren, aber es sei eher unwahrscheinlich bei einer Erstgebärenden.

Aber ich bildete es mir nicht ein, da war ich ganz sicher.

"Ich glaube ich hab das Baby gespürt. Es ist wie ein Wunder, Edward."

Ich lächelte unter Tränen.

"Darf... darf ich... vielleicht meinen Kopf auf deinen Bauch legen. Bitte!"

Nickend gab ich ihm die Erlaubnis. Er konnte noch nichts merken, ich spürte es ja selbst kaum, doch es schien mir gut und richtig, diesen besonderen Moment mit ihm zu teilen.

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