Inhalt:

Edward Cullen ist ein erfolgreicher Staranwalt und seit fünf Jahren mit Bella verheiratet. Die beiden leben sich auseinander da er seine junge Frau zu oft alleine lässt. Als ihm auch noch seine attraktive Kollegin Tanya offen Avancen macht eskaliert die Situation. (Edward/Bella Pairing)Happy-End garantiert.

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Montag, 29. November 2010

Kapitel 40 - Sackgasse

Bellas Pov


Edward verließ gerade das Haus, als ich einen Anruf von Shelley bekam.  Mitten aus meinen träumerischen Gedanken gerissen, nahm ich das Gespräch an.
"Bella, oh mein Gott! Peter hat mir erzählt was passiert ist. Das muß ja furchtbar gewesen sein, ich darf mir gar nicht vorstellen, wie du dich jetzt fühlen mußt!"
"Es war ein furchtbarer Schock," bestätigte ich," nach Hause zu kommen und festzustellen, dass sich jemand an deinen persönlichen Sachen zu schaffen gemacht hat, war grauenvoll. Das Schlimmste war aber das Taufkleid. Wie krank muß ein Mensch sein, um sowas in ein Babybettchen zu legen, bevor das Kind überhaupt auf der Welt ist. Ich habe wirklich Angst davor, was als nächstes passiert."
Ich hielt inne und wartete auf Shelley´s Reaktion. Wieviel hatte Peter ihr erzählt? Moment, wieso konnte Peter ihr das schon brühwarm berichten?
"Shelley, " sagte ich fast vorwurfsvoll," gibt es da etwas, dass du mir erzählen möchtest?"
Sie lachte etwas verlegen, es war ihr wohl unangenehm erwischt worden zu sein.
"Es ist nicht wie du denkst. Wir haben ein bißchen viel getrunken und dann diese Schmierenkomödie, die wir gestern vor Joe noch abgezogen haben. Es hat eins zum anderen geführt und wir sind im Bett gelandet. Ende der Geschichte, es wird sich nicht mehr wiederholen. Er wird nie treu sein und ich suche keine Affäre. Wir haben uns darauf geeinigt, es bei diesem einen Mal zu belassen."
"Das glaubst du doch selber nicht, aber gut, das ist jetzt nicht mein größtes Problem. Du wirst mich zukünftig nicht mehr in der Wohnung erreichen können, weil ich zurück ins Haus zu Edward gezogen bin."
"Heißt das, ihr seid wieder ein Paar?"
Ich druckste noch ein wenig herum, weil ich selber keine Antwort auf diese Frage wußte.
"Also irgendwie schon, wir sind wieder zusammen und wollen uns noch eine Chance geben. Aber es fühlt sich noch merkwürdig an. Ich hatte mich gerade erst an ein Leben ohne ihn gewöhnt und jetzt sind wir wieder zusammen. Das ist verwirrend für mich, vor allem, weil ich es mir anders gewünscht hätte."
"Ich seh das ziemlich klar, Bella. Tanya hat euch auseinandergebracht und sie hat euch wieder vereint. Das scheint mir angemessen.," meinte sie pragmatisch.
Ein kleines Lächeln entschlüpfte meinen Mundwinkeln.
"Von dem Standpunkt her, habe ich das noch gar nicht betrachtet. Wenn du das sagst, klingt es so einfach und das ist es sicher nicht."
"Vielleicht, aber mach es auch nicht unnötig kompliziert."
"Das sagt gerade die Richtige! Was ist denn mit dir und Peter? Ihr könntet es euch auch einfacher machen."
Sie schaltete sofort auf stur.
"Bei uns ist die Sachlage eine ganz andere. Du und Edward, ihr habt eine gemeinsame Vergangenheit, ihr ward verheiratet und erwartet ein Baby. Es ist völlig normal darum zu kämpfen. Peter und mich hingegen verbindet nichts, außer einer gewissen Anziehung und ich will nicht verletzt werden. Ich bin ohnehin schon viel zu weit gegangen."
Natürlich konnte ich sie verstehen, bei Peters Ruf in Bezug auf Frauen wäre ich auch vorsichtig. Doch die Hoffnung, dass sie noch zueinander fanden, hielt sich hartnäckig. Ich würde sie in dieser Hinsicht nicht mehr drängen. Sie mußten selber sehen, wie sie mit dem Ganzen umgehen würden.
"Es tut mir leid, Shelley. Ich wollte dir nicht zu Nahe treten, es ist nur so, dass ihr mir beide ans Herz gewachsen seid und ich will nur euer Glück."
"Das weiß ich doch. Ich werde dir helfen Bella, soweit es in meiner Macht steht. Ich kann euch Informationen besorgen, aber du mußt mir hoch und heilig versprechen, dass du es für dich behalten wirst. Das könnte mich sonst meinen Job kosten."
Jetzt wurde ich hellhörig. Wie wollte ausgerechnet Shelley uns helfen?
"Du denkst jetzt bestimmt ich spinne, aber ich kann euch wahrscheinlich mehr Informationen über ihre Aufenthaltsorte besorgen, als jeder Andere."
"Aber wie?" unterbrach ich sie erstaunt.
"Ich bin Krankenschwester, schon vergessen? Ich kann über ihre Versichertennummer an ihre Krankengeschichte. Peter hat mir schon alle Daten zur Verfügung gestellt und wie der Zufall so spielt, schuldet mir jemand bei ihrer Versicherung, einen Gefallen. Es ist ein Klacks da ranzukommen, wenn man die richtigen Leute kennt."
Ich war erschüttert und dankbar zugleich.
"Shelley, das geht doch nicht! Ihr macht euch allesamt strafbar. Peter, weil er ihre Daten rausgibt, du, weil du die Infos anforderst und der arme Kerl bei der Versicherung, wird seinen Job auch loswerden, wenn ihr auffliegt."
"Mach dir keinen Kopf! Es wird alles gut laufen, das verspreche ich dir."
Nachdem ich das Gespräch mit Shelley beendet hatte, versuchte ich mir die Zeit bis Edwards Rückkehr zu vertreiben. Es war jetzt kurz vor drei Uhr Nachmittags und er mußte jeden Augenblick auftauchen. Hoffentlich konnte er bei James ein paar brauchbare Informationen erhalten, denn so langsam aber sicher, bekam ich panische Angst vor dieser Irren. Ich war von ihren Handlungen aufs Tiefste schockiert und konnte mir lebhaft vorstellen, wozu sie noch fähig war. Wieviel kriminelle Energie sie besaß, bewies sie gerade am laufenden Band. Der Anschlag in der Tiefgarage, Joe´s Unfall und jetzt der Einbruch in meine Wohnung. Dass sie dies schaffte, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, fand ich geradezu gruselig. Sie mußte jemanden haben der ihr half, denn allein hätte sie dies nicht bewerkstelligen können. Doch wer steckte hinter der Sache. Wen konnte Tanya auf ihre Seite ziehen und warum? Fragen über Fragen schwirrten wie wildgewordene Hummeln in meinem Kopf herum und ließen mir keine Ruhe. Immer wieder wanderte mein Blick zur Uhr und mit jeder Minute die verstrich, wurde ich hibbeliger und nervöser. Es tat mir gerade jetzt nicht gut lange allein zu sein, aber ich wollte mich auch nicht an Edwards Rockzipfel hängen. Auch wenn wir wieder zusammen waren, wollte ich mir doch eine gewisse Unabhänigkeit bewahren. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich allein klargekommen und es hatte mir gefallen, sehr sogar. Doch die Liebe zu Edward war einfach stärker und ich genoss das Gefühl , dass wir eine kleine Familie sein würden. Das war immer schon mein größter Wunsch gewesen und er efüllte sich jetzt. Nur Tanya war noch im Weg. Ich hoffte sehr, dass man ihr bald das Handwerk legen konnte, denn diese Ungewißheit, was als Nächstes passieren würde, machte mich seelisch fertig. Erleichtert sah ich Edwards Wagen der unsere Auffahrt hochfuhr. Er parkte elegant ein und stieg aus, um mit festen Schritten in Richtung Haus zu laufen. Ich riss die Tür auf, bevor er auch nur den Schlüssel einstecken konnte und fiel ihm in die Arme.
"Gott sei Dank, du bist endlich da!" rief ich und schmiegte mich fest an ihn.
Tief atmete ich seinen wundervollen Duft ein und merkte wie die Ruhe in mir wiederkehrte. Bei ihm fühlte ich mich absolut sicher und geborgen und ich hatte das Gefühl alles schaffen zu können. Die ganze Anspannung fiel von mir ab, während er mir zärtlich über den Rücken strich.
"Wenn ich gewußt hätte, dass ich dir so fehle, wäre ich deutlich schneller gefahren," flüsterte er in mein Ohr.
Ich zog in ins Haus hinein und wir begaben uns ins Wohnzimmer.
"Nun, red schon," wollte ich neugierig wissen," hast du was bei James erfahren können?"
Er schilderte mir den Ablauf des Treffens.
"Es ist leider nicht viel, aber zumindest ein Anfang," schloss er.
"Ich habe auch Neuigkeiten," ließ ich ihn wissen," Shelley wird versuchen über die Versicherung an ihre Krankendaten zu kommen. Egal ,wo sie vor ihrem Studium gelebt hat, es wird in ihrer Akte zu finden sein."
Edward sah begeistert aus.
"Großartig, das wird einen Riesenschritt nach vorne bedeuten. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis wir alles über ihre Vergangenheit wissen."
Er nahm mich in den Arm und wir saßen eine Weile schweigend nebeneinander. Hin und wieder strich er mir über den Bauch und sprach leise zu unserem Kind.
"Meinst du, es kann mich hören?" fragte er mich leise.
"Sicher kann es das. Der Gehörsinn entwickelt sich mitunter als Erstes. Ich lege jeden Abend eine Spieluhr auf meinen Bauch, damit das Baby die Melodie wiedererkennt, wenn es mal auf der Welt ist. Er kann dich hören Edward und wenn er da ist, wird er deine Stimme wiedererkennen."
Er wirkte unglaublich gerührt und eine tiefe Liebe für ihn durchströmte mich. Wie hatte ich mir nur einbilden können, dass das Leben ohne ihn genauso schön sei. Ich war nur mit ihm zusammen komplett, war er nicht bei mir, fehlte meine zweite Hälfte und ich war unglücklich. Liebevoll drehte ich seinen Kopf, der auf meinem Bauch lag und beugte mich ihn, um ihn sanft auf die Lippen zu küssen. Zärtlich erwiderte er den süßen Kuss und richtete sich auf, um mich richtig in die Arme nehmen zu können. Unsere Münder bewegten sich in sanftem Rhythmus und langsam erforschten wir uns gegenseitig mit der Zunge. Die weichen Liebkosungen wurden abgelöst von Leidenschaft und Lust. Immer noch hatten wir nicht richtig miteinander geschlafen. Die Episode in der Dusche, war nur ein Vorgeschmack, auf das, was kommen würde.
Edward fing an, die ersten Knöpfe meiner Bluse zu öffnen und strich mit den Lippen über die freigelegte Haut. Er küßte meine Kehle, die empfindliche Haut oberhalb meines Busens. Seine Hand legte sich auf eine Brust und....
Genau jetzt klingelte jemand Sturm. Wir fuhren vor Schreck auseinander und ordneten hastig unsere Kleidung.
Angefressen stürmte Edward schließlich zur Tür und öffnete sie mit einem Ruck.
Shelley und Peter, die davor standen, traten vor Schreck einen Schritt zurück. Etwas peinlich berührt sah er die Zwei an, sagte aber nichts und ließ sie eintreten.
"Stören wir vielleicht?" grinste Peter süffisant.
"Ehrlich gesagt ja, aber da ihr schon mal hier seid..." erwiderte er etwas genervt. Er wies mit dem Arm in übertriebener Geste in Richtung Wohnzimmer.
"Sorry," sagte Shelley bedauernd," aber was ich euch zu sagen habe, kann nicht warten."
Wir setzten uns alle, während Edward und ich uns ansahen. Etwas war geschehen, das spürten wir Beide.
Shelley sah etwas unschlüssig zu Peter und dieser ergriff daraufhin das Wort.
"Wir haben Informationen die alles grundlegend verändern. Die Sache ist noch viel verzwickter und mysteriöser, als wir dachten. Bella hatte von Anfang an Recht mit ihrem Mißtrauen."
"Jetzt macht es nicht so spannend," rief Edward etwas ärgerlich.
Beruhigend drückte ich seine Hand. Shelley setzte sich aufrecht hin und fing an zu erzählen.
"Puh, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten ich starte mit meinem Anruf bei Billy. Das ist der Versicherungstyp, der mir noch einen dicken Gefallen schuldig war. Ich habe ihm ihre Nummer durchgegeben, damit er mir alle ihre Daten übermitteln kann und was dabei rauskam ,war einfach unglaublich."
"Nun red schon!" sagte ich nun auch etwas ungeduldig.
"Also um es kurz zu machen, Tanya exisitiert gar nicht," ließ sie die Bombe platzen.
Fassungslos betrachteten wir die unbewegten Mienen der Zwei.
"Was soll das heißen, " flüsterte Edward tonlos.
"Ich habe mich vielleicht ein wenig unklar ausgedrückt. Es ist so, dass die echte Tanya Denali vor fünf Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Wer immer diese Frau ist, die ein Jahr lang für euch gearbeitet hat, sie ist auf alle Fälle nicht die, für die sie sich ausgibt. Sie hat nur die Identität einer Toten angenommen und wir wissen eigentlich gar nichts über sie."
Es herrschte Totenstille.
Edward atmete abgehackt und ich hatte das Gefühl gleich ohnmächtig werden zu müssen. Die volle Tragweite von ihren Worten wurde mir bewußt. Diese Verrückte, hatte sogar fünf Jahre unter falschem Namen gelebt, um in Edwards Nähe zu sein. Wie  konnte ein Mensch nur mit solch einer Lüge leben? Tanya oder wie immer sie auch hieß, war noch viel abgebrühter und gefährlicher, als wir angenommen hatten.
"Was machen wir jetzt?" murmelte ich verzweifelt.
Edward räusperte sich.
"Nun, ich werde wohl doch nach Maryville fahren müssen. Hoffen wir nur, dass das nicht auch eine falsch gelegte Fährte war, um James damals in die Irre zu führen. Sollte sich diese Spur auch als falsch rausstellen, befinden wir uns in einer echten Sackgasse."
Er drückte mich fest und strich mir tröstend über das Haar. Wann würde dieser Alptraum nur enden?

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